< Zurück   INHALT   Weiter >

2 Wie stellt sich das Smartphone aus der Perspektive junger Erwachsener dar?

Um dieser Frage nachzugehen, wurden Studierende der Fakultät für Erziehungswissenschaft, junge Menschen zwischen 20 und 25 Jahren, gebeten, Medienbiographien zu erstellen . Sie sollten aufschreiben, welche Medien in ihrer Kindheit, ihrer Jugend und heute als junge Erwachsene eine Rolle spielten und spielen, wie sie diese Medien nutzten und nutzen und was sie ihnen bis heute bedeuten . Die Erhebung des Materials fand im Rahmen von zwei Seminaren im Sommersemester 2013 und im Wintersemester 2013/2014 statt . Die Analyse der Medienbiographien orientiert sich an der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2002) . Im Fokus stehen die Aussagen zum Smartphone . Nahezu alle Studierenden besitzen ein Smartphone und geben ihm einen breiten Raum in ihren Medienbiografien. Aber auch in den Biographien der jungen Erwachsenen, die kein Smartphone besitzen, wird es thematisiert . Das verweist bereits auf die Stellung des Smartphone: Es nicht zu besitzen erfordert eine Begründung, ein Smartphone zu besitzen hat Normalitätsstatus . Diese Selbstverständlichkeit des Smartphonebesitzes ist auch für unbeteiligte Beobachter unübersehbar: Das Smartphone, der große Bruder und Nachfolger des Handys, befindet sich scheinbar permanent in den Händen nahezu jedes jungen Menschen .

Die Aussagen der Studierenden zum Thema Smartphone lassen sich unter zwei Oberkategorien fassen . Da ist auf der einen Seite die ‚Begeisterung' über das Gerät mit seinen vielfältigen Möglichkeiten . Auf der anderen Seite stehen die ‚Anforderungen', oder auch Zumutungen, die das Smartphone stellt . Unter den Oberpunkt Begeisterung fallen die beiden Kategorien ‚Das Smartphone als persönliches Verwaltungszentrum' sowie ‚Das Smartphone als Medium sozialer Einbindung' . Unter dem Oberpunkt Anforderungen kristallisieren sich die Kategorien ‚Aufmerksamkeits- und Reaktionszwang' sowie ‚Kritische Reflektion smartphone-zentrierter Verhaltensweisen' heraus .

Begeisterung 1: Das Smartphone als persönliches Verwaltungszentrum

Das Smartphone vereinigt die Funktionalitäten unterschiedlicher Medien in einem Gerät, das sich bequem in der Jackentasche transportieren lässt . Es ist kabellos mit dem Internet verbunden und bietet einen Funktionsumfang wie kein Einzelmedium vor ihm, wodurch sicherlich ein Teil der unwiderstehlichen Attraktivität des Smartphones zu erklären ist . Die unterschiedlichen Funktionen decken Aufgaben aus verschiedensten Lebensbereichen ab . Das Smartphone ist somit nicht nur ein Gerät, das in der Freizeit genutzt wird, sondern bietet auch Funktionen, die für berufliche und studiumsorientierte Belange relevant sind. So konvergieren im Smartphone nicht nur verschiedene klassische Medien, sondern auch die vormals getrennten Lebensbereiche Schule/ Studium/ Beruf und Freizeit, sowie Öffentliches und Privates .

In den Medienbiographien der jungen Erwachsenennimmt die Beschreibung der Smartphone-Nutzung im Alltag einen breiten Raum ein . Die Studierenden verweisen auf die Fülle von Funktionen, die ihnen das Gerät zur Verfügung stellt und sich damit als Helfer in allen Lebenslagen präsentiert . Dadurch verliert das Smartphone den Charakter eines klassischen Mediums und wird auf funktionaler Ebene zu einem mobilen, persönlichen Verwaltungszentrum . Das Smartphone ist zur Schaltzentrale jugendlicher Lebensführung geworden, private und berufliche bzw . studiumsrelevante Belange werden mit dem Smartphone geregelt, es stellt eine Symbiose zwischen Büro und Wohnzimmer dar . Das Smartphone erlaubt nicht nur den Zugriff auf diverse Dokumente, private Fotos oder offizielle Bewerbungsschreiben sind jederzeit, an jedem Ort und in jeder Situation zugreifbar, sondern es ermöglicht auch die Bearbeitung und den Versand der Dokumente . Die Hausarbeit für das Seminar kann korrigiert werden, während man gleichzeitig mit den Freunden kommuniziert . Mit dem Smartphone kann jeder jederzeit und an jedem Ort zwischen den Sphären des Beruflichen und des Privaten switchen. Diese Aufhebung der Grenzen zwischen Beruf und Freizeit, zwischen öffentlich und privat wird nicht explizit thematisiert, wird aber in den Textpassagen, in denen die genutzten Funktionen aufgelistet werden, deutlich .

