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12.3.2 Fehler aufgrund von Situation und Konzeption

Der erste hier zu nennende Grund für Fehler ist relativ naheliegend und trivial. Das Beobachtungsfeld muss so gewählt sein, dass das zu beobachtende Verhalten überhaupt stattfinden kann. Wenn ich das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen beobachten will, kann ich diese Untersuchung nicht in einem Labor mit einem alten Schwarzweiß-Fernseher und den gesammelten Werken von Kleist durchführen. Ebenso muss bei einer strukturierten Beobachtung darauf geachtet werden, dass das Beobachtungsschema eine valide Erfassung der Handlungen zulässt.

Viel schwieriger vorherzusehen und abzustellen sind die Probleme, die sich aufgrund der Tatsache, dass überhaupt beobachtet wird, ergeben. Der Fachbegriff dafür ist „Reaktivität der Methode“. Dieser Sachverhalt ist bereits an mehreren Stellen thematisiert worden, wenn die Authentizität oder Natürlichkeit des zu beobachteten Verhaltens im Mittelpunkt stand. Reaktiv ist eine Methode immer dann, wenn die Erhebung selbst den Untersuchungsgegenstand verändert. Problematisch ist bei der Beobachtung vor allem die schlechte Abschätzbarkeit. Ob ein Beobachtungsbogen „funktioniert“ hat oder nicht, werden die Beobachter dem Wissenschaftler auf Nachfrage sagen können. Ob sich aber die Beobachteten authentisch verhalten haben oder nicht, darüber kann nur gemutmaßt werden. Man kann sie dazu leider nicht im Nachhinein sinnvoll befragen. Entweder haben sie sich unbewusst anders verhalten oder die Gründe für ihr unnatürliches Verhalten würden dazu führen, dass sie auch die anschließenden Fragen nicht wahrheitsgemäß beantworten. Allenfalls könnte man in Situationen, die sowohl eine Beobachtung mit als auch ohne Wissen der handelnden Personen zulassen, die Ergebnisse beider Varianten vergleichen. Natürlich erhöht dies den Aufwand deutlich.

12.3.3 Fehler aufgrund äußerer Bedingungen

Schließlich können äußere Einflüsse zum Problem werden. So kann beispielsweise aufgrund der Lichtverhältnisse oder etwaiger Hindernisse die Sicht des Beobachters auf das Beobachtungsfeld eingeschränkt sein. Bei einer vermittelten Beobachtung kann die Tonoder Bildqualität zu schlecht sein, als dass der Beobachter alle relevanten Handlungen und Äußerungen genau wahrnehmen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Probleme auftreten kann allerdings gut durch sorgfältige Planung und einen Pretest minimiert werden.

 
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