Erhalt von praktischer Hilfe

Bedeutsam in unserem Zusammenhang ist neben der gegenseitigen Beratung der Bewohner die praktische gegenseitige Hilfe (Tab. 8.33).

Es zeigt sich eine leichte Tendenz, dass die Respondenten, die Bedarf an Hilfe haben, aus der Galgenhalde anteilig häufiger praktische Hilfe erhalten (60,4 zu 46,5 % in den weiteren Wohngebieten). Allerdings zeigen sich hier keine signifikanten Unterschiede zwischen den Wohngebieten. Über die Hälfte (55 %) aller Respondenten gibt an, bisher keinen Bedarf an praktischer Hilfe gehabt zu haben. Allerdings erhalten in der Galgenhalde die Respondenten, die über 60 Jahre alt sind, anteilig häufiger praktische Hilfe (73,1 %) gegenüber den Respondenten, die über 60 Jahre alt sind und in den weiteren Wohngebieten des Bauund Sparverein eG leben (46,0 %). Der Unterschied verfehlt allerdings das Signifikanzlevel.

Erhalt von emotionaler Hilfe

Die Wohngebiete unterscheiden sich im Empfang von emotionaler Hilfe voneinander. Die Bewohner der Galgenhalde bekommen tendenziell häufiger emotionale Hilfe von Menschen aus dem Haus oder Wohngebiet. Auch diese Unterschiede sind jedoch nicht signifikant und bei einer differenzierten Analyse für Personen über 60 Jahre zeigten sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Wohngebieten (vgl. Tab. 8.34).

Tab. 8.35 Aussage im Fragebogen: „Ich erhalte derzeit Versorgung im Krankheitsfall“

Gebiet

Gesamtstichprobe ( n = 135)

Galgenhalde ( n1 = 37)

Weitere Wohngebiete ( n2 = 98)

Antwortkategorien

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Hilfe erhalten

51

37,8

15

40,5

36

36,7

Noch nie Hilfe

erhalten

84

62,2

22

59,5

62

63,3

Erhalt von Versorgung im Krankheitsfall

Im Kontext der Altenhilfeplanung spielt die (zeitlich befristete) Versorgung im Krankheitsfall beziehungsweise die Versorgung durch Nachbarn im Hilfemix eine wichtige Rolle.

Bisher hatte eine deutliche Mehrheit der Respondenten im Falle von Krankheit keinen Bedarf an Hilfeleistung von Personen aus der Nachbarschaft (67,3 %). Die Respondenten, die einen Bedarf hatten, gaben zu rund 38 % an, dass sie derzeit „Selten“ bis „Oft“ Versorgung im Krankheitsfall durch Nachbarn erhalten. Die Wohngebiete unterscheiden sich zwar voneinander, allerdings ist dieser Unterschied nicht signifikant (vgl. Tab. 8.35).

Auch bei einer differenzierten Analyse für Personen über 60 Jahre zeigten sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Wohngebieten.

Erhalt von Hilfe bei der Pflege

Eine große Mehrheit aller Antwortenden (74,4 %) gibt an, dass sie bisher keinen Bedarf an Unterstützung im Bereich der Pflege durch Nachbarn hatten. Die weiteren Respondenten, die Bedarf hatten beziehungsweise haben, erhalten zu 27 % Hilfe durch Nachbarn. 73 % haben trotz potenziellen Bedarfs keine Hilfe durch Nachbarn bekommen. Zwischen den Wohngebieten gibt es zwar keine statistisch signifikanten Unterschiede im Hilfeerhalt bei der Pflege. Anteilig zeigt sich allerdings, dass die Bewohner der Galgenhalde häufiger angeben, Hilfe bei der Pflege aus der Nachbarschaft zu erhalten, als die Bewohner der weiteren Wohngebiete (vgl. Tab. 8.36).

Eine differenzierte Analyse nach Personen über 60 Jahre kann aufgrund der niedrigen Fallzahl keine klaren Hinweise geben.

Insgesamt zeigt sich im Themenfeld 4, dass statistisch gesehen auch aktive Nachbarschaft nur selten aktive Hilfe ist. Dies gilt offenbar auch dann, wenn im Rahmen der einzelfallbezogenen Analysen festgestellt werden kann, dass für einzelne Menschen eine systematisch gepflegte Nachbarschaftlichkeit positive Wirkung zeigt (vgl. Kap. 3, 4, 5, 6, 7).

Tab. 8.36 Aussage im Fragebogen: „Ich erhalte derzeit Hilfe bei der Pflege“

Gebiet

Gesamtstichprobe ( n = 111)

Galgenhalde ( n1 = 29)

Weitere Wohngebiete ( n2 = 82)

Antwortkategorie

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Hilfe erhalten

30

27,0

10

34,5

20

24,4

Noch nie Hilfe

erhalten

81

73,0

19

65,5

62

75,6

Tab. 8.37 Aussage im Fragebogen: „Wenn Sie aus irgendeinem Grund aus Ihrem Wohngebiet wegziehen müssten, wie sehr würden Sie dies bedauern?“

Gebiet

Gesamtstichprobe ( n = 432)

Galgenhalde ( n1 = 129)

Weitere Wohngebiete ( n2 = 303)

Antwortkategorien

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Anzahl

In %

Ich würde es sehr bedauern

218

50,5

76

58,9

142

46,9

Teils – teils

164

38,0

37

28,7

127

41,9

Ich würde es nicht bedauern

50

11,6

16

12,4

34

11,2

Themenfeld 5: Bleiben wollen im Quartier

Wer sich wohlfühlt, will im Quartier bleiben. Wer im Quartier bleibt, kann dort wirken und die Kontakte nutzen.

Die Wohngebiete im Vergleich: In der Galgenhalde gaben 58,9 % der antwortenden Bewohner an, dass sie einen Wegzug sehr bedauern würden, in den anderen Wohngebieten waren das 46,9 %. Bei der Antwort „Teils-teils“ gab es deutliche Unterschiede: in der Galgenhalde 28,7 %, bei den restlichen Gebieten machte der Anteil 41,9 % aus. Dass sie es „gar nicht bedauern“ würden, gaben in der Galgenhalde etwas mehr Bewohner (12,4 %) an als in den weiteren Wohngebieten (11,2 %). Die Unterschiede zwischen den Wohngebieten sind signifikant mit p = 0.032 (vgl. Tab. 8.37). Interessant sind auch altersbezogene Unterschiede.

Am Antwortverhalten der Respondenten zeigt sich (erwartungsgemäß), dass die mobileren jüngeren Antwortenden es in allen beiden Wohngebieten weniger bedauern würden, wegzuziehen, als ältere Bewohner. Die Unterschiede zwischen den Altersgruppen sind in beiden Wohngruppen hoch signifikant ( p = 0.000) (vgl. Tab. 8.38).

Tab. 8.38 Frage im Fragebogen: „Wenn Sie aus irgendeinem Grund aus Ihrem Wohngebiet wegziehen müssten, wie sehr würden Sie dies bedauern?“

Gebiet

Gesamtstichprobe ( n = 432)

Galgenhalde ( n1 = 127)

Weitere Wohngebiete ( n2 = 303)

Altersgruppen

Jüngere

Ältere

Jüngere

Ältere

Jüngere

Ältere

Antwortkategorien

In %

In %

In %

In %

In %

In %

Ich würde es sehr

bedauern

41,1

62,3

49,3

70,7

37,6

58,6

Teils – teils

43,2

31,4

32,4

24,1

47,6

34,6

Ich würde es nicht

bedauern

15,8

6,3

18,3

5,2

14,7

6,8

 
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