< Zurück   INHALT   Weiter >

5.5.1.5 Elektronikbranche

Ein klimarelevanter Bereich im Ernährungssektor ist auch die Kühlung und Lagerung der Lebensmittel bei den Konsumenten. Hierfür benötigen sie Geräte, die wenig Energie verbrauchen, weshalb die Elektronikbranche die Verantwortung trägt, entsprechend sparsame Geräte und Küchensysteme zu entwickeln (22).1317 Aufgrund der hohen Anforderungen der Kunden in diesem Bereich ist Energieeffizienz beispielsweise auf der ifa 2008 und 2010 und der Hannover Messe 2008 jeweils eines der Top-Themen der Branche.1318 In den Artikeln werden vor allem innovative Projekte von Unternehmen dargestellt, die diese Anforderungen angehen.1319 Dabei geht es nicht mehr nur um einzelne sparsame Geräte (17), sondern auch um intelligente, mit dem Stromnetz verbundene Systemlösungen (7), wie etwa die Green Kitchen von Bauknecht.1320 Bei diesem Küchensystem arbeiten die verschiedenen Geräte der Küche effektiv zusammen, indem beispielsweise die Abwärme des Kühlschrankkompressors für das Erhitzen des Spülmaschinenwassers genutzt wird.1321 Die Unternehmen der Elektronikbranche sollen zu guter Letzt auch am Ende des Lebenszyklus eines Kühlgeräts Verantwortung zeigen und das Altgerät möglichst klimafreundlich recyceln.1322

5.5.1.6 Stromanbieter und IT

In enger Verbindung zur Elektronikbranche stehen Stromanbieter und ITUnternehmer. Diese werden hier zusammen beschrieben, da sie – gemeinsam mit den Geräteherstellern – aufgefordert werden, eine intelligente Stromzähler- und Vernetzungstechnik anzubieten, die für die sparsame Verbindung der Geräte notwendig ist und die dem Kunden zeigt, mit welchem Gerät er wie viel Strom verbraucht (18).1323 Damit wird ihnen auch die Aufgabe zugeschrieben, den Verbraucher zum Stromsparen zu animieren bzw. es ihm zu erleichtern. Dazu gehören Beratungsangebote auf Onlineplattformen oder im Geschäft.1324 Die präsentierten Ansätze und Modellprojekte etwa des Konzerns RWE, der bei Kunden die Stromzähler testet, sind wiederum auch als Reaktion auf die Anforderungen der Kunden und der Politik zu verstehen.1325

5.5.1.7 Gastronomie

Nicht zuletzt hat auch die Gastronomie einen Einfluss auf die Klimaverträglichkeit des Ernährungsfeldes (13).1326 Sie sieht sich beispielsweise im Rahmen der Kopenhagener Klimakonferenz oder auch durch die verstärkte Nachfrage der Kunden dazu aufgefordert, ein klimaverträgliches Menü zu präsentieren, etwa indem regionale Zutaten verwendet oder bei Eigenherstellung die Produktionsmethoden klimafreundlicher gestaltet werden.1327 Für Fast-Food-Ketten wie McDonald's ist zudem die energieeffiziente Optimierung der Restaurantflächen ein Thema, hier tritt besonders Greenpeace als Sender der Attribution auf.1328

5.5.1.8 Regionale Kreislaufwirtschaft als Beispiel für nachhaltiges Unternehmertum

Hinsichtlich der Zuschreibung von Verantwortung an Unternehmen lässt sich ein Konzept erkennen, das auf eine Kombination der verschiedenen Zuständigkeiten hinauslaufen könnte. Diskutiert wird hier eine regionale Kreislaufwirtschaft (9),1329 in der bereits einige der Unternehmer, die in den Zeitungsartikeln zur Sprache kommen, engagiert sind. Sie sehen sich in der Rolle, neue Wege des Wirtschaftens zu finden.1330 Hervorzuheben ist das Beispiel des

„Bundesverbandes der Regionalbewegung e.V. (...): Die Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln wird verknüpft mit dem Einsatz für das gute alte Handwerk, für erneuerbare Energien sowie für Arten- und Umweltschutz. Und alles soll zusammenfließen in einer regionalen Kreislaufwirtschaft, die kurze Wege und weniger Transporte garantiert. Was wiederum Verkehr vermindert und also das Klima schützt.“1331

Es geht nicht nur darum, die Rohstoffe und Ressourcen für die Herstellung oder den Anbau der Lebensmittel von den Bauern aus der näheren Umgebung zu beziehen, sondern auch den Vertrieb der Produkte regional in Kooperation mit dem lokalen Handel zu organisieren. Verschiedene Regionalinitiativen haben zum Beispiel gezielte Vermarktungsstrategien regionaler Produkte entwickelt. Solche Ansätze bestehen in der Weser-Region („Weser-Klasse“), im Allgäu („Von hier“), in der Region München („Unser Land“) oder auch in Mittelfranken.1332 Wird zusätzlich der Bio-Müll der Haushalte als Restprodukt vom kommunalen Entsorger für die Energieerzeugung verwertet, ist der Kreislauf komplettiert.1333

 
< Zurück   INHALT   Weiter >