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12.2 Durchführung einer Beobachtungsstudie

In den folgenden Abschnitten sollen nun die Schritte, die bei der Konzeption und Durchführung einer Beobachtungsstudie anfallen, dargestellt werden. Dabei ist es ratsam, sich (wie bei Befragung und Inhaltsanalyse) an dem im ersten Kapitel dargestellten Ablauf des Forschungsprozesses zu orientieren. Dieses Vorgehen mit Entdeckungs-, Begründungsund Verwertungszusammenhang ist bereits mehrfach erörtert worden, daher beginnt die folgende Darstellung direkt beim Schritt der empirischen Umsetzung. Welche Vielzahl von Varianten bei der Beobachtung denkbar ist und welche Vorund Nachteile diese besitzen, ist im letzten Abschnitt erörtert worden.

12.2.1 Untersuchungseinheiten

Um wissenschaftlichen Standards zu genügen und intersubjektive Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, muss die Untersuchungseinheit definiert werden. Bei der Inhaltsanalyse wird diese als Analyseeinheit bezeichnet, bei der Beobachtung als Beobachtungseinheit. Die Festlegung erfolgt dabei in drei Schritten. Das Beobachtungsfeld definiert das zu beobachtende Verhalten räumlich und zeitlich. Der Beobachter darf nicht willkürlich auswählen, wo und wann er beobachtet. Das Beobachtungsfeld kann durch räumliche Grenzen (Redaktionsbüro), aber auch anderweitig (fünf Meter Umkreis um einen Zeitungskiosk) definiert sein. Weiterhin wird festgelegt, in welchem Zeitintervall beobachtet wird.

Nachdem das Beobachtungsfeld definiert wurde, muss innerhalb des Feldes das Beobachtungsobjekt festgelegt werden. Objekte der Beobachtung können sein:

• einzelne Personen (z. B. ein Journalist)

• eine Gruppe von Personen (z. B. Angehörige einer Redaktion)

• ein Objekt, in Bezug auf das gehandelt wird (z. B. Meldung einer Nachrichtenagentur)

Schließlich muss der Beobachtungsfall definiert werden. Dieser kann (muss aber nicht) mit dem Beobachtungsobjekt identisch sein. Wenn beide identisch sind, werden die Handlungen einer Person oder Gruppe insgesamt erfasst. So kann beispielsweise festgehalten werden, wie viele Minuten ein Zuschauer aufmerksam fernsieht, wie viele Minuten er abwesend wirkt und wie viele Minuten er mit Nebentätigkeiten beschäftigt ist. Der einzelne Zuschauer liefert somit einen Fall. Ebenso ist es möglich, nach unterschiedlichen Sendungen oder Sendungstypen zu differenzieren. Dann würde z. B. pro Sendungstyp aufgezeichnet, wie viele Minuten ein Zuschauer jeweils aufmerksam, abwesend oder mit Nebentätigkeiten beschäftigt fernsieht. Ein Zuschauer (Beobachtungsobjekt) steht dann für mehrere Beobachtungsfälle. Dies entspricht im Wesentlichen der hierarchischen Codierung bei der Inhaltsanalyse: So wie ein Artikel mehrere Aussagen enthalten kann, kann eine beobachtete Person mehrere Verhaltensweisen ausüben.

Die Einheit der Beobachtung ist die Beobachtungseinheit. Sie wird über Beobachtungsfeld, Beobachtungsobjekt und Beobachtungsfall defi t. Die Beobachtungseinheit entspricht dem Merkmalsträger, über den später Aussagen getroffen werden. Ähnlich wie bei der Inhaltsanalyse können Beobachtungseinheiten hierarchisch strukturiert sein.

 
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