Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Medien und Kommunikationswissenschaft arrow Methoden der empirischen kommunikationsforschung
< Zurück   INHALT   Weiter >

10.3 Wesentliche Kennzeichen der AIA

Was sind nun die theoretischen Voraussetzungen, damit AIA angewendet werden kann? Die AIA kann nur dann als Hilfsmittel zur Selektion und Klassifikation von Texteinheiten verwendet werden, wenn die Vercodungsregeln als explizite Wenndann-Beziehungen formuliert sind. Das entsprechende Programm erkennt nur die Buchstabenkombination ihrer Form nach, nicht aber die Bedeutung eines Begriffs. Der Ausgangspunkt einer AIA ist also das Wort bzw. das Zeichen. Mit einem bestimmten Suchauftrag versehen, klassifiziert sie zu analysierende Texte blitzschnell, kann aber nicht erkennen, ob es sich bei Birne um eine Frucht, eine Verballhornung des Altbundeskanzlers oder eine Glühbirne handelt. Anders ausgedrückt: Die Stärke der AIA sind kontextfreie Einwort-Codierungen. Das Problem im Vergleich zur konventionellen Inhaltsanalyse ist natürlich, dass man einem menschlichen Codierer per Codieranweisung genau erläutern kann, welche Bedeutung ein bestimmter Begriff im vorliegenden Fall ausfüllt und mit welchen Kategorien und Ausprägungen er operationalisiert ist. Diese operationalen Definitionen kann man bei der AIA im Prinzip auch durchführen, nur ist es ungleich aufwendiger, weil der PC als „dumb clerk“ nie über das Suchen von bestimmten Buchstabenkombination, und seien sie konditional miteinander verknüpft, hinauskommt.

Das Wort „Rezession“ lässt sich also mit dem Computer schnell und zielsicher aus einer großen Textmenge herausfischen. Gibt man sich in seiner Fragestellung mit einer reinen Häufigkeitsauszählung zufrieden, so hat die AIA ihren Dienst erfüllt. Fragt man allerdings nach negativen oder positiven Äußerungen, die im Umfeld des Wortes stehen, und danach, ob sich der Gebrauch auf die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft richtet, so ist die Erstellung eines relativ komplexen Wörterbuches unumgänglich, das zum Teil auch noch manuell bearbeitet werden muss. An diesem Punkt überschneiden sich dann auch konventionelle und computerunterstützte Inhaltsanalyse. Letztere dient bei komplexen Fragestellungen in erster Linie der Auswahl bzw. Reduktion von Textmengen, die in einem zweiten Schritt von menschlichen Codierern weiterbearbeitet werden.

10.4 Kombination von herkömmlicher und automatisierter IA

Zwei Varianten der automatisierten Inhaltsanalyse, die mehr leisten als reine Wortauszählungen, sind die Wortschatzanalyse und die AIA als Vorbereitung für die konventionelle Bearbeitung von Texten.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften