Die Vereinigten Staaten von Amerika

Bevor das Mediensystem der USA gemäß Blums Vergleichskriterien analysiert werden kann und Rückschlüsse wie auch Vergleiche mit beispielsweise dem bundesdeutschen Mediensystem möglich sind, wenden wir uns im Folgenden den USA zu und beleuchten die vorliegenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten des Landes.

Grundwissen über die Vereinigten Staaten von Amerika

Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776 – 1783 lösten sich 13 nordamerikanische Staaten von der britischen Kolonialmacht und begründeten die Vereinigten Staaten von Amerika. Als Gründungsdatum der USA gilt das Jahr der Verfassungsgebung 1787. Die US-amerikanische Verfassung wurde 1791 mit den „Bill of Rights“ ergänzt und um den im Anhang enthaltenen Grundrechtkatalog bedeutend erweitert.

Die Staatsform der USA ist eine präsidiale Bundesrepublik mit einem Mehrheitswahlrecht, an dessen Spitze das Staatsoberhaupt, der Präsident, steht. Heute teilt sich die USA in insgesamt 50 föderative Bundesstaaten, zuzüglich des Hauptstadtdistrikts District of Coumbia, in welchem die Hauptstadt Washington liegt, auf.

Das Parlament der Vereinigten Staaten von Amerika ist der Kongress, der sich aus zwei Häusern, dem Senat und dem Repräsentantenhaus, zusammensetzt. Beide Häuser sind verfassungsrechtlich gleichberechtigt, unterscheiden sich aber unter anderem in Größe und Wahlfolge deutlich voneinander. Der Senat setzt sich aