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3.6 Konjunkturen in Zeit und Raum: ASID als Analysegrundlage

Wie schon im Hinblick auf die Debatte um „Neoliberalismus vs. Sozialdemokratie“ angemerkt, kommt in dieser Arbeit der Einbeziehung von Struktur und Handlung besondere Bedeutung zu. Jessops strategisch-relationaler Zugang (Jessop 2007a) begegnet dieser ontologischen Frage üblicherweise mit dem Element der Strategie, das als eine Art „Scharnier“ dienen soll, um den bei Giddens (1988) präsenten Dualismus (Struktur und Handlung als „zwei Seiten einer Münze“; vgl.: Görg 1994) zu überwinden. Stattdessen thematisiert Jessop das Zusammenwirken von strategischen Akteuren in einem strategisch selektiven Kontext. In diesem Zusammenhang wird der Begriff der Strategie weit gedehnt, da selbst bei routinisiertem und habituellem Handeln strategisch kalkulierende Akteure angenommen werden (vgl.: Hay 2002, S. 126ff.).

Um die dadurch aufgeworfenen Probleme zu vermeiden, bietet sich eine andere Operationalisierung von Jessops Zugang an, die er gemeinsam mit Moulaert im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projektes DEMOLOGOS entwickelte. In einem noch unveröffentlichtem Papier (Moulaert und Jessop 2006) bearbeiten sie die ontologische Frage nach Struktur und Handlung auf methodologischer Ebene als dynamisches Wechselspiel von Institutionen und Diskursen. Im ASID-approach (Agency, Structure, Institutions, Discourse) werden Institutionen – analog zu den vorher dargestellten Zugängen des historischen Institutionalismus – definiert als “'socialised structure', i.e. a relatively enduring ensemble of structural constraints and opportunities insofar as they appear in the form of a more or less coherent, interconnected set of routines, conventions, rules, sanctioning mechanisms, and practices that govern more or less specific domains of action” (Moulaert und Jessop 2006, S. 3). Institutionen fungieren als Mediatoren zwischen Struktur und Handlung, da sie Handlungen sowohl ermöglichen als auch einschränken und somit selektiv Handlungsspielräume eröffnen. Diskurs wird breit als “the intersubjective production of meaning” (ebd.) definiert und soll vor allem dem besseren Verständnis hegemonialer Konstellationen dienen:

“Relevant issues here include: developing new imaginaries that see the world differently, that provide different narratives about the world's past and present, that envision new futures, and so on; the exercise of 'political, intellectual, and moral leadership' as a basis for overcoming social fragmentation and the paralysis of initiative or, conversely, to facilitate the disorganization of forces mobilized behind social transformation”. (Moulaert und Jessop 2006, S. 4)

Mit Hilfe des ASID-approach können die Erkenntnisse historisch-institutionalistischer Forschung mit diskursanalytischen Überlegungen kombiniert werden.

 
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