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4 Wandel des öffentlichen Raums

„Der öffentliche Raum ist kein ‚statisches' Gebilde . In seiner Ausgestaltung, mit seinen Regeln und Ordnungen, seiner räumlichen und visuellen Beschaffenheit ist er immer auch Ausdruck von gesellschaftlichen Entwicklungen . Durch die Sicht- und Betrachtungsweisen der Einzelnen, der Gruppen und Interessensvertretungen unterliegt er einer stetigen Re-Konstruktion“ (Klose 2012, S . 3) .

In diesem Zitat von Klose wird deutlich, dass der öffentliche Raum einem stetigem Wandel unterworfen ist. Aktuell zeigt sich ein zunehmender Einfluss des Privaten im öffentlichen Raum . Durch die Unterwerfung der Raumstrukturen unter ökonomischen Gesichtspunkten nimmt die Anzahl halböffentlicher Räume stetig zu . Dies bringt eine Privatisierung und Kontrolle öffentlicher Räume sowie eine Verdrängung und Ausschluss bestimmter Gruppierungen mit sich .

Im historischen Rückblick war öffentlicher Raum schon immer geprägt von Privatisierung, Kontrolle, Verdrängung und Ausschluss . Dennoch zeigen sich derzeitig in der Entwicklung des öffentlichen Raums einige gravierende Veränderungen . Klose (2012) beschreibt diese Veränderungen unter den Stichworten Konsum, Bewegung, Bühne und Macht .

4.1 Öffentlicher Raum und Konsum

Öffentliche Räume werden unter dem Primat der Ökonomie zunehmend privatisiert . Konsumorientierte Einrichtungen wie Cafés oder Kaufhäuser besetzen und gestalten Öffentlichkeit zunehmend . Öffentliche Räume werden zu halböffentlichen Räumen, somit verändert sich auch das Beziehungsverhältnis der Akteurinnen und Akteure in den Räumen – die Räume unterliegen einer ökonomischen Bestimmung . Der Aufenthalt ist nun eingeschränkt, kontrolliert und ist nur gestattet gegen Konsum und Verzehr. Ähnliches gilt auch bei der Umgestaltung vormals öffentlicher Räume (Bahnhöfe werden zu Shopping Malls o . ä .) . Diese vormals für alle zugänglichen Räume sind nun extern kontrolliert durch bspw . private Sicherheitsdienste . Damit werden bestimmte Gruppen aus diesen ehemals öffentlichen Räumen verdrängt (Klose 2012, S . 3ff .) . Diese Tendenz des Ausschlusses verschiedener Gruppen aus halböffentlichen Räumen problematisieren auch Siebert und Wehrheim:

„Erst durch die massenhafte Nutzung und die Tatsache dass diese Orte [Shopping Malls und ähnliche halböffentliche Räume, Anmerkung K .W .] zu sozialen Treffpunkten werden und nicht nur auf ihre Marktfunktion beschränkt sind, bekommen sie eine neue Qualität . Wenn private Einkaufszentren mehr Menschen anziehen als öffentliche Marktplätze, dann werden sie auch zu den Orten, an denen die politisch schwachen, medial nicht dominanten Gruppen präsent sein müssen, um sich Gehör zu verschaffen“ (Siebel und Wehrheim 2003, S . 5) .

 
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