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3.3.3 Clustermanagement und Kommunikation

Das Management einer Clusterorganisation – das Clustermanagement – ist eine Aufgabe, deren Verfahren und gängigen Handlungsweisen im Prozess der Institutionalisierung sind. Aus den vorherigen Ausführungen wurde deutlich, dass es große Unterschiede hinsichtlich rechtlicher Verfasstheit und Zielen geben kann, was unweigerlich zu Unterschieden in der Umsetzung des Clustermanagements führt. Dennoch sind Clusterorganisationen zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Prozesse zu professionalisieren, um Aufgaben strategisch und operativ exzellent anzugehen und die investierten Ressourcen mit größtmöglicher Effizienz zu handhaben (vgl. Terstriep 2008).

Dies betrifft in besonderem Maße das Kommunikationsmanagement, das als eine von mehreren Funktionen des Clustermanagements verstanden werden kann – neben anderen Funktionen wie z.B. dem Projektmanagement. Die Beschäftigung damit, wie sich das Kommunikationsmanagement einer Clusterorganisation realisieren lässt, hat bislang fast ausschließlich in der Praktikerliteratur stattgefunden. Seit Beginn der 2000er Jahre wurden von verschiedenen Seiten handlungspraktische Handreichungen für die Entwicklung von Clustern entwickelt, die an die Akteure und Organisationen gerichtet sind, die sich mit dem Aufbau und dem Management von Clusterorganisationen befassen. Diese dienen dem Ziel, den Organisationen, die sich mit Clusterentwicklung befassen, konkrete Ratschläge zu geben, welche praktischen Schritte verfolgt werden sollten. So werden denn auch vielfach Fallstudien aus der Praxis des Clustermanagements als gute Praktiken vorgestellt. Die folgende Liste gibt eine Auswahl von gängigen Clustermanagement-Handbüchern wieder, die immer wieder in der Literatur zitiert werden (vgl. z.B. Perry 2005; FromholdEisebith/Eisebith 2005; Jappe-Heinze/Baier/Kroll 2008; Schmiedeberg 2010; Szanyi 2012):

Ÿ Cluster Building. A Toolkit. A Manual for Starting and Developing Local Clusters in New Zealand (Cluster Navigators 2001)

Ÿ Creating Smart Systems. A Guide to Cluster Strategies in Less Favoured Regions (Rosenfeld 2002)

Ÿ The Cluster Initiative Greenbook (Sölvell et al. 2003)

Ÿ A Practical Guide to Cluster Development (Ecotec 2004)

Ÿ Cluster Management Guide – Guidelines for the Development and Management of Cluster Initiatives (CloE 2006)

Ÿ Handbuch Clustermanagement (Scheer/von Zallinger 2007)

Ÿ Kompetenznetze initiieren und weiterentwickeln (Meier zu Köcker/Buhl 2008)

Eine Auswertung dieser Handbücher auf darin erörterte Fragen des Kommunikationsmanagements, die im Folgenden vorgenommen werden soll, dient dazu, den Stand des in die Praxis vermittelten Wissens über das Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen zu verdeutlichen. Diese Art von Handbüchern wendet sich an Praktiker, die clusterpolitische Maßnahmen entwerfen und umsetzen. Dadurch weist die Darstellung jedoch nur eine geringe theoretische Reflexion auf, die wissenschaftlichen Ansprüchen nicht genügen kann. Eine Berücksichtigung dieser Texte im Rahmen dieser Arbeit dient daher weniger dazu, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen, als vielmehr eine Annäherung an das in der Praxis vorhandene Wissen über das Clusterkonzept – insbesondere im Hinblick auf das Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen – zu erreichen. Es ist anzunehmen, dass die Publikationen eine Hauptreferenz für Praktiker sind und die jeweils vermittelten Inhalte einen großen Anteil daran haben, welches Wissen über Clusterentwicklung in der Praxis vorhanden ist. Die Rolle, die Kommunikation und Kommunikationsmanagement diesen Texten folgend bei der Clusterentwicklung einnimmt, gibt daher einen Eindruck vom Praktikerdiskurs in Bezug auf Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen und damit einen Teil der Erwartungen, die an die Ausübung dieser Rolle geknüpft sind.

 
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