< Zurück   INHALT   Weiter >

5 Die ARD

Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) wurde am 5. August 1950 von den damals sechs Landesrundfunkanstalten BR, HR, RB, SDR, SWF und NWDR gegründet, für den Westteil von Berlin hatte der RIAS eine Art Beobachterstatus, danach wurde der Sender Freies Berlin (SFB) Mitglied der ARD. Die Form der Arbeitsgemeinschaft sollte unterstreichen, dass die einzelnen Landessender in völliger Unabhängigkeit voneinander arbeiten, aber ihre Programme untereinander koordinieren wollten.

Keimzelle des ARD-Fernsehens war der oben erwähnte NWDR, der von Hamburg aus das Deutsche Fernsehen sendete. Am 1. November 1954 beschlossen die Landesrundfunkanstalten Deutschlands, dieses Programm gemeinsam für ganz Deutschland zu veranstalten, wobei es ausdrücklicher Anspruch der ARD war, auch die Zuschauer in der „Besatzungszone“, der DDR, mit zu versorgen. Der später erst gegründete Saarländische Rundfunk (SR) trat 1959 ebenfalls der ARD bei.

1984 wurde das ARD-Gemeinschaftsprogramm in Erstes Deutsches Fernsehen umbenannt, um den historischen Vorsprung vor allen anderen Wettbewerbern deutlich zu machen. Seit 1994 wird es nur Das Erste genannt, auch wenn umgangssprachlich meist nach wie vor das Kürzel ARD mit dem Programm Das Erste gleichgesetzt wird. Der ARD gehören im TVBereich gegenwärtig neun Landesrundfunkanstalten an, das zehnte Mitglied ist die Deutsche Welle, die auch German TV, das deutsche Auslandsfernsehen, redaktionell verantwortet.

Die Abschaltung des analogen Sendesignals in vielen Gebieten und die geförderte Ausbreitung von DVB-T hat dazu geführt, dass Das Erste nicht mehr nur über die ARD-eigenen Sendeanlagen verbreitet werden kann, wie es im Hörfunk noch heute der Fall ist. Außerdem ist Das Erste seit Mai 2007 auch mobil (siehe unten Handy TV) zu empfangen und sendet seit Sommer 2007 nahezu ausschließlich in 16:9.

Die ARD veranstaltet heute neben dem Gemeinschaftsprogramm Das Erste und den Regionalprogrammen noch die digitalen Sender Tagesschau24, EinsPlus und EinsFestival. Außerdem kooperiert die ARD bei 3sat mit dem ORF, dem SF und dem ZDF. Gemeinsam mit dem ZDF wird auch das Programm des Kinderkanals KiKa, ebenso wie der Nachrichtensender Phoenix verantwortet. Auch das Programm des deutsch-französischen Senders ARTE und das von German TV entsteht in Kooperation mit dem ZDF, genauso wie die Zuständigkeit für Deutschlandradio und Deutschlandfunk. Eine gemeinsame Programmvermarktung in Zusammenarbeit mit einigen freien Produzenten unter dem Titel „Germanys Gold“ wurde gerade vom Kartellamt untersagt. Die Vermarktung der ARD-Programme und der daraus entstandenen Lizenzen („Die Maus“) erfolgt bislang jeweils durch sendereigene Vermarktungsunternehmen.

 
< Zurück   INHALT   Weiter >