„Ein Smartphone habe ich jetzt seit etwa 1,5 Jahren und damit hat sich schon viel verändert . Ich kann jetzt über mein Handy praktisch alles unterwegs machen, was ich sonst zuhause am Computer machen würde (durch mobile Internet-Flatrate) . Am wenigsten nutze ich das Handy zum telefonieren und sms verschicken . Die sms sind durch den Messengerdienst Whatsapp abgelöst worden, der übers Internet läuft, und über den man kostenlos Nachrichten verschicken kann . Diesen Dienst nutze ich sehr viel . Außerdem kann ich über die zahlreichen Apps wirklich alles über mein Handy machen . Das geht über Spiele spielen bis hin zu Wörter nachschlagen, Bus- und Zugverbindungen raussuchen, den Mensaplan für die nächste Woche angucken, Nachrichten lesen oder eben einfach im Internet surfen . Man kann fast alles unterwegs machen und ist natürlich auch fast jederzeit erreichbar .“ (2013_4: 62-71)

„Heute benutze ich den Computer oder das Handy mitsamt dem Internet für alles, ob privat die Sozialen Netzwerke, zum Spielen und einkaufen oder für die Uni zur Recherche und ganz banal als Duden und Taschenrechner . Oder ich nutze es für meinen Onlineshop, nicht nur zu verkaufen sondern auch zum Rechnungen schreiben, für meine Buchführung und um Produktbilder zu bearbeiten und einzustellen .

...auf meinem Smartphone befinden sich gefühlte 100 Apps … die das Leben leichter machen oder einfach zum Zeitvertreib . Da gibt es eine App zum Aufwachen, eine für die Bahn, eine für das Wetter, eine für meinen Stundenplan und eine für die Mensa und noch so viele mehr .“ (2013/14_11: 120-128)

„Mit 18 Jahren habe ich mein erstes Smartphone bekommen . Seitdem ist mein Handy ein sehr wichtiges Medium für mich, welches ich täglich nutze . Durch die vielen Funktionen ist das Smartphone nicht mehr nur Handy, sondern wie ein kleiner Computer für mich. Ich nutze das Handy zum Fotografieren, zum Telefonieren, zur Planung meiner Wochen, zur Internetrecherche, Whatsapp, Facebook, zum E-Mails abrufen, zum Musik hören und vielen mehr. Ich finde das Smartphone sehr hilfreich, da es durch die vielen verschiedenen Apps so unterschiedliche Möglichkeiten für alle Lebenslagen bietet und ortsunabhängig genutzt werden kann . Außerdem beinhaltet das Smartphone mehrere Geräte wie zum Beispiel den MP3-Player oder die Kamera . So kann man mit einem Gerät mehrere Gerät zusammen nutzen und miteinander verknüpfen . Zum Beispiel ein Foto machen und dieses direkt bei Facebook hochladen, ohne vorher nach Hause zu müssen und es mit dem PC zu synchronisieren .“ (2013/14_24: 17-27)

Alle drei Textpassagen verweisen auf die unterschiedlichen Funktionen, die die befragten Studierenden nutzen . Die Aufzählungen springen zwischen unterschiedlichen Lebensbereichen, in den das Smartphone eingesetzt wird und es wird immer wieder deutlich, wie wichtig Mobilität und Konnektivität sind . Darüber hinaus wird in allen drei Texten auf die Bedeutung von Apps, den kleinen Programmen, die das Smartphone an die persönlichen Bedürfnisse der Nutzer anpassen, verwiesen . In der Sprache der traditionellen Gerätewelt könnte man hier von Umbauten sprechen, die das Smartphone zu einem einzigartigen, auf eine Person zugeschnittenen Gerät machen . Mein Smartphone bedeutet: ‚meine' Apps, die an meine Anforderungen angepasst sind, und ‚meine' Kontakte, die mir dieses Gerät zugänglich macht . Das Smartphone ist meine persönliche Schaltzentrale, es ist an meine individuellen Bedürfnisse angepasst, ein personalisiertes Gerät[1] .

