Forschungsleitende Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit

Die vorliegende Studie greift die dargelegte Problematik auf und untersucht auf der Basis von Experteninterviews aus einer diskursanalytischen Perspektive, wie das Wissen über die bildungsbereichsübergreifende Umsetzung [1] lebenslangen Lernens von Bildungsexpertinnen und -experten aus dem Elementarbereich, dem Sekundarbereich I und der Erwachsenenbildung/Weiterbildung sowie Entscheidungsträgerinnen und -trägern aus der Bildungspolitik ausgehandelt, kodifiziert und tradiert wird. Da zu jeder Expertengruppe sowohl Praktiker/-innen als auch Wissenschaftler/-innen befragt werden, berücksichtigt das Forschungsdesign sowohl die erziehungswissenschaftliche als auch die praxisbezogene Perspektive auf das lebenslange Lernen und dessen bildungsbereichsübergreifender Umsetzung. Ebenfalls im Forschungsdesign angeführt ist die bildungspolitische Perspektive auf das lebenslange Lernen und dessen bildungsbereichsübergreifender Umsetzung. Ziel dabei ist es, auf der Grundlage von 20 Experteninterviews den Diskurs über die bildungsbereichsübergreifende Umsetzung lebenslangen Lernens näher zu bestimmen und einen Beitrag zur Klärung der im Diskurs enthaltenen diesbezüglichen unterschiedlichen Vorstellungen und Intentionen zu leisten.

  • [1] ,Umsetzung' ist hier im Sinne der „revidierten Verwendungsforschung“ (Beck & Bonß 1984; 1989) zu verstehen. Gemeint ist hier nicht „(…) die eindimensionale Übertragung auf und ,Anwendung' von Ergebnissen in praktische Entscheidungsund Handlungssituationen, sondern [Verwendung, C.D.] verweist auf den komplexen ,Umgang' mit wissenschaftlichen Deutungsmustern und Interpretationen in der Praxis selbst. Gegenüber dem traditionellen Trichtermodell nimmt die ,revidierende Verwendungsforschung' somit einen radikalen Perspektivenwechsel vor: nicht mehr die Nutzung und Diffusion des systematisierten Wissens in der Praxis aus der Sicht der Wissenschaft steht im Mittelpunkt, sondern die Aneignungsprozesse und Bedingungen der Praxis selbst“ (Lüders 1991: 424).
 
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