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3.2.4 Entwicklungstendenzen der Clusterpolitik

Clusterpolitik ist somit inzwischen ein etabliertes Instrument der Wirtschaftspolitik von Akteuren auf verschiedenen politischen Ebenen geworden. Durch die zunehmende Erfahrung mit clusterpolitischen Maßnahmen unterliegt aber auch Clusterpolitik in ihren Inhalten Wandlungsund Entwicklungsprozessen, wodurch sich die thematischen Schwerpunkte verschieben. So ist etwa nicht länger mehr nur die Identifizierung von Clusterthemen und die Initiierung von Clusterinitiativen und -organisationen ein Thema. Stattdessen wird auch zunehmend die Verstetigung und Weiterentwicklung von Clusterorganisationen relevant (vgl. Floeting/Zwicker-Schwarm 2008: 38). Besondere Bedeutung gewinnen dabei die Themen Internationalisierung von Clustern sowie Professionalisierung und Exzellenz im Clustermanagement (vgl. Kiese 2008a: 74).

Auch die Branchenfokussierung von Clusterorganisationen unterliegt deutlichen Moden, die bei einer Auswertung der seit den frühen 1990er Jahren gegründeten Organisationen deutlich werden (vgl. im Folgenden Floeting/Zwicker-Schwarm 2008: 29). Es lassen sich mehrere Gründungswellen identifizieren: Während die frühen 1990er Jahre zunächst durch eine Welle an Gründungen von Clusterorganisationen zu Film und Multimedia geprägt waren, gaben um die Jahrtausendwende die IKT-, Biotechund NanotechnologieBranchen den Impuls zur Gründung von Organisationen. Ab der Mitte der 2000er Jahre gibt es schließlich eine erneute Gründungswelle von Organisationen, die sich vor allem um die Kreativwirtschaft drehen. Daraus wird auch deutlich, dass Clusterorganisationen einen Wandel vom Fokus auf bestimmte Technologien (IKT, Biotech, etc.) hin zu komplexer verflochtenen Themenbereichen (Kreativwirtschaft, Gesundheit, etc.), an denen verschiedene Industrien beteiligt sind, vollziehen.

Als ebenso wichtiges Thema wird zudem die Erneuerung von Clustern gesehen, um diese wettbewerbsfähig zu halten. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die erfolgreichen Cluster von heute „zukünftig zu alten Industriegebieten und damit Problemregionen […] werden“ (Hartmann 2008: 118). Wandlungsprozesse müssten dazu erkannt und rechtzeitig eingeleitet werden. Als Herausforderung von zunehmender Relevanz kann ebenfalls die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Clusterpolitik gelten (vgl. Pätzold/Spars 2008: 105ff.). Dies betrifft sowohl länderübergreifende Cluster im Sinne einer Staatsgrenze (vgl. Koschatzky 2000) ebenso wie die Zusammenarbeit verschiedener Kommunen (vgl. Mäding 2010) oder Bundesländer (Kiese 2012; Lerch 2009). Dabei wird die Clusterregion nicht anhand von administrativen Grenzen bestimmt, sondern sie entsteht im Sinne einer funktionalen Region (vgl. Karlsson/Olsson 2006) durch die tatsächlichen sozialen und wirtschaftlichen Verflechtungen der Akteure. Schließlich ist auch die weitere Entwicklung einer Theorie der Clusterpolitik ein bedeutendes Forschungsfeld (vgl. Kiese 2008b; Benner 2012).

 
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