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2 Enttäuschte Erwartungen

Die Idee des Umzugs der Alice-Salomon-Fachhochschule vom zentral gelegenen Bezirk Schöneberg in das als unwirtlich und kulturell wenig attraktiv wahrgenommene DDR-Neubaugebiet Hellersdorf stieß Mitte der 1990er-Jahre auf wenig Gegenliebe unter den Lehrenden, in der Verwaltung und unter den Studierenden. Die Mehrheit hatte eher negative Erwartungen: weite Anfahrtswege, wenig attraktive Einkaufsund Pausengelegenheiten vor Ort, ein sozialräumliches Umfeld, das nicht zu längerem Aufenthalt einlädt. Studierende äußerten und äußern bis heute ihre Angst, abends den Alice-Salomon-Platz zu queren oder mit der U-Bahn zu fahren. Selten, aber immer wieder gibt es rassistisch motivierte Pöbeleien und Angriffe auf Studierende, Lehrende und ausländische Gäste der ASH.

Positive Erwartungen verbanden die Hochschulangehörigen dagegen mit dem Neubau, in dem endlich ausreichend Platz für Lehre, Verwaltung und Forschung unter einem Dach sein sollte. Das Hochschulgebäude war jedoch zu klein konzipiert worden, sodass bereits kurz nach dem Einzug bauliche Erweiterungen erforderlich waren, was zu entsprechenden unerwarteten Kosten, Baulärm/-staub, Planungsund Verwaltungsaufwand führte.

Diese Erfahrungen trugen dazu bei, dass sich innerhalb der Hochschule statt Neugier auf die möglichen Vernetzungen im Quartier und im Bezirk eher eine Praxis der Flucht nach Unterricht und Dienst zurück in die innerstädtischen Wohngebiete sowie ein ablehnender und sich abgrenzender Diskurs durchsetzten.

2.1 Die Perspektive der Hochschule

Abbildung 2: Studierende auf dem Alice-Salomon-Platz vor der ASH Berlin

Die Expansion der Hochschule in Form neuer Studiengänge und wachsender Studierendenzahlen sowie der anstehende umfassende Generationenwechsel in der Verwaltung und vor allem in der Professor/innenschaft taten ihr Übriges: Die Hochschule beschäftigte sich Ende der 1990erund Anfang der 2000er-Jahre vor allem mit sich selbst und ihren Aufgaben in Forschung und Lehre. Nur vereinzelt bezogen Lehrende ihre Veranstaltungen und Projekte auf den Stadtteil (vgl. bspw. Domkowsky/Koch/Winkler 2001). Ein spezifisch lokales Engagement für Quartier oder Bezirk wurde mit Verweis auf die Unabhängigkeit sowie die Vielfalt der einschlägigen Lehr-, Forschungsund Selbstverwaltungsaufgaben einer Hochschule abgelehnt. Die Hochschulleitung unterstützte in der Tradition von Alice Salomon, aus fachlichem Interesse und aus hochschulstrategischen Gründen in erster Linie die internationale Vernetzung.[1]

  • [1] Vgl.: ash-berlin.eu/studienangebot/international-studieren/partnerhochschulen/part nerhochschulen-soziale-arbeit/
 
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