Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Medien und Kommunikationswissenschaft arrow Medienmanagement
< Zurück   INHALT   Weiter >

5 Jugendschutz und Selbstkontrolle der Medien

Noch einmal zur Erinnerung: das Mediensystem in Deutschland ist freiheitlich organisiert und keiner Zensur unterworfen. Dennoch gibt es Grenzen und Richtlinien, die von den Medien beachtet werden müssen.

So sind der Schutz von Kindern und Jugendlichen und der Schutz der Menschenwürde in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. Kinder und Jugendliche müssen demnach vor Inhalten geschützt werden, die nicht für sie geeignet sind.

Jugendmedienschutz-Staatsvertrag

Grundsätzliches: Im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) wurden entsprechende Festlegungen für Rundfunk und Telemedien getroffen, welche Medieninhalte wann und wie gesendet bzw. angeboten werden dürfen. Unzulässig sind nach § 4 Satz 1 JMStV Angebote, wenn diese:

1. „Propagandamittel [...] darstellen, deren Inhalt gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung oder den Gedanken der Völkerverständigung gerichtet ist,

2. Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im Sinne [...] des Strafgesetzbuches

verwenden,

3. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewaltund Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, dass Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden,

4. eine unter der Herrschaft des Nationalsozialismus begangene Handlung der [...] des Völkerstrafgesetzbuches bezeichneten Art in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, leugnen oder verharmlosen,

5. grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt; dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen,

6. als Anleitung zu einer [nach] Strafgesetzbuches genannten rechtswidrigen Tat dienen,

7. den Krieg verherrlichen,

8. gegen die Menschenwürde verstoßen, insbesondere durch die Darstellung von Menschen, die sterben oder schweren körperlichen oder seelischen Leiden ausgesetzt sind oder waren, wobei ein tatsächliches Geschehen wiedergegeben wird, ohne dass ein berechtigtes Interesse gerade für diese Form der Darstellung oder Berichterstattung vorliegt; eine Einwilligung ist unbeachtlich,

9. Kinder oder Jugendliche in unnatürlich geschlechtsbetonter Körperhaltung darstellen;

dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen,

10. pornografisch sind und Gewalttätigkeiten, den sexuellen Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen oder sexuelle Handlungen von Menschen mit Tieren zum Gegenstand haben; dies gilt auch bei virtuellen Darstellungen […]“

Zur Prüfung, ob Verstöße gegen den JMStV vorliegen, wurde die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) eingesetzt. Sie entscheidet auch über die Ahndung von Rechtsverletzungen. Die KJM und der JMStV folgen dem Prinzip der „regulierten Selbstregulierung“. Daraus sind Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle hervorgegangen. Ziel ist es, die Eigenverantwortung der Rundfunkund Internetanbieter zu stärken und zudem eine Vorabkontrolle zu ermöglichen.

Freiwillige Selbstkontrolle

Die Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle für Fernsehen, Filmwirtschaft, Multimedia und Diensteanbieter sowie Unterhaltungssoftware und Telefonmehrwertdienste prüfen die Zulässigkeit von Angeboten unter Jugendschutzgesichtspunkten.

Zusätzlich dazu gibt es noch weitere Selbstkontrolleinrichtungen der Medien, dies sind

unter anderem:

▪ Deutscher Presserat

▪ Deutscher Werberat

▪ Automaten Selbstkontrolle

▪ DT-Control (Freiwillige Selbstkontrolle Pressevertrieb)

Nach der inhaltlichen Diskussion zum Jugendmedienschutz gibt es aber auch auf wirtschaftlicher Seite Kontrolleinrichtungen. Es geht um Medienkonzentration und die Medienkonzentrationskontrolle im Mediensystem der Bundesrepublik Deutschland.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften