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5.2 Analyse

Für die Analyse der erfassten Daten sind im Leitfaden (vgl. Tabelle 2) wichtige Fragestellungen pro Bereich aufgeführt. Sie dienen dazu, die Daten hinsichtlich der Anforderungen einer nachhaltigen Stadt-, Quartierund Arealentwicklung zu interpretieren. Für die Analyse können unterschiedliche Vorgehensweisen wie bspw. statistische Auswertungen, geografische Visualisierungen oder inhaltsanalytische Verfahren zur Anwendung kommen. Die aufgeführten Fragen sind allgemein gültig und auf alle Analyseverfahren anwendbar.

Bezogen auf die Altersvariable ist es beispielsweise von Interesse, wie die unterschiedlichen Altersgruppen im Gebiet verteilt sind. Aus der Visualisierung (Abbildung 3) lässt sich abschätzen wie stark sich die einzelnen Referenzgebiete rund um das Markthallenareal voneinander unterscheiden. Ersichtlich wird, dass bspw. das Gebiet südlich der Mitte wenig von älteren Personen bewohnt wird, sondern stärker von Familien mit Kindern. In den angrenzenden Gebieten rechts und links davon sind jedoch Personen über 75 als sichtbare Grösse vertreten. Darüber hinaus können die Daten zur Altersverteilung mit anderen Variablen verglichen werden. So wird erkennbar, ob die Altersstruktur in einem Gebiet in Zusammenhang mit bspw. dem Alter der Gebäude zusammenhängt.

5.3 Interpretation

Als Interpretationshilfe sind mögliche Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung pro Bereich formuliert. Sie orientieren sich an relevantem Fachwissen aus Wissenschaft und Praxis und dienen als Orientierung zur Ausrichtung des geplanten Bauvorhabens an einer nachhaltigen Stadt-, Quartier und Arealentwicklung. Den einzelnen vorgeschlagenen Kriterien sind die jeweiligen sozialräumliche Variablen zugeordnet, sodass für die Nutzerinnen und Nutzer ersichtlich wird, mit welchen Daten sie Hinweise auf die Erfüllung der Kriterien finden können. Mit dem Abgleich zwischen dem vorgeschlagenen Kriterium und den vorhandenen Daten lässt sich erkennen, wo Handlungsbedarf für das Entwicklungsprojekt bzw. für dessen Einbettung in den sozialräumlichen Kontext besteht.

Ein wichtiges Kriterium zur Interpretation der Altersstruktur in einem Gebiet ist die intergenerationale Durchmischung. Aus den Daten zum Markthallenareal in Langenthal kann geschlossen werden, dass die Altersgruppen relativ durchmischt sind: In vielen Referenzgebieten gibt es sowohl eine relevante Anzahl an Kindern und Jugendlichen (bis 24 Jahre) als auch eine wesentliche Grösse an Personen ab 65 Jahren. Das Kriterium der intergenerationalen Durchmischung wird somit (mit Vorbehalt einer fundierten Analyse) erreicht.

5.4 Diskussion

Im Anschluss an die Kriterien wird dargelegt, welche Potentiale für die nachhaltige Entwicklung des Gebietes vorhanden sind, wenn die vorgeschlagenen Kriterien angestrebt werden. Dadurch wird deutlich, welchen Mehrwert eine nachhaltige Stadt-, Quartierund Arealentwicklung bringen und wie die Lebensund Wohnqualität im entsprechenden Areal gefördert werden kann. Eine Diskussion über zukünftige Potentiale des zu entwickelnden Gebietes unterstützt dabei auch die Priorisierung und zielgerichtete Fokussierung der nächsten Schritte im Planungsprozess. Zusätzliche Reflexionsfragen für die Umsetzung in die Planungspraxis machen auf mögliche Risiken und Herausforderungen aufmerksam.

Eine intergenerationale Durchmischung beispielsweise ist massgeblich für eine ausgeglichene Sozialstruktur in einem Gebiet (d.h. bspw. keine Überalterung eines Wohngebietes) und somit relevant für die sozial nachhaltige Entwicklung eines Stadtteils. Eine intergenerationale Durchmischung kann sich beispielsweise förderlich auf den Austausch zwischen den Generationen auswirken und gegebenenfalls auch gegenseitige soziale Unterstützung (z.B. in der Alterspflege oder Kinderbetreuung) ermöglichen. In diesem Sinne kann für das Markthallenareal diskutiert werden, welche Potentiale bezogen auf die soziale Unterstützung zwischen den Generationen im Stadtteil vorhanden sind und wie diese noch besser ausgeschöpft bzw. gefördert werden können.

Weitere wichtige Fragen in diesem Zusammenhang wären bspw. auch, wie mit der Alterung der Bevölkerung im Stadtteil umgegangen werden kann oder welcher Bedarf an lokaler Infrastruktur (Alterspflege, Kinderbetreuung) sich zukünftig abzeichnet.

 
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