Schwierigkeiten im Prozess der Datenerhebung

Insgesamt wurden zweiundzwanzig Interviews durchgeführt, wobei zwei Interviews nicht in das Datensample aufgenommen wurden. Bei dem einen Interview handelt es sich um den Pretest, welcher zur Erprobung und Überprüfung des Interviewleitfadens diente. Da der Interviewleitfaden im Anschluss modifiziert wurde, konnte dieses Interview nicht in das Datenkorpus integriert werden. Bei dem zweiten Fall, handelt es sich um ein Interview mit einer Expertin aus dem Schulbereich. Der Interviewverlauf ist gekennzeichnet durch eine Interaktionskrise, die sich darin manifestierte, dass die Interviewpartnerin eine mangelnde Bereitschaft an den Tag legte, Nachfragen der Interviewerin bzgl. bestimmter Spezifika ihres Handlungsfeldes zu beantworten. Die Interviewerin unterbrach das Interview und stellte noch einmal das Forschungsinteresse dar und unterstrich, dass sie nicht aus dem Schulbereich käme. Nach dieser Unterbrechung änderte die Expertin zwar ihre Haltung zum Interview, antwortete ausführlicher und zeigte sich kooperativer. Aufgrund der Dominanz der Interaktionskrise während der ersten Hälfte des Interviews wurde der Fall jedoch aus dem Sample ausgeschlossen. Ein möglicher Grund für die Verweigerungshaltung der Expertin kann darin liegen, dass die Forscherin eigentlich den Vorgesetzten der betreffenden Person für das Interview angefragt hatte, dieser jedoch die Anfrage an seine Mitarbeiterin delegierte, sodass die Grundvoraussetzung für die Interviewdurchführung, nämliche die freiwillige Teilnahme, nicht gegeben war.

Der Erstkontakt gestaltete sich ebenfalls häufig schwierig. War unter Berücksichtigung der bereits weiter oben angeführten Bedingungen zur Rekrutierung von Interviewpartnern eine geeignete Person identifiziert, so gestaltete sich die Erreichbarkeit der betreffenden Person als Herausforderung. Vor allem jene Expertinnen und Experten die aufgrund ihrer fachlichen Reputation viele terminliche Verpflichtungen hatten, konnte die Verfasserin telefonisch kaum oder überhaupt nicht erreichen, sodass die Kommunikation über das Sekretariat stattfand. Nicht selten erstreckte sich die Terminvereinbarung über Wochen, vor allem wenn bereits vereinbarte Termine wieder verschoben werden mussten.

Abbildung 6:Uberblick Datensamplen

Auch wenn die forschungsleitende Fragestellung keine Genderorientierung aufweist, so sei an dieser Stelle doch darauf hingewiesen, dass die Forscherin bemüht war, eine ausgewogene Verteilung zwischen den Geschlechtern bei der Datenerhebung zu berücksichtigen. Jedoch zeigte sich bei der Recherche und der anschließenden Ansprache, dass die entsprechenden Positionen in den jeweiligen Organisationen häufig von Männern besetzt waren (vor allem im Bereich der Wissenschaft und der Bildungspolitik). Interviewpartnerinnen hingegen konnten in ihrer Funktion als Führungskraft in einer Bildungsorganisation des Elementarbereichs, Sekundarbereichs I und der Erwachsenenbildung/Weiterbildung gewonnen werden.

 
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