Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Sozialwissenschaften arrow Soziale Arbeit und Stadtentwicklung
< Zurück   INHALT   Weiter >

6.3 ModularCity als Prognoseund Problemlösungsinstrument

ModularCity stellt die Referenzund situativen Variablen beschreibend dar und führt keine vertieften Analysen durch, wie dies mit komplexen statistischen oder qualitativen Verfahren möglich wäre. Dies bedeutet, dass keine Zusammenhänge zwischen den Variablen berechnet und auch keine Ursachen für die gegebene IstSituation ermittelt werden können. Deshalb ist besondere Skepsis angebracht, wenn die Analyseresultate von ModularCity für die Bildung von zukünftigen Szenarien und Lösungsstrategien verwendet werden sollen. Bei der Präsentation der Projektergebnisse von ModularCity in unterschiedlichen Kontexten hat sich gezeigt, dass die Ergebnisse häufig dahingehend verstanden werden wollen, als dass daraus mögliche Prognosen abgeleitet werden können. Aufgrund der Multidimensionalität (s.o.) sozialer Faktoren sind einfache kausale Zusammenhänge bspw. zwischen Sozialstruktur und baulichen Anforderungen jedoch zu wenig differenziert und dementsprechend ist bei Schlussfolgerungen, die auf monokausalen Hypothesen beruhen, Vorsicht geboten. Was das Planungsinstrument jedoch leisten kann, ist eine fundierte und differenzierte Diskussionsgrundlage für geplante Bauvorhaben, welche mögliche sozialräumliche Potentiale sichtbar und für das Bauprojekt nutzbar macht. So könnte beispielsweise die Gegenüberstellung objektiver Angaben zu Gebäudefunktionen und subjektiver Daten zur tatsächlichen Nutzung aufzeigen, welche Innovationspotentiale sich hinter den gebauten Strukturen verbergen. ModularCity will diese Informationen als Diskussionsgrundlage im Planungsprozess nutzen: Im Idealfall werden die jeweils unterschiedlichen Perspektiven auf das Bauprojekt gleichwertig gewürdigt und von den beteiligten Akteuren unterschiedlicher Disziplinen als wertvolle Zusatzinformationen in das Vorgehen miteinbezogen.

6.4 Gesellschaftliche Herausforderungen sozialräumlich bearbeiten

Die Orientierung am Sozialraumkonzept führt das Projekt ModularCity in ein Spannungsfeld, welchem sich jeder sozialraumorientierter Ansatz zu stellen hat. Planungsverantwortliche aus der Verwaltung verstehen Sozialräume häufig als administrative Steuerungsräume, die mit Hilfe von quantitativen Sozialindikatoren voneinander abgegrenzt werden können, z.B. anhand sozialstruktureller Daten. Diesen definierten Räumen werden dann entsprechende Organisationsstrukturen, Kompetenzen und Ressourcen zugewiesen, die wiederum zu auf den Sozialraum zugeschnittene Interventionen im entsprechenden Gebiet führen. Eine solche Sichtweise führt häufig dazu, dass gesamtgesellschaftliche soziale Probleme in spezifische problematische Quartiere oder Stadtteile verortet und dadurch einseitig als Probleme von bestimmten Sozialräumen oder sozialen Gruppen betrachtet werden und nicht auf gesamtgesellschaftlicher Ebene bearbeitet werden. Dies kann im negativen Fall dazu führen, dass solche Quartiere einseitig für „unproblematische“ Bevölkerungsgruppen aufgewertet werden und benachteiligte Gemeindemitglieder aus dem Gebiet oder gar aus der Ortschaft verdrängt werden (Klöti/Fabian/Drilling 2012, 8-9).

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften