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Literatur

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comScore: Future in Focus – Digitales Deutschland 2013, comscore.com, 2013

Eick, Dennis: Digitales Erzählen – Die Dramaturgie der Neuen Medien, UVK, Konstanz 2014

EITO European Information Technology Observatory – Source of ICT market information: eito.com Glocer, Tom: The two-way pipe – facing the challenge of the new content creators, OPA Key Note

Speech, tomglocer.com/blogs/sample_weblog/archive/2006/10/11/97.aspx, 2006

IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., ivw.eu

Kaspar, Thomas H.: Web 2.0 – Geld verdienen mit Communitys, Beck Verlag, München 2009

Online-Vermarkterkreis (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V., bvdw.de, ovk.de

Sigler, Constanze: Online-Medienmanagement – Grundlagen, Konzept, Herausforderungen, Gabler,

Wiesbaden 2010

Statista: Top 1000 – Erfolgreichste Internet-Unternehmen Deutschlands nach Umsatz, Hamburg 2014 Trappel, Josef: Online-Medien – Leistungsprofil eines neuen Massenmediums, UVK, 2007

Ulin, Jeffrey C.: The Business of Media Distribution – Monetizing Film, TV, and Video Content in an

Online World, Focal Press, Burlington 2010

Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW): ZAW-Jahrbuch Werbung in Deutschland 2008, Berlin 2008

Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW): ZAW-Jahrbuch Werbung in Deutschland 2013, Berlin 2013

Ein paar Geschichten, Gedanken und Tipps zur Medienpraxis Film

„Es gibt Filme, die uns zum Träumen bringen, und Filme, die mit uns einen Traum teilen.“

Sean Penn1

1 Nocturnes cis-moll. Oder: Erzähl Geschichten, vom Leben, von der Liebe und vom Tod!

Filme machen ist wie Klavier spielen. Da wird das Herz angerührt. Und manchmal auch die Seele. Aber ohne Filme und ohne Klaviermusik würde sich die Welt trotzdem weiterdrehen. Denn von Filmen und von der Musik werden Menschen nicht satt. Filmemacher retten keine Leben, und Komponisten und Pianisten tragen null Komma nichts dazu bei, dass das Klima dieser Erde nicht weiter steigt, und dass der Dreck von Tschernobyl und Fukushima wieder weggeräumt wird und keinen Schaden mehr anrichtet. Aber ohne gute Filme, in denen Geschichten über das Leben, die Liebe und den Tod erzählt werden, und ohne Klaviermusik, die mir Stimmungen vom Leben, von der Liebe, von Gefühlen, von Schmerzen und vom Sterben nahe bringt, wäre diese Welt viel ärmer.

Spätsommer 1939. Der Warschauer Rundfunk überträgt live Frédéric Chopins Nocturnes in cis-moll, gespielt von Wladyslaw Szpilman. Das friedliche Warschau pulsiert als moderne und lebendige Metropole. Passanten und Fahrzeuge strömen durch die Stadt, im sommerlich hellen Licht flanieren Menschen entspannt in einem Park. Ein Zeitungsjunge mit ernstem und angespanntem Gesicht und mit einem Stapel von Extrablättern auf dem Arm bringt dieser friedlichen Stadt Neuigkeiten. „Die Behaglichkeit hat ein Ende, böse Nachrichten kündigen sich an.“ Es sind übelste bad news! Diese bleiben nicht nur Schlagzeilen auf Papier. Detonationen durchbrechen Chopins Klavierklänge, Einschläge von Geschossen übertönen die Übertragung des Polnischen Rundfunks. Wladyslaw Szpilman bezaubert trotz allem seine Zuhörer, doch der Kriegslärm zerstört mehr und mehr den Zauber der Melodie, die Wladyslaw Szpilmans Hände kreieren. Niemand kann den größten Komponisten der polnischen Geschichte so meisterhaft spielen wie er. Er verneint einfach den Krieg, der seine Musik stört. Der Toningenieur macht durch die Scheibe hindurch mit dem ausgestreckten, abgespreizten Daumen von links nach rechts unter dem Kinn das bis heute allen Radiound Fernsehmachern geläufige Zeichen des Halsabschneidens, im Klartext, „hör sofort auf!

Schluß, aus, Ende!“ Der doppelten Bedeutung seiner Geste in dieser Situation ist sich der Toningenieur vermutlich gar nicht bewusst! Aber der große Pianist negiert die Aufforderung seines Tonmeisters, er spielt weiter, immer zu, seine „Nocturnes“. Er hält stand, flüchtet nicht, bleibt Pianist. Bis eine Detonation die Scheibe zerbricht, und eine Scherbe ihn an der Schläfe verletzt. Doch auch diese erste physische Bedrohung, der noch viele folgen werden, lebensbedrohliche, tödliche Bedrohungen, negiert der Pianist, er wahrt Haltung und Form, bleibt Künstler und flüchtet erst im letzten Moment.

 
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