Methodik der Untersuchung

Untersuchungsdesign

Vom Untersuchungsdesign her ist eine Bearbeitung der Forschungsfrage dieser Arbeit aus zwei Richtungen möglich: Denkbar ist sowohl ein deduktives Vorgehen, bei dem eine Theorie und die daraus entwickelten Hypothesen durch empirische Daten überprüft werden, als auch ein induktives Vorgehen, bei dem Theorien und Hypothesen auf der Grundlage empirischer Beobachtungen entwickelt oder modifiziert werden (vgl. Schnell et al. 2011: 52ff.). Diese Arbeit beschreitet letzteren Weg, ein induktives Vorgehen, indem sie empirische Daten erhebt, aus denen sich wiederum Hypothesen zum Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen generieren lassen. Der Grund für diese Wahl liegt im PionierCharakter des hier verfolgten Vorhabens, das sich erstmals empirisch und umfassend dem Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen widmet. Für diesen Organisationstyp existiert noch keine hinreichende Menge an gesicherten Erkenntnissen, dass sich aus der Theorieauswertung Hypothesen ableiten ließen. Daher wird von einem hypothesenprüfenden Ansatz Abstand genommen und stattdessen ein explorativer Ansatz gewählt. Die Untersuchung wird dabei durch fünf Fragekomplexe strukturiert, die sich aus dem theoretischen Referenzrahmen ergeben.

Für die weitere Operationalisierung der Forschungsfrage aufbauend auf dem hier skizzierten theoretischen Referenzrahmen ist die Frage zu beantworten, auf welche Art die empirischen Daten erhoben werden. Eine Untersuchung des Kommunikationsmanagement von Clusterorganisationen ist aus sozialwissenschaftlicher Sicht durch eine Vielzahl an Methoden denkbar. Sowohl ein qualitativer Zugang wie auch eine quantitative Annäherung sind vertretbar. In der bisherigen Forschungsliteratur zu Clusterorganisationen wurde zumeist ein qualitativer Zugang anhand von Fallstudien gewählt (vgl. z.B. Huttenloher 2006; Kaminski 2009; Blasini et al. 2014). Eine Untersuchung, die auf einen Methodenmix in Form von Dokumentenanalysen und teilnehmender Beobachtung aufbaut, lieferten Müller et al. (2002). Großangelegte quantitative Erhebungen, die sich Clusterorganisationen widmen, sind sehr rar; ein bekanntes Beispiel ist der Global Cluster Initiative Survey (Sölvell et al. 2003 bzw. Ketels et al. 2006), dessen Daten auch noch bei Lindqvist (2009) eine weitere Auswertung erfahren. Ein weiteres Beispiel ist Müller et al. (2012).

Für die hier vorgenommene Untersuchung wird ein quantitativer Zugang gewählt. Dafür gibt es mehrere Gründe: So soll eine möglichst große Anzahl von Clusterorganisationen in Europa in die Empirie eingebunden werden. Daher scheiden aufwändige qualitative Verfahren wie teilnehmende Beobachtung (vgl. Bortz/Döring 2006: 266ff.) oder Fallstudien (vgl. von Prittwitz 1994: 199ff.) aus. Als Vorteil quantitativer Forschung lässt sich zudem festhalten, dass die Ergebnisse exakt quantifizierbar sind und sich mittels statistischer Verfahren auf Korrelationen untersuchen lassen (vgl. Bortz/Döring 2006: 137ff.; Schnell et al. 2011: 313ff.). Die Datenerhebung erfolgt möglichst standardisiert und vorstrukturiert, um Daten miteinander vergleichbar zu machen. Dadurch lassen sich erste Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen externen Einflussfaktoren und Ausprägungen des Kommunikationsmanagements in den Organisationen gewinnen.

 
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