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4.5 Framing Ansatz

Die Problematik der Prekarisierung stellt kein Einzelphänomen des sozialen Bereichs dar, davon betroffen sind mehr oder weniger alle Berufsgruppen. Dies erschwert die Thematisierung des Problems, da der Vergleich mit anderen Berufsgruppen als Gegenargument zur Thematisierung genutzt wird. Die öffentliche Aufmerksamkeit für dieses Thema ist daher eher als gering einzuschätzen, hingegen die Aufmerksamkeit bei den Betroffenen und den künftig Betroffenen, den Studierenden, sehr wohl zu erwarten ist. Eine Voraussetzung hierfür bildet das Grundverständnis für die politischen Zusammenhänge und die Vorstellung, dass die Verhältnisse veränderbar sind. Aus den beiden Entwicklungsursprüngen geht jedoch eine entpolitisierende Neigung hervor (Kap. 2.1.2), welche bei Vernachlässigung die aktuellen Entwicklungen der Prekarisierung begünstigt. Es scheint notwendig zu sein, dass die SozialarbeiterInnen stets an die Entwicklungsursprünge erinnert werden, damit diese ihre Professionalität nicht verlieren.

Hierbei haben die Hochschulen aus Sicht mehrerer Paradigmen eine große Bedeutung, da in keiner anderen Zeit die künftigen SozialarbeiterInnen wieder an einem Ort vereint sein werden (Collective Identity Ansatz). Damit verbunden ist die Thematisierung der Problematik (Framing Ansatz), die nur in dieser Zeit höchst effektiv sein kann, und auch hinsichtlich der Bewegungsorganisation (RM-Ansatz) scheint keine Phase besser geeignet. Aus diesen Gründen haben die Hochschulen für Sozialer Arbeit eine Schlüsselposition in der Bearbeitung der Thematik inne.

Den Anzeichen nach hat die zunehmende Methodenfixierung im Studium zu einer unpolitischen Ausbildung geführt, welche von daher wieder stärker im Studium berücksichtigt werden muss. Dies sollte jedoch nicht nur aus Gründen der eigenen Professionalität geschehen, sondern auch wegen der zu erwartenden Zunahme der Prekarisierung bedarf es zwingend der Thematisierung an den Hochschulen.

4.6 Faktorenübersicht in der Sozialen Arbeit

Insgesamt ergibt sich aus dieser Zusammenfassung die in Abbildung 38 dargestellte Übersicht aus der Perspektive der Bewegungsforschung für die

Soziale Arbeit. Angesichts dieser Vielzahl an Faktoren, welche die Herausbildung einer sozialen Bewegung innerhalb der Sozialen Arbeit hemmen, scheint die Wahrscheinlichkeit ihrer Entstehung derzeit äußerst unwahrscheinlich zu sein, trotz der zunehmenden Prekarisierung in dieser Berufsgruppe.

 
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