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2.3.1 Was sind Settings?

„Die WHO (WHO Europe, 1998) definiert Settings (engl.: Umgebung, Schauplatz) als >>the place or social context in which people engage in daily activities in which environmental, organizational and personal factors interact to affect health and wellbeing<<“ (Engelmann/Halkow 2008, S. 28). Zudem wird unter einem Setting ein Ort oder ein sozialer Kontext verstanden, der neben der physischen Begrenzung „(...) sich durch Beteiligte mit verschiedenen Rollen auszeichnet und über eine Organisationsstruktur verfügt“ (ebd., S. 26). Neben der WHO-Definition von Settings existieren weitere Beschreibungsversuche. Es lässt sich ein gemeinsamer Nenner in all den verschiedenen Beschreibungsversuchen feststellen, nämlich dass ein Setting ein „anerkanntes soziales System“ darstellt. Zudem beeinflussen die in Frage kommenden sozialen Systeme die Gesundheit. Schließlich lässt sich festhalten, dass zweckrationale Organisationen, wie der Arbeitsplatz, leichter zu beeinflussen und gestalten sind als weniger formalisierte Lebensbereiche, wie Familien.

Folglich wird der Fokus statt auf den einzelnen Menschen und sein individuelles Verhalten, auf gesundheitliche Belange von Individuen in ihren sozialen und gesellschaftlichen Systemen gerichtet. Hierbei muss jedoch eine Unterscheidung zwischen „Gesundheitsförderung im Setting“ und „gesundheitsfördernde Settings“ vollzogen werden. Ersteres nutzt lediglich den sozialen und organisatorischen Rahmen Setting, um Zugang zu den Zielgruppen zu erhalten und dort schließlich traditionelle Aktivitäten der Gesundheitsaufklärung stattfinden zu lassen. Letzteres wiederum versucht das System als Ganzes zu einem „gesundheitsfördernden Setting“ zu formen. Der Begriff Setting-Ansatz lässt sich zum „gesundheitsfördernden Setting“ zuordnen und hat die Zielsetzung, die gesundheitlichen Belange in allen Bereichen des Settings zu integrieren. Dies schließt sowohl die Alltagsroutine des Denkens und Handelns der Settingmitglieder als auch des Managements mit ein (vgl. Naidoo/ Wills 2010, S. 310). Denn nach Barić/Conrad (1999) kann als konzeptionelles Grundmerkmal des Setting-Ansatzes festgestellt werden, dass er im Grunde eine systemische Strategie ist, „(...) die sich der Prinzipien der Organisationsentwicklung bedient“ (Engelmann/Halkow 2008, S. 34) und ist deshalb ein langfristig angelegter Ansatz. „In der Regel beginnt er mit der Umsetzung spezifischer Projekte, die darauf ausgerichtet sind: gesunde Arbeits- und Lebensbedingungen in dem Setting zu schaffen, eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik in dem Setting zu entwickeln, die Gesundheitsförderung in das Qualitäts- und Evaluationsmanagement des Settings zu integrieren, um belegen zu können, wie und wieweit die Gesundheitsförderung zur Steigerung der allgemeinen Leistungen und Verbesserung der Kernaufgaben des Settings beitragen kann“ (Naidoo/Wills 2010, S. 310).

 
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