Begeisterung 2: Das Smartphone als Medium sozialer Einbindung

Das Smartphone ist ein ständiger Begleiter mit dem man ununterbrochen in Verbindung steht und der die Kontakte zur Außenwelt realisiert und verwaltet . Es ist ein Gefährte, der in allen Lebenslagen die Verbindung zu den persönlich relevanten Datenströmen aufrechterhält .

Aus Sicht der befragten Studierenden stellt das Smartphone unverzichtbaren Bestandteil der Pflege von privaten Kontakten dar und es ist ein Garant für die Einbindung in Freundschaftsgruppen . Das Smartphone bindet die Menschen in einem nicht mehr abreißenden Kommunikationsstrom ein . Die Studierenden sprechen von einer Erreichbarkeit „24/7“, also 24 Stunden täglich, 7 Tage in der Woche . Das Smartphone lässt sie rund um die Uhr an den Interaktionen in ihren Freundesgruppen teilhaben und es ermöglicht ihnen, sich jederzeit selbst einzuschalten und aktiv an der Kommunikation teilzunehmen . Man ist selbst permanent erreichbar und man kann alle anderen permanent erreichen . Der aktuelle Aufenthaltsort des physischen Körpers ist irrelevant, denn kommunikativ ist man immer in die eigene Gruppe eingebunden . Durch das Smartphone werden Gefühle der Zugehörigkeit verstärkt und die Kommunikation intensiviert, da aktuell Erlebtes und Erfahrungen spontan mit anderen geteilt werden können . Das macht den Umgang mit dem Smartphone zu mehr, als einer einfachen Gerätenutzung . Das Smartphone hält Informationen verfügbar, die für jungen Erwachsenen relevanten sind, es macht auf Anfragen von Dritten aufmerksam und es leitet die Reaktionen auf diese Informationen und Anfragen unmittelbar an die Adressaten weiter .

„Es kam die Verbindung von Handy und Internet; eine Kombination, die unsere Herzen höher schlagen ließ . Facebook, YouTube und Co waren für uns nun nicht mehr an den Laptop oder den Computer gebunden, sondern waren jederzeit mit uns unterwegs .“ (2013/14_2: 93-95)

„Heute ist es ein treuer Begleiter und überhaupt nicht wegzudenken . Es macht so viel möglich . Mit dem Smartphone ist man jeder Zeit erreichbar und kann auch mobil auf Emails zugreifen . Zudem kann man das Internet nutzen um schnell und effektiv an Informationen zu gelangen .“ (2013/14_27: 77-80)

„Mit 18 Jahren kaufte ich mir dann mein erstes Smartphone . Seit dem begleiten mich das Internet und meine Freunde überall mit hin . Am Anfang verbrachte ich jede freie Minute damit bei Facebook zu gucken, ob es Neuigkeiten gab . Außerdem schrieb ich eigentlich permanent mit meinen Freunden SMS . Nach und nach wurde das dann erst einmal weniger . Rund um die Uhr erreichbar war ich eigentlich dennoch . Ich verließ das Haus nicht ohne mein Handy . Heute habe ich immer noch ein Smartphone . Auf Facebook verbringe ich kaum noch Zeit . Dafür schreibe ich umso mehr mit meinen Freunden über Whatsapp . Ich bin dort in mehreren Gruppen gleichzeitig Mitglied, die eigentlich alle aktiv sind . Außerdem schreibe ich zusätzlich mit vielen privat . Erreichbar bin ich noch immer rund um die Uhr . Ich nehme mein Handy nach wie vor überall mit hin, wo ich hingehe . Wenn ich schlafe liegt es neben mir, da es auch gleichzeitig mein Wecker ist .“ (2013/14_37: 31-40)

Alle drei Belegstellen betonen die soziale Bedeutung des Smartphones, etwa wenn die Studierenden davon sprechen, dass es das Smartphone möglich macht, dass‚ihre Freunde jederzeit mit ihnen unterwegs sind' bzw ., dass ‚ihre Freunde sie überall begleiten' . Das Gerät selbst wird als ‚treuer Begleiter' bezeichnet, was ebenfalls auf die emotionale Bindung an das Smartphone verweist .

