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4 Daten und empirisches Vorgehen

Im folgenden Kapitel beschreiben wir zunächst den Datensatz Mikrozensus Aus- und Weiterbildung 2011 (MZB, 2011), welchen wir für unsere empirische Analyse verwenden. In einem nächsten Schritt beschreiben wir das schweizerische Bildungssystem und erläutern, wie wir die Bildungspfade der zu untersuchenden Personen, sowie die Klassifikation der Ausbildung ihrer Eltern definieren. Zum Schluss gehen wir kurz auf die Schätzmethode ein, die wir für die vorliegende Analyse verwenden.

4.1 Mikrozensus Aus- und Weiterbildung

Beim Mikrozensus Aus- und Weiterbildung 2011 handelt es sich um eine Stichprobenerhebung des Bundesamtes für Statistik, die Bestandteil der Schweizer Volkszählung ist. Die Erhebung wurde mittels computergestützten telefonischen Interviews (CATI) durchgeführt. Befragt wurden Personen, die zwischen 15 und 74 Jahren alt sind und ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz haben. Die Erhebung ist repräsentativ und enthält Informationen zu mehr als 13'000 Personen. Diese Informationen beinhalten – neben soziodemographischen Eckdaten zu Alter, Geschlecht, beruflichem Status, etc. – detaillierte Angaben bezüglich der Bildungslaufbahn. Hierzu werden für jede Person alle Ausbildungsschritte dokumentiert (Bildungsstufe, Bildungstyp und Abschlussjahr). Dadurch können komplette individuelle Ausbildungspfade rekonstruiert werden, was für unsere Studie wesentlich ist.

Für unsere empirische Analyse fokussieren wir auf Personen, die eine Ausbildung auf tertiärer Stufe aufweisen und zwischen 25 und 65 Jahren alt sind. Es ist davon auszugehen, dass eine bedeutende Anzahl von Personen unter 25 Jahren ihren Bildungspfad noch nicht abgeschlossen hat (was durch die Daten ebenfalls bestätigt wird). Für Personen über 25 Jahren berücksichtigen wir zudem, ob sie sich in einer laufenden formellen Ausbildung auf tertiärer Stufe befinden. Die obere Altersgrenze entspricht dem gesetzlichen Rentenalter für Männer im Jahr 2014. Aufgrund der begrenzten Vergleichbarkeit werden zudem Personen mit abgeschlossener Fachmittelschule[1] und Lehrerausbildung aus unserer Analyse ausgeschlossen. Wir erhalten daraus eine Stichprobe mit 2322 Personen, für die wir Angaben zu allen für uns relevanten Variablen haben.

  • [1] Fachmittelschulen bieten auf Sekundarstufe II eine dreijährige Vollzeitausbildung an. Zum Einen vermittelt diese eine vertiefte Allgemeinbildung; zum Anderen bieten sie berufsbezogene Fächer an, die auf die Berufsfelder soziale Arbeit, angewandte Psychologie und Pädagogik, Kommunikation und Information, Musik und Theater, sowie Gestaltung und Kunst vorbereiten. Fachmittelschulen bieten Zugang zu bestimmten höheren Fachschulen. Mit zusätzlicher ergänzender Allgemeinbildung erlauben sie zudem Zugang zu pädagogischen Hochschulstudiengängen, mit Fachmaturitätszeugnis Zugang zu bestimmten Fachhochschulgängen (SKBF 2006, S. 107).
 
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