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Die Medienlandschaft in Niedersachsen

Lea Allers/Stefan Plaß

1 Einleitung

Massenmedien können informieren und aufklären, sie können bilden und unterhalten. Manchmal langweilen sie auch. Was sie nicht können: unberücksichtigt bleiben, wenn es darum geht, politische und gesellschaftliche Strukturmerkmale eines Bundeslandes herauszuarbeiten. Der durchaus mehrdeutige Begriff Mediendemokratie beschreibt pointiert, dass Presse und Rundfunk im politischen Kommunikationsund Entscheidungsprozess eine herausgehobene Funktion besitzen.

Eine Medienlandschaft oder ein Mediensystem wird geprägt durch das politische System, durch Gesetze, Verträge und Gerichtsentscheidungen, durch die Ökonomie, durch Technologien, Sprache und Geografie.1 Damit ist der Rahmen skizziert, in dessen Grenzen wir die niedersächsische Medienlandschaft vermessen. Elemente auf der Landkarte sind hauptsächlich Presse, Hörfunk und Fernsehen als etablierte und traditionelle Massenmedien. Auf die unzähligen, auf politische Meinungsund Willensbildung wirkenden (privaten) Internetseiten und Blogs können wir aus forschungsökonomischen Gründen nicht eingehen. Der Beitrag liefert auch kein Porträt aller niedersächsischen Städte, Kreise und Gemeinden hinsichtlich ihrer lokalen Medienlandschaft im Detail. Unser Blick fällt auf die Ebene des gesamten Landes, gleichwohl beachtet werden muss, dass Niedersachsen regional differenziert ist und sich dies auch im Mediensystem widerspiegelt. Zusätzlich wird eine zeithistorische Perspektive eingebunden, da dadurch aktuelle Strukturen besser zu erklären sind. Der Struktur und den derzeitigen Entwicklungen der Presse, des Hörfunks und des auf Niedersachsen bezogenen Fernsehens widmen wir uns auf der Basis einschlägiger, überwiegend quantitativer Studien.

In einem weiteren Schritt gilt es das Verhältnis der Medien zur Politik zu beleuchten. Wie gehen JournalistInnen und PolitikerInnen in Niedersachsen miteinander um, wie erklären sich ihre Beziehungen? Schließlich: Was lässt sich daraus schlussfolgern im Hinblick auf die Ausrichtung und Relevanz der Medien für die Politik in Niedersachsen?

Das Fazit verdichtet die Ergebnisse, und wir wollen darüber hinaus einen Ausblick wagen: auf die Entwicklung der Medienlandschaft in Niedersachsen und die sich daraus ergebenden politischen Herausforderungen.

Grundsätzlich gehen wir von folgender These aus: Niedersachsens Medienlandschaft ist im Vergleich zur Struktur und Funktion von Presse und Rundfunk in anderen Bundesländern kein abweichender Fall. Die deutschen Medien sind insgesamt trotz historischer, politischer und technologischer Einschnitte und Entwicklungen stark pfadabhängig. Insbesondere betrifft dies die ökonomischen Grundlagen (Anzeigenund Verkaufserlöse, Rundfunkgebühren bzw. -beiträge, Werbeeinnahmen) und den rechtlichen Rahmen (öffentliche Verantwortung von Presse und Rundfunk, starke Regulierung von Hörfunk und Fernsehen). Erst unter der Lupe werden niedersächsische Besonderheiten deutlich. Diese kleinen Pfadabweichungen sind auch Folge von politischen Entscheidungen, d.h. Parteien bzw. Koalitionen machen einen Unterschied. Zuerst richten wir den Blick auf einige normative und rechtliche Aspekte der Massenmedien.

 
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