Zwischenresümee

Sowohl funktional – als Verwaltungszentrum alltäglicher Belange – als auch emotional – als Begleiter und Garant für Kommunikation und damit Einbindung – ist das Smartphone ein Gerät, das unverzichtbar erscheint .

„Aus unserem alltäglichen Leben sind Smartphones, Laptops, Tablets, das Internet, MP3-Player, SMS, E-Mail und Social Networks gar nicht mehr wegzudenken . Überall in der Stadt, auf dem Weg zur Uni, in der Stadtbahn, wartend am Bahnhof, in der Cafeteria oder sogar in den Veranstaltungen, ist das Handy ein ständiger Wegbegleiter . Ein Multifunktionstalent . Wir sind „Generation Facebook“ . Man kann sich darauf verlassen; Wikipedia weiß alles! Es wird gefacebookt, gegoogelt, getwittert, gebloggt, geskypt und noch vieles mehr . Musik ist digital überall abspielbar . Da fragt man sich: Wie konnte man vor gut zwanzig Jahren ohne diese technischen Errungenschaften, neuen Kommunikations- und Informationsmedien auskommen?“ (2013_1: 1-9)

Anforderungen 1 Aufmerksamkeits- und Reaktionszwang

Da das Smartphone permanent online ist und damit in real time funktioniert, muss man es permanent im Auge behalten, wenn man nichts verpassen will . Das können wichtige Informationen sein, die für das Studium relevant sind, aber auch Absprachen zu gemeinsamen Aktionen in der Freundesgruppe . Wichtige Informationen zu versäumen kann also sowohl auf beruflicher, studiumsbezogener als auch auf privater Ebene zu Nachteilen und zu Ausschluss führen . Neben dem Aufmerksamkeitsdruck beklagen die jungen Erwachsenen aber auch den Erwartungsdruck, den das Smartphone erzeugt . Permanente Erreichbarkeit und unmittelbare Reaktion wird inzwischen als normal angesehen . Um den Erwartungen zu genügen, muss immer wieder kontrolliert werden, ob neue Informationen eingegangen sind und wenn ja, dann sollte auf diese prompt reagiert werden . Der vom Smartphone ausgehende Sog scheint keine Relevanzhierarchie zu berücksichtigen. Jede Information verpflichtet zur Reaktion, die dann vom Smartphone des Empfängers in eine ihrerseits wieder Reaktionen einfordernde Information transformiert wird. Das Smartphone verpflichtet also zu fortwährender digitaler Arbeit .

Durch diesen vom Smartphone ausgehenden Aufmerksamkeits- und Reaktionszwang fühlen sich die jungen Menschen genervt, selbst wenn ihnen bewusst ist, dass sie es ja selbst sind, die immer und überall dabei sein wollen . Ein Abschalten scheint unmöglich zu sein, wodurch sich einige der befragten Studierenden geradezu unter Druck gesetzt fühlen .

„Trotzdem birgt das Smartphone auch Nachteile . Mich stört mittlerweile die ständige Erreichbarkeit, die oft auch schon von anderen erwartet wird . Wenn man sich nicht innerhalb weniger Minuten zurückmeldet, wird schon angenommen, dass zum Beispiel etwas passiert ist . Es ist schwieriger, einfach mal abzuschalten, gerade auch deswegen, weil in sozialen Netzwerken wie Facebook ständig etwas Neues passiert . Aber auch die Universität trägt dazu bei, indem ich ständig neue Mails bekomme .“ (2013_13: 54-70)

„Natürlich hat es viele Vorteile immer erreichbar zu sein, allerdings setzt es mich teilweise auch sehr unter Druck . Man hat das Gefühl immer antworten zu müssen und es fällt einem schwer einfach mal abzuschalten und nicht über Mails oder andere Nachrichten nachzudenken .“ (2013_18: 19-22)

Eine Form auf den empfundenen Druck zu reagieren ist die Etablierung habitualisierter Verhaltensweisen, die quasi automatisch ablaufen und den User zu einem Teil des Systems Smartphone machen .

