Bildungspfade im Schweizerischen Bildungssystem

Im Folgenden werden einige, für das Verständnis der Rekonstruktion der individuellen Bildungspfade wesentlichen, Merkmale des schweizerischen Bildungssystems beschrieben. [1]

Nach der obligatorischen Schule folgt die Sekundarstufe II auf der mit den gymnasialen Maturitätsschulen eine akademische und mit der beruflichen Grundbildung (Lehre) eine berufliche Ausbildung möglich ist. Ein Abschluss auf Sekundarstufe II ermöglicht sodann den direkten Einstieg ins Berufsleben. Daneben bietet diese Stufe aber auch die Möglichkeit sich auf die Ausbildungen der Tertiärstufe vorzubereiten. Die Tertiärstufe bietet ebenfalls wiederum mit den Universitären Hochschulen (inkl. ETH) eine akademische Ausbildung sowie mit den Fachhochschulen und der höheren Berufsbildung (Höhere Fachschule, eidgenössischen Berufsprüfung oder höheren Fachprüfung) eine berufliche Ausbildung an. [2] In Abbildung 1 sind diese für die Definition der Bildungspfade wesentlichen Bildungsstufen vereinfacht dargestellt.

Abbildung 1 Das schweizerische Bildungssystem. Quelle: Eigene Illustration, basierend auf SKBF 2006, 2010, 2014; EDK, 1995 und dem Schweizerischen Bildungsserver (educa.ch).

  • [1] Einen detaillierten Einblick in das Schweizer Bildungssystem liefern beispielsweise die Bildungsberichte (SKBF 2010, 2014) der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung. Weitere Informationen zum Schweizerischen Bildungssystem können ebenfalls dem ersten Kapitel dieses Sammelbandes „Thematische Einführung und Überblick“ entnommen werden.
  • [2] Die Hochschullandschaft der Schweiz beinhaltet – neben konventionellen Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen – Fachhochschulen und Pädagogische Hochschulen. Fachhochschulen zeichnen sich durch praxisorientierte Studien und anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung aus und bereiten auf berufliche Tätigkeiten und berufsqualifizierende Abschlüsse vor. Mit ihrem beruflichen Fokus stellen sie somit einen gleichwertigen, aber andersartigen Hochschultypus dar (SKBF 2014; Hoeckel et al. 2009). Auf pädagogische Hochschulen, welche die Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen sicherstellen, wird in dieser Arbeit nicht eingegangen. Diese Schulen verlangen in der Regel eine gymnasiale Maturität, wobei auch Absolventen mit Berufsmaturität, bzw. einer Berufslehre, zu gewissen Studiengängen Zutritt haben.
 
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