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4 Produktion und Herstellung: Technik als Schlüsselfaktor für den Erfolg

Technik spielt eine herausragende Rolle bei Onlinemedien. Während sich insbesondere Printverlage vor allem als Inhalteproduzenten verstehen, als Medienunternehmen, deren Stärken in Marken und der Gestaltung von Inhalten liegt, kommt im Internet ein stark technologischer Aspekt dazu. Internetunternehmen muss man als Technologieunternehmen betrachten. Wenn Technologie bei einem Onlinemedien produzierenden Haus an externe Dienstleister per Outsourcing vergeben wird, gibt dieses Unternehmen hoch relevante Kenntnisse aus der Hand, bzw. baut solches Know-how überhaupt nicht auf. Im Wettbewerb werden solche Unternehmen ohne eigene Technologie (-kompetenz) immer auf den Rängen bleiben.

Der Herstellungsprozess bei Onlinemedien ist eng verwoben mit der Produktion bzw. Gewinnung der Inhalte (in-house und durch Nutzer) und erfolgt häufig parallel zur Inhaltegenerierung. In Konsequenz ist ein reger Austausch zwischen technischen Experten und inhalteverarbeitenden Kräften im Unternehmen eine Bedingung für erfolgreiche Arbeit. In welcher Form auch immer das Produkt hinsichtlich Gestaltung, Design und Nutzerführung entwickelt und fortentwickelt wird, immer müssen die hiermit beschäftigten Mitarbeiter im engen Austausch mit der Technik arbeiten. Die Vorstellung, dass ein Produkt inhaltlich und gestalterisch fertig gestellt wird und dann, wie im Printgeschäft, einer anderen Abteilung oder gar einem anderen Unternehmen zum Druck und zur Auslieferung übergeben wird, ist bei Onlinemedien nicht haltbar. Ein Onlinemedien-Produkt ist nie fertig: Es gibt zu keinem Zeitpunkt einen Zustand, über den gesagt werden kann, dass eine Ausgabe, eine Episode oder ähnliches nun abgeschlossen ist und herstellenden und distribuierenden Bereichen überlassen werden kann. Onlinemedien sind nie fertig. Sie befinden sich in einem kontinuierlichen Veränderungsprozess. Auch deshalb müssen Technik, Redaktion, Produktentwicklung und Community-Management am besten auf einer Etage sitzen.

Technische Kernfunktionen umfassen die folgenden Bereiche:

Betrieb der Webseite, das heißt Hosting und Providing; darunter sind die Bereitstellung von Rechnerkapazitäten und die physische Anbindung an das Internet zu verstehen.

Entwicklung bzw. Programmierung der Produkte; ein Webangebot im Bereich der hier interessierenden Onlinemedien verlangt in der Regel ein Content Management System (CMS) als Basis für die Arbeit von Redakteuren; hinzu kommen weitere Softwaremodule zum Beispiel für die Einbindung von Nutzerinhalten sowie für den Betrieb von Foren und Blogs.

▪ Für die Gestaltung des Frontends, also der für Nutzer sichtbaren Oberfläche einer Internetseite, ist ein weiterer Bereich zuständig, der als Customizing oder Design bezeichnet werden kann.

▪ Weitere Funktionen beschäftigen sich je nach Produkt mit Datenbankanwendungen (z. B. für Produktkataloge), Schnittstellenprogrammierung zu Dienstleistern, ContentLieferanten oder -Abnehmern, Kooperationspartnern und zur Einbindung von Werbemitteln etc.

Die notwendigen technischen Bereiche sowie die Struktur einer Technikabteilung bei Onlinemedien sind natürlich stark abhängig von dem Produktangebot. Onlinemedien bzw. ContentPortale mit einer kritischen Mindestgröße werden jedoch in der Regel alle oben stehenden Funktionen auf die eine oder andere Art abdecken müssen. Make-or-buy-Entscheidungen müssen sorgfältig geprüft werden. Für alle Bereiche gibt es professionelle Outsourcing-Lösungen bzw. Dienstleister. Hohe externe Kosten, Wissensaufbau und Prozessgeschwindigkeit sind starke Argumente, In-house-Lösungen zu prüfen und in der Regel auch zu favorisieren.

 
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