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3 Technologische, wirtschaftliche, politische Entwicklungen

Für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt sich eine Reihe von technologischen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen feststellen, welche von einigen Autoren als Entwicklung vom Fordismus zum Postfordismus beschrieben werden (Bell 1975; Esser/Hirsch 1987; Ipsen 1987; Krämer-Badoni 1987).

Im Bereich der „Politik“ sind der Abbau von Handelshemmnissen, weltweit durch Gattund WTO-Vereinbarungen, europaweit durch die Verträge der Europäischen Union, sowie die Blockauflösung zwischen Ost und West die wohl bedeutsamsten Veränderungen der beiden Jahrzehnte um die Milleniumswende. Verschärft wird diese Situation durch steigende Kosten der sozialen Sicherung, u.a. für Alter, Pflege, Krankheit und Arbeitslosigkeit (Ipsen 1987).

Abbildung 1: Entwicklungen in Technologie, Wirtschaft und Politik

Quelle: Becker 2008 (bearbeitet).

3.1 Internationale Arbeitsteilung

Zunehmender Druck zu Produktivitätssteigerungen und wachsende Möglichkeiten der Flexibilisierung haben eine zunehmende „internationale Arbeitsteilung“ entstehen lassen. Technologische Möglichkeiten der Rationalisierung und der Abbau von Handelshemmnissen ermöglichen bei flexiblerer Organisation von Entwicklung, Produktion und Vertrieb weltweite Preisunterschiede für Arbeit, Transport und Boden zu nutzen. Zur Kostenminimierung bieten sich bei sinkenden Transportkosten Produktionsverlagerungen in Gebiete mit weniger Aufla- gen, günstigeren Bodenpreisen oder niedrigeren Arbeitskosten an (Häußermann/ Siebel 1988). Die Flexibilisierung der Organisation von Produktionsprozessen eröffnet Optionen der Zentralisierung von Unternehmensfunktionen, wie Steuerung, Management und Entwicklung, um angesichts weltweit vernetzter Kapitalund Firmenmärkte, Synergieeffekte durch Konzentrationen und Fusionen zu nutzen. Begrenzte Nachfrage in den Industriestaaten und die Entwicklung neuer Märkte in „Brückenländern“ führen über Direktinvestitionen zu weiterer internationaler Arbeitsteilung (Dangschat 1996).

3.2 Gesellschaftliche Entwicklungen und Auswirkungen auf städtisches Leben

Produktivitätssteigerung, Flexibilisierung von Produktionsabläufen und Arbeitsplätzen sowie internationale Arbeitsteilung brachten sowohl Chancen als auch Risiken der Teilhabe am ökonomischen Leben mit sich. Zuwanderungsund Staatsbürgerschaftspolitik wirken sich angesichts verstärkter internationaler Migration auf Gleichheit von Aufenthaltsstatus und politische Beteiligungsmöglichkeiten innerhalb der Bevölkerung aus. Umstrukturierungen regionaler Wirtschaftsgefüge und Arbeitsmärkte, Stärke und Richtung von Migrationsströmen sowie zunehmende residentielle und zirkuläre Mobilität, beeinflussen die Vielfalt von Stadtgesellschaften in Bezug auf Größe und Heterogenität der Bevölkerung, ökonomische Struktur und bauliche Nutzung. Somit beeinflussen die genannten technologischen, ökonomischen und politischen Entwicklungen sowohl die Zusammensetzung der Stadtbevölkerung als auch die Voraussetzungen für deren Zusammenleben.

Die Ursachen des Wandels vom Fordismus zum Postfordismus lassen sich im Wesentlichen auf Veränderungen in den drei Bereichen Technologie, Wirtschaft und Politik zurückführen. Im Bereich „Technologie“ ist es vor allem die Entwicklung der Mikroelektronik, deren vielfältige Nutzung in der Steuerungsund Regelungstechnik sowie in der Informationsund Kommunikationstechnologie zu erheblichen Veränderungen geführt hat (Esser/Hirsch 1987). Im Sektor „Wirtschaft“ kann mit Verweis auf verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Ansätze von einem ständigen wellenförmigen Verlauf von Konjunkturzyklen unterschiedlicher Länge ausgegangen werden (vgl. Schumpeter 1961).

Abbildung 2: Folgen ökonomischer Entwicklungen für die Städte

Quelle: Becker 2008

 
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