Forschungsfragen

1. Inwieweit ist das Verbundenheitsgefühl zwischen dem begleiteten Wohngebiet (Galgenhalde) und den weiteren nicht begleiteten Wohngebieten des Bau-und Sparvereins bei den beiden Bewohnergruppen unterschiedlich stark ausgeprägt?

2. Inwieweit ist das subjektive Wohlbefinden, das die Bewohner im Blick auf ihr Wohnhaus und Wohnquartier empfinden, zwischen den Wohngebieten unterschiedlich stark ausgeprägt?

3. Welchen subjektiven Stellenwert haben „Nachbarschaft“ und „Nachbarschaftlichkeit“ bei den Bewohnern der Galgenhalde im Vergleich zu den Bewohnern der nicht begleiteten anderen Wohngebiete?

4. Inwieweit unterscheiden sich Personen, die in der Galgenhalde leben und Personen, die in den weiteren nicht begleiteten Wohngebieten des Bauund Sparverein eG leben, in ihrem gegenseitigen Interesse bzw. in ihrem Wissen voneinander?

5. Inwieweit unterscheiden sich die Nachbarschaftskontakte unter den Bewohnernder Galgenhalde und unter den Bewohnern der nicht begleiteten weiterer Wohngebiete in ihrerIntensität?

6. Inwiefern gleichen bzw. unterscheiden sich die Bewohner der beiden Wohngebiete inihren normativen Haltungen bezogen auf Nachbarschaft und Nachbarschaftlichkeit?

7. Wird in der Galgenhalde unter Nachbarn mehr praktische soziale Unterstützung geleistet als in den weiteren unbegleiteten Wohngebieten?

Methodisches Vorgehen

Die quantitativen Daten wurden mittels einer standardisierten schriftlichen Gesamtbefragung aller Bewohnerhaushalte des Bauund Sparvereins eG erhoben. [1] Um den Fragebogen für alle Bevölkerungsschichten und auch für Personen mit sprachlichen Schwierigkeiten zugänglich zu halten, wurde dieser in besonderem Maße sprachlich einfach aufgebaut[2]. Um eine hohe Rücklaufquote und die Motivation zur Mitarbeit zu sichern und Überforderung zu verhindern, wurde der Fragebogen zudem auf wenige essenzielle Fragen reduziert.

Sechs Dimensionen wurden in den Fragebogen, welcher 15 Items umfasst, aufgenommen. [3] Sie werden unter 8.3. vorgestellt.

Alle statistischen Berechnungen zu den unter 8.3. dargestellten Antworten beziehen sich auf den Vergleich des Fragebogenrücklaufs aus dem Wohnquartier Galgenhalde und den restlichen Wohngebieten des Bauund Sparverein eG. Zum Vergleich zwischen dem Gebiet mit Intervention während des Forschungszeitraums (Quartier Galgenhalde) und den restlichen Wohngebieten des Bauund Sparverein eG, in denen keine Intervention stattfand, wurde die Gesamtstichprobe in zwei Gruppen aufgeteilt. Des Weiteren werden die jeweiligen Ergebnisse unter Berücksichtigung verschiedener Schichtungsvariablen differenziert dargestellt und auf statistisch relevante Unterschiede geprüft. Wichtige Unterschiede in den Einzelergebnissen werden tabellarisch und/oder grafisch dargestellt sowie der Signifikanzwert des jeweiligen vergleichenden Verfahrens angegeben. Gruppenunterschiede werden statistisch mit dem Chi-Quadrat-Test geprüft.

Schichtungen[4] werden nur dann vorgestellt, wenn sie von fachlichem Interesse sind beziehungsweise wenn sie auf interessante Ergebnisse hinweisen.

  • [1] Der Fragebogen wurde, vor dem Hintergrund bisheriger qualitativer und auch quantitativer Forschungserkenntnisse und praktischer Arbeitserfahrungen, standardisiert konstruiert. Er umfasst ausschließlich geschlossene Fragen mit vorgegebenen Antwortkategorien. Die geschlossenen Fragen sind teilweise als Einzelnennungen und teilweise als Mehrfachnennungen konzipiert. Es wurden vierund fünfstufige Likertskalen mit verbaler Bezeichnung der Anfangsund Endkategorien und bipolaren Antwortmöglichkeiten verwendet.Auch eine quantitative Datenerhebung mittels Fragebogen kann den Effekt sozialer Erwünschtheit nicht ausschließen. Um diesen zumindest zu reduzieren, wurden die Fragen möglichst neutral formuliert und die Befragung anonym durchgeführt (vgl. Diekmann 2005, S. 382–385). Die im Forscherteam entwickelten Erhebungsinstrumente wurden vor der Durchführung der Befragung im Rahmen von Pretests mit Zielpersonen auf Zielführung, Verständlichkeit und zeitlichen Umfang hin überprüft.
  • [2] Zu einzelnen Begrifflichkeiten beziehungsweise Formulierungen: • Der Begriff „Wohnquartier“ wurde nach dem Pretest im Fragebogen vermieden, es wurde stattdessen auf das Etikett „Wohngebiet“ zurückgegriffen, da dieses alltagssprachlich häufiger genutzt wird. •Der Begriff „Nachbar“ wurde vermieden, da die Pretests zeigten, dass die Personen diesen Begriff höchst unterschiedlich definierten. Stattdessen wurde im Fragebogen der Begriff „Bewohner“ verwendet, der subjektiv als neutral empfunden wurde und jegliche Art der Beziehung zulässt. • Wenn bei der Ergebnisberichterstattung von den Bewohnern der Galgenhalde beziehungsweise des Bauund Sparvereins eG gesprochen wird, dann sind damit immer nur die an der Studie teilnehmenden Bewohner gemeint. Um eine bessere Lesbarkeit zu sichern, wird dies nicht immer ausdrücklich erwähnt. Um wie viele Personen es sich bei den einzelnen Darstellungen der Ergebnisse handelt, geht jeweils aus den Ergebnisdarstellungen zu den Einzelfragen anhand des „n“ hervor.
  • [3] Vorgehen bei der Erhebung: Die Fragebogen wurden an alle Mieterhaushalte des Bauund Sparvereins von der Genossenschaft postalisch versandt. Jeder Haushalt bekam, unabhängig von der Anzahl an Haushaltsmitgliedern, ein Fragebogenexemplar zum Ausfüllen und einen frankierten Rückumschlag. Ein Begleitschreiben des Bauund Sparvereins eG und des Forschungsinstitutes, in dem auf die Freiwilligkeit der Teilnahme hingewiesen und eine anonyme Auswertung zusichert wurde, waren beigelegt.
  • [4] Mögliche Schichtungsvariablen (für Gruppenvergleiche) sind: • Wohngebiete: Galgenhalde – weitere Wohngebiete; • Herkunftsland: Deutschland – andere Länder; • Haushaltsstruktur: Einpersonenhaushalte – Mehrpersonenhaushalte (Alleinlebende – restliche Wohnformen);• Alter: über 60 Jahre, bis 60 Jahre;5 Altersgruppen differenziert: Alterskategorien sind 19bis 30-jährige Personen, 31bis 60-jährige Personen, 61bis 75-jährige Personen, 76bis 98-jährige Personen.
 
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