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Medienkompetenz 2.1

Thomas Walden

Zu Beginn des 21 . Jahrhunderts steht die Medienpädagogik aufgrund einer explosionsartig anwachsenden Informationsflut und der technischen Innovationsleistungen vor großen Herausforderungen . Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob und wie die Medienpädagogik diesen Herausforderungen begegnen kann . Kann das von Dieter Baacke entwickelte Medienkompetenzmodell noch als Instrument der Orientierung dienen? Wenn ja, vor welche Aufgaben ist die Förderung von Medienkompetenz gestellt? Der Beitrag skizziert das Feld exemplarisch anhand des Digital Storytelling und markiert einige Eckpunkte medienpädagogischer Handlungsorientierung: z . B . das Peer-to-Peer-Learning (insbesondere in digitalen Kontexten), emergentes lösungsorientiertes Denken, Initiierung von Networkingprozessen sowie Moderations- und Coachingkompetenzen .

Abbildung 1 Der Löwe von Amphipolis, Fotografie von Thomas Walden, 2011

Am 11 . August 2014 meldet ‚Greek Reporter', dass nahe des griechischen Städtchens Amphipolis ein königliches Grab aus dem vierten Jahrhundert vor Christus entdeckt wurde, dessen Radius ein bis dahin ungekanntes Ausmaß hat (Kalmouki 2014) . Mit dieser Meldung beginnt ein monatelanges Rätselraten, um wessen Grab es sich handelt . In Online-Nachrichten, aber auch auf Blogs und in sozialen Netzwerken werden Mutmaßungen über den Inhaber des Grabes rund um den Globus regelmäßig aktualisiert . Die Spekulationen reichen von makedonischen Königen über Olympias, der Mutter Alexanders des Großen, bis hin zu seinen Generälen, seinem Gefährten Hephaistion oder auch Alexander selber . Das Grab ist innen, nach Mitteilung der Archäologen, mit Marmor ausgekleidet und mit aufwändig verzierten Säulen, Mosaiken und Wänden sowie steinernen Statuen, u . a . so genannten Karyatiden, dekoriert . (Christides 2014; Pringle 2014; Pruitt 2014; Woollaston 2014; Zafiropoulos und Pavlos, 2014; The Amphipolis Tomb 2014; facebook – Amphipolis Tomb 2014; tumblr – Amphipolis 2014) . Trotzdem fallen die Hinweise auf den Inhaber des Grabes bei den Ausgrabungen spärlich aus . Aber dieser Fund bestätigt – auf den ersten Blick – einmal mehr die Redensart: Dinge, die in Stein gemeißelt sind, sind dauerhaft . Offensichtlich überdauern die in dem Grab gelagerten Informationen ohne Probleme Jahrtausende . Zugleich eröffnen sie aber auch einen scheinbar unendlichen Raum für Spekulationen .

 
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