Entwicklung des Interviewleitfadens

Nach ausführlichem Literaturstudium, welches sowohl den erziehungswissenschaftlichen als auch den bildungspolitischen Diskurs zu den Themen ,lebenslanges Lernen' sowie ,bildungsbereichsübergreifende Umsetzung des lebenslangen Lernens' umfasste, wurde der Interviewleitfaden entwickelt. Neben Fragen zum jeweiligen Verständnis bezogen auf die genannten Themen umfasst der Leitfaden aber auch die Einschätzung der Interviewten zur Realisierung bildungspolitischer Forderungen im Kontext der Institutionalisierung lebenslangen Lernens, wie z. B. Förderung des selbstorganisierten Lernens oder Einbezug des informellen Lernens in die pädagogische Praxis (vgl. hierzu Bund-LänderKommission 2004). Der Leitfaden wurde einem Pretest unterzogen, indem dieser während eines ersten Interviews auf seine Handhabung und seinen inhaltlichen Ertrag hin überprüft wurde. Mithilfe des geführten Interviews wurde der Leitfaden in einer Forschungswerkstatt [1] kritisch reflektiert und nochmals überarbeitet. Das Interview wurde nicht in das Datenkorpus aufgenommen. Folgende Fragen dienten während der Interviewführung zur Orientierung und wurden je nach Gesprächsverlauf flexibel gestellt:

Abbildung 4: Interviewleitfaden Experteninterview

Feldzugang

Die Rekrutierung erfolgte auf unterschiedlichem Wege. Einerseits handelte es sich um Expertinnen und Experten, die der Forscherin aus der Fachöffentlichkeit bekannt waren (z. B. durch den Besuch von Fachveranstaltungen, aus Publikationen etc.). Ferner wurden Empfehlungen aus dem beruflichen Umfeld der Forscherin nachgegangen sowie Vorschläge aus der Forschungswerkstatt aufgegriffen. Unabhängig davon, welcher dieser Rekrutierungswege verfolgt wurde, waren immer für jeden einzelnen Erstkontakt intensive Recherchen (Internetauftritte von pädagogischen Einrichtungen, Sichtung relevanter Publikationen, Sichtung von relevanten Fachveranstaltungen etc.) notwendig.

Der Feldzugang erfolgte ebenfalls auf unterschiedlichem Wege. Ein Großteil der Expertinnen und Experten wurde zunächst postalisch angefragt. Grundlage hierfür war ein Anschreiben, welches kurz über das Forschungsvorhaben informierte. Ferner enthielt es Angaben zur Form und Dauer des Interviews sowie den Hinweis, dass das Interview aufgenommen und das Datenmaterial für die spätere Auswertung anonymisiert werden würde. Das Anschreiben endete mit dem Hinweis, dass sich die Forscherin in den nächsten Tagen telefonisch melden würde. Das Telefonat diente dazu, ein erstes telefonisches Kennenlernen zu ermöglichen, Fragen seitens der Expertinnen/Experten zu klären, den Ablauf des Interviews zu erläutern und einen Interviewtermin zu vereinbaren. Bei einigen Informantinnen und Informanten erfolgte der Erstkontakt direkt telefonisch. Ein geringer Teil wurde auf Fachveranstaltung von der Forscherin angefragt, die Terminvereinbarung erfolgte dann zu einem späteren Zeitpunkt telefonisch.

Alle Interviews wurden von der Verfasserin selbst erhoben. Für die Datenerhebung war sie im gesamten Bundesgebiet unterwegs. Ein Interview fand in einem angrenzenden europäischen Nachbarland statt.

Die Transkription der erhobenen Daten wurde zum Teil von der Verfasserin selbst als auch von einem Transkriptionsservice vorgenommen.

  • [1] Die Verfasserin war während des gesamten Forschungsprozesses Mitglied einer Forschungswerkstatt für qualitative Bildungsforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Nittel. Hierdurch erhielt sie an wichtigen Eckpfeilern des Forschungsprozesses (z. B. Themendimensionierung, Leitfadenkonstruktion, Feinanalyse) konstruktives Feedback der teilnehmenden Promovierenden sowie des Betreuers
 
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