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3 Variablenauswahl

In den letzten 15 Jahren wurden verschiedene Indikatorensysteme entwickelt, um die soziale Nachhaltigkeit von Gebäuden, Nachbarschaften oder Städten zu evaluieren (vgl. Drilling & Blumer 2009; Drilling 2013). Diese Variablensets beinhalten sowohl strukturelle Aspekte (z.B. die Sozialstruktur, die soziale Infrastruktur, die Dichte an Grünund Freiräumen, etc.) als auch soziale Aspekte (z.B. soziale Inklusion und Kohäsion, Partizipation, etc.).

Für eine anwendungsfreundliche Planungssoftware, die Resultate von sozialer Relevanz liefern kann, braucht es eine theoretisch fundierte Auswahl an Variablen, die sowohl für die Praxis der Raumplanung und -entwicklung relevant sind als auch mit angemessenem Aufwand zugänglich sind bzw. erhoben werden können. Abbildung 1 zeigt eine Übersicht über die gestellten Anforderungen, welche für die Variablenauswahl im Projekt ModularCity berücksichtigt wurden. Auf einzelne Punkte soll im Folgenden kurz eingegangen werden.

Abbildung 1: Anforderungen an die Variablena

Quelle: Eigene Darstellung

3.1 Integrierte Sichtweise

Der Begriff des Sozialraums wurde in den vorherigen Abschnitten bereits mehrmalig erwähnt. Er bezieht sich auf ein relationales Verständnis von Räumen und ist eng verwandt mit dem Lebensweltkonzept (vgl. Thiersch 2014). Für das Projekt ModularCity wurde bewusst auf dieses Konzept Bezug genommen, um die physisch gebaute Umwelt und die soziale Dimension von Stadtteilen oder Arealen gemeinsam zu denken. Unter der sozialen Dimension von Räumen sind Handlungen und Interaktionen von Menschen gemeint, und wie diese durch gesellschaftliche Bedingungen wie beispielsweise die Differenzen zwischen sozialen Gruppen, normative Vorstellungen oder historisch-kulturelle Gegebenheiten in Räumen geprägt werden bzw. wie die menschlichen Handlungen diese Bedingungen verändern können. Für die Variablenauswahl hatte dies zur Folge, dass neben der Erfassung physischer Kennzahlen wie bspw. Standort, Volumen und Höhe der sich auf dem Areal befindlichen Gebäude beispielsweise auch Daten zur Sozialstruktur der Bevölkerung oder zu unterschiedlichen Arealnutzungen hinzugezogen wurden.

Darüber hinaus wurde eine Kombination von objektiven und subjektiven Variablen angestrebt. Die objektiven Informationen wurden unter dem Begriff der Referenzdaten gefasst; sie stammen aus den gängigen Gemeindedatenbanken und -statistiken sowie aus dem kommunalen Geographischen Informationssystem (GIS) und mussten nicht neu erhoben werden. Subjektive Informationen (bspw. über die Wahrnehmung und Bewertung eines öffentlichen Raumes durch die Bevölkerung) wurden als situative Daten bezeichnet, weil sie für jedes neue Analyseprojekt jeweils vor Ort erhoben werden müssen.

Eine Synthese aus der relevanten Forschungsliteratur ergab eine erste Variablenübersicht mit insgesamt 18 unterschiedlichen Themengebieten[1]. Diese Zusammenstellung diente als Ausgangslage für die weitere Präzisierung der für die Pilotstudie relevanten Variablen. Dafür wurde vor allem auf die Bedürfnisse der kommunalen Entwicklungsziele Bezug genommen.

  • [1] Es handelte sich um folgende Themengebiete: Bausubstanz, Wohnungsmarkt, Wohnqualität (innen), Lokalökonomie, Raumnutzung, Infrastruktur, Individualverkehr, öffentliche Räume, Sicherheit, Demografie, soziale Ungleichheit, Migration/Integration, Familie, Freizeit, Gesundheit, Quartiersbild, Quartierleben, Kontextfaktoren
 
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