„Mein heutiger Alltag beginnt damit das ich auf mein Handy gucke, Nachrichten checke und einmal bei Facebook rein schalte und endet mit genau derselben Reihenfolge wie er begonnen hat .“ (2013/14_5: 99-101) „Heute vergehen kaum 15 Minuten ohne das mein Handy, piepst, brummt, summt oder klingelt, ich bekomme über alles Berichte ob über E-Mails, SMS, laufende eBay Auktionen, DaWanda Verkäufe, Facebook und WhatsApp Nachrichten, oder schlicht und einfach das neuste Update . Ob ich das tatsächlich alles brauche und immer zu jeder Zeit jede Information abrufbar haben muss ist fraglich, aber ich kann es also tu ich es . Selbst vorm Einschlafen gucke ich nochmal schnell aufs Handy ob nicht noch etwa wichtiges ist, irgendeine Kundin einen extra Wunsch hat oder ob bei Facebook irgendein Geburtstag ansteht . Und morgens nach dem Aufwachen, mein Handy ist auch mein Wecker, das gleiche Spiel .“ (2013/14_11: 129-136)

Anforderungen 2 Kritische Reflektion smartphone-zentrierter Verhaltensweisen

Der unter Anforderungen 1 . beschriebene Aufmerksamkeits- und Reaktionszwang scheint zu smartphone-zentrierten Verhaltensmustern geführt zu haben, die von den jungen Menschen durchaus kritisch reflektiert werden. Das Medium hat eine Omnipräsenz gewonnen, die in einigen Situationen als übertreiben bzw . unangemessen empfunden wird .

„… aber bei Personen, die die ganze Zeit über nur mit ihrem Handy spielen wundere ich mich doch, wieso sie anwesend sind. Viel nerviger finde ich das Ganze jedoch bei persönlichem Kontakt, wenn Menschen zum Beispiel im Gespräch nebenbei im Internet sind und nur auf ihr Handy starren, ist das irgendwie unangenehm .“ (2013_7: 80-84)

„Mittlerweile scheinen alle immer und permanent mit ihren Handys bzw . Smartphones beschäftigt zu sein . Statt sich die Zugfahrt mit einem Buch zu vertreiben, dient das Handy z . B . dazu Musik zu hören oder im Internet zu surfen . Schockierend ist, dass sogar bei Verabredungen im Restaurant, die Handys permanent präsent sind . Anstatt Unterhaltungen zu führen, starrt jeder auf sein Handy, schreibt SMS oder surft im Internet . Die meisten Gespräche, die dann mit dem Handy in der Hand geführt werden, scheinen dann auch in erster Line über diese bzw . irgendwelche Dinge die z . B . bei „facebook“ gepostet werden zu gehen .“ (2013/14_10: 45-51)

„Spätestens, wenn man mit Freunden zusammensitzt und irgendwann jeder sein Smartphone in der Hand hält, denke ich mir, wie traurig diese Entwicklung ist – trotz der vielen guten und innovativen Funktionen, auf die irgendwie auch keiner verzichten möchte .“ (2013/14_16: 137-140)

Alle drei Aussagen machen deutlich, dass das face-to-face Gespräch unter der permanenten Konzentration auf das Smartphone leidet . Die im Smartphone angelegte Aufmerksamkeitsforderung hat anscheinend zu Verhaltensweisen geführt, die Kommunikation und Interaktion mit Freunden, stört und vielleicht sogar zerstört .

  • [1] Merrin (2014) spricht von Me-dia, um die Fokussierung der Medienwelten auf das Me, auf mich als Zentrum meiner Medienökologie zu betonen . Diese Personalisierung findet sowohl auf der Geräteebene als auch auf der inhaltlichen Ebene statt .
 
< Zurück   INHALT   Weiter >