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Verbindungslinien zwischen Sozialplanung, Stadtentwicklung und Sozialer Arbeit

Jörg Dittmann

1 Einleitung

Sozialplanung definiert sich sowohl in der Praxis als auch in der Fachdiskussion vor allem über den Gegenstand der sozialen Infrastruktur (vgl. Werner 2011). Im Gegensatz zu dieser, auf den ersten Blick eindeutigen Bestimmung des Handlungsfeldes der Sozialplanung, bezieht sich Stadtentwicklung nahezu auf alle entwicklungsbezogenen Themen, die in Zusammenhang mit dem städtischen Kontext stehen (vgl. Heuer 1977). Trotz dieser unterschiedlichen Reichweiten, was den Gegenstandsbereich angeht, beziehen sich beide Handlungsfelder, Sozialplanung und Stadtentwicklung, primär auf eine Entwicklung der örtlichen Lebensbedingungen. Dabei sind nicht nur die vorzufindenden Lebensbedingungen innerhalb eines genauer zu definierenden Raumes ein wichtiger Ausgangpunkt für die Sozialplanung und die Stadtentwicklung. Auch die ungleichen Lebensbedingungen zwischen Regionen, Städten, Stadteilen oder Quartieren sind für beide Handlungsfelder als Bezugsgrössen relevant.

Die aktuellen Lebensbedingungen sind für Sozialplanung und Stadtentwicklung – neben anderen – ein wichtiger Faktor für zukünftige Veränderungen. Die Hinführung zu Veränderungsprozessen und die vorgelagerte Antizipation der Folgen einer möglichen Veränderung stellen zentrale Herausforderungen für beide Aufgabenfelder dar. An der Zielsetzung von sozialer Veränderung (und den damit einhergehenden expliziten und impliziten normativen Stossrichtungen) entscheidet sich der soziale, demokratische und ausgleichende Charakter von Stadtentwicklung und Sozialplanung.

Insbesondere die Praxis der Sozialplanung stellt bislang wenige Bezüge zur Sozialen Arbeit her. Dies trifft vor allem auf die Verwaltungspraxis der Sozialplanung zu. Die Potentiale von Sozialplanung und Stadtentwicklung für die Entwicklung der örtlichen Lebensbedingungen entfalten sich stärker, so die These des vorliegenden Beitrags, wenn beide Bereiche selbstbewusster an das fachspezifische Wissen der Sozialen Arbeit zur Planung und Gestaltung des Sozialen anknüpfen und die Zielrichtungen der Profession der Sozialen Arbeit in Planungsund Veränderungsprozesse mitaufgenommen werden.

Wenn Soziale Arbeit ihre planerischen und gestalterischen Kompetenzen weiter entwickelt, deutlich(er) macht und entsprechend in die Praxis einbringt, erhöht sich die Chance, dass Soziale Arbeit bei stadtentwicklerisch und sozialplanerisch beabsichtigten und ausgelösten Veränderungsprozessen noch mehr, im Sinne einer Verstetigung, einbezogen und weniger stark auf das Feld der reaktiven Interventionslogik fixiert ist bzw. wird.

Von der Sozialplanung ausgehend werden im folgenden Beitrag Sozialplanung und Stadtentwicklung miteinander in Beziehung gesetzt und als gemeinsam weiter zu entwickelnde Aufgabenfelder für die Soziale Arbeit herausgestellt. Der erste Teil des Beitrags (Kapitel 2) führt in den Begriff der Sozialplanung ein, benennt deren Ursprünge und skizziert aktuelle Entwicklungen in der Sozialplanung. Im zweiten Teil der Arbeit (Kapitel 3) werden Sozialplanung und Stadtentwicklung in Beziehung zueinander gesetzt und fachliche Zusammenhänge und Unterschiede aufgezeigt. Im letzten Teil des Beitrags (Kapitel 4) werden Sozialplanung und Stadtentwicklung nochmals verstärkt unter der Perspektive der Sozialen Arbeit betrachtet. Dabei werden jene Verbindungen zur Sozialen Arbeit angesprochen, welche für eine Bearbeitung beider Aufgabenfelder als nützlich erscheinen.

Beim Rückgriff auf die historischen Ursprünge der Sozialplanung und Stadtentwicklung wird auf internationale Entwicklungen, insbesondere Europa, Nordamerika und im Vereinigten Königreich (England) Bezug genommen. Der Fokus des vorliegenden Beitrags liegt jedoch auf dem deutschsprachigen Raum, namentlich auf Deutschland, Schweiz und Österreich.

 
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