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5.3 Konstruktion des Fragebogens

Im Fragebogen werden sowohl Informationen zu den organisatorischen Rahmenbedingungen der Clusterorganisation als auch zu Struktur, Management und Dynamik der Kommunikationsfunktion sowie den soziodemographischen Daten der Umfrageteilnehmer abgefragt. Entsprechend lässt sich der Fragebogen in fünf Fragekomplexe einteilen:

1. Fragekomplex: Fragen zu den organisatorischen Rahmenbedingungen der Clusterorganisation

Die Fragen leiten sich aus den in Kapitel 3.3 erörterten Spezifika von Clusterorganisationen ab und sind eng an die Fragen des Global Cluster Initiative Survey (Sölvell et al. 2003) und weitere Arbeiten zu Clusterorganisationen (vgl. Ketels et al. 2006; Meier zu Köcker/Buhl 2008) angelehnt. Die folgenden Bereiche werden dabei abgefragt:

Ÿ Lebensphase: Die Anforderungen an Clusterorganisationen unterscheiden sich in Abhängigkeit der Phase im Lebenszyklus der Organisation (vgl. Kap. 3.3.2: 121). Neu gegründete Clusterorganisationen haben andere Herausforderungen zu bewältigen als Organisationen, die es schon seit Jahren gibt. Entsprechend ist davon auszugehen, dass auch die Kommunikation andere Herausforderungen zu bewältigen hat.

Ÿ Land: Das Land, in dem die Clusterorganisation angesiedelt ist, spielt durch seine Kultur, Sprache, Wirtschaftssystem und Industriegeschichte eine Rolle, die auf das Selbstverständnis und Handeln der Organisation einwirkt (vgl. Kap. 3.3.2: 112).

Ÿ Organisationstyp: Clusterorganisationen können auf verschiedene Arten entstehen und in die Institutionenlandschaft vor Ort eingebunden sein, etwa als komplette Neugründung, als Umwidmung einer bestehenden Organisation oder als Projekt innerhalb einer übergreifenden Organisation (vgl. Kap. 3.3.2: 117). Es ist davon auszugehen, dass sich je nach Organisationskontext andere Herausforderungen an die Kommunikation stellen.

Ÿ Organisationstyp (Wandel): An bestimmten Punkten im Lebenszyklus einer Clusterorganisation kann es notwendig sein, einen neuen Organisationstyp zu wählen, um auf Veränderungen reagieren zu können – etwa wenn ein Projekt stärker institutionalisiert und zu einer juristischen Person wird oder auch wenn aus einer ursprünglich öffentlich finanzierten Organisation eine privat finanzierte wird (vgl. Kap. 3.3.2: 125).

Ÿ Branche: Clusterorganisationen weisen immer einen Bezug auf eine bestimmte Branche oder auf ein Themenfeld auf, häufig in Hightech-Branchen (vgl. Kap. 3.1.2.: 77 und 84; Kap. 3.3.1: 105). Entsprechend wenden sie sich an Akteure in diesen Branchen und beziehen diese als Mitglieder ein. Die Branche bildet mit ihren Strukturen und Kommunikationsmustern den Kontext, in dem sich Clusterorganisationen mit ihrer Kommunikation bewegen.

Ÿ Branche (Wandel): Clusterorganisationen können im Laufe ihres Lebens ihren Branchenbezug verändern. Die Gründe dafür können sowohl im industriellen oder technologischen Wandel wie auch in der Entwicklung der Clusterorganisation selbst liegen (vgl. Kap. 3.3.2: 124). Neue Technologien mögen aufgekommen sein, die Branche kann sich ausdifferenziert oder weiterentwickelt haben oder das Management der Clusterorganisation kann auch die strategische Entscheidung treffen, sich thematisch zu erweitern oder zu verengen.

Ÿ Gebietsgröße: Clusterorganisationen beziehen sich immer auf Akteure innerhalb eines räumlich abgegrenzten Gebiets, von einem Businesspark bis hin zu einer grenzüberschreitenden Region (vgl. Kap. 3.1.1: 75 und Kap. 3.3.1: 108). Es ist anzunehmen, dass die Gebietsgröße auch Auswirkungen auf das Kommunikationsmanagement hat, da es einen Unterschied macht, ob die relevanten Anspruchsgruppen sich innerhalb eines einzelnen Gebäudekomplexes oder innerhalb einer hunderte Kilometer großen grenzüberschreitenden Region befinden.

Ÿ Gebietsgröße (Wandel): Im Laufe des Lebenszyklus einer Clusterorganisation kann es vorkommen, dass sich deren Gebietsbezug verändert, dass er sich etwa von einer Stadt auf eine Region vergrößert oder auch grenzüberschreitend wird (vgl. Kap. 3.3.2: 124). Durch diese Veränderung kommen neue Stakeholder mit eigenen Interessen hinzu, wodurch auch Auswirkungen auf die Kommunikation zu erwarten sind.

Ÿ Mitgliederzahl: Die Anzahl der Mitglieder in der Clusterorganisation ist ein maßgeblicher Faktor, der die Prozesse, die Außenwahrnehmung und letztlich den Erfolg der Clusterorganisation bestimmt (vgl. Kap. 3.3.2). Eine größere Anzahl von Mitgliedern erfordert jedoch einen höheren Koordinationsund Kommunikationsaufwand.

Ÿ Mitgliederstruktur: Eine weitere relevante Bestimmungsgröße bildet die Mitgliederstruktur, d.h. das Verhältnis von Unternehmen, öffentlichen Akteuren und Mitgliedern aus dem Forschungsbereich mit ihren je eigenen Rationalitäten und Erwartungen (vgl. Kap. 3.3.2: 114).

Ÿ Mitgliederstruktur (Wandel): Sollte sich die Mitgliederstruktur der Clusterorganisation verändern, verändern sich auch die Erwartungen an die Organisation und ihre Kommunikation – etwa, wenn sich öffentliche Akteure zurückziehen und verstärkt privatwirtschaftliche Akteure Mitglieder werden (vgl. Kap. 3.3.2: 124).

Ÿ Finanzierung: Clusterorganisationen können auf verschiedene Arten finanziert werden, von öffentlichen Zuschüssen bis zu Mitgliederbeiträgen oder Mischformen daraus (vgl. Kap. 1.1: 15, Kap. 3.3.2: 111 und 124). Mit der Form der Finanzierung sind auch bestimmte Erwartungen an die Organisation verbunden.

Ÿ Finanzierung (Wandel): In der Regel verändert sich die Form der Finanzierung im Laufe des Lebenszyklus einer Clusterorganisation, etwa indem öffentliche Fördergelder auslaufen und die Organisation zunehmend durch Mitgliedsbeiträge oder kostenpflichtige Dienstleistungen finanziert werden muss (vgl. Kap. 3.3.2: 124). Dadurch verändert sich auch die Bedeutung der verschiedenen Stakeholder.

Ÿ Personal: Je mehr Mitarbeiter eine Organisation hat, desto eher ist Spezialisierung und Arbeitsteilung möglich (vgl. Kap. 3.3.2: 120). Jedoch erfordert eine höhere Mitarbeiterzahl auch eine effiziente innere Organisation.

 
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