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2 Planungskulturen sozial nachhaltiger Stadtund Siedlungsentwicklung

2.1 Die soziale Dimension nachhaltiger Quartiere

Als Grundlage für die Beantwortung der oben gestellten Fragen haben wir uns auf die Ergebnisse unseres Forschungsprojekts „Die soziale Dimension nachhaltiger Quartiere und Wohnsiedlungen“ gestützt. Die im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen vom Institut Sozialplanung und Stadtentwicklung der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführte empirische Studie untersuchte über drei Jahre Siedlungen in Deutschland (Rieselfeld, Freiburg i. Br.), Österreich (SolarCity, Linz) und der Schweiz (Werdwies, Zürich-Altstetten). Die drei Siedlungen wurden unter nachhaltigen Zielsetzungen in Form von national bedeutsamen Entwicklungsprojekten auf der Siedlungsebene umgesetzt.[1]

In allen drei Siedlungen stand die Frage nach der Bedeutung und Integration sozial nachhaltiger Ziele auf planungsbezogener Ebene (zeitliche und prozesshafte Dimension), auf sachlicher Ebene (soziale Maßnahmen und ihre Umsetzung) und auf akteursorientierter Ebene (Verständnis der verantwortlichen Personen im Planungsprozess) im Mittelpunkt. Alle Siedlungen wurden anhand eines Mixed-Methods-Designs aus Dokumentenanalysen, Begehungen, Quartierprofilen und -biografien, längeren Forschungsaufenthalten sowie – als empirisches Herzstück – mit leidfadengestützten Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Stadtplanung, Architektur, Umweltämtern, Sozialen Diensten, Quartierarbeit, Vereinen und der Immobilienwirtschaft untersucht.

Die Ergebnisse der Studie zeigten eindeutig, dass die soziale Nachhaltigkeit auf der Planungsebene keine utopische Dimension darstellt, sondern einen real umsetzbaren Teilaspekt, welcher maßgeblich zur Qualität der untersuchten Siedlungen beigetragen hat. Dies setzt jedoch voraus, dass die Integration sozialer Themen und ihrer entsprechenden Methoden zu einem frühen Zeitpunkt im Planungsprozess (zumeist bereits mit dem politischen Entscheid) erfolgen muss, um sie dauerhaft in der Entwicklung des Quartiers zu gewährleisten, wie beispielsweise der Aufbau von intermediären Institutionen zur Bürgerbeteiligung im Quartier oder die Planung aller öffentlichen und halböffentlichen Räume (vgl. Weiss et. al. 2010b). Erfolgen soziale Maßnahmen erst später, also wenn die Wettbewerbsphase bereits abgeschlossen ist, bestehen erhebliche Schwierigkeiten der nachträglichen Verbesserung, die sich in der Praxis zumeist als funktionell und sozial unzulänglich erweisen (vgl. Procap Bauen 2009: 2).

  • [1] Vgl. die aus allen Siedlungen hervorgegangenen Studien von Drilling & Blumer 2009; Weiss et. al. 2010a, 2010c, 2011 sowie den Synthesebericht Drilling & Weiss 2011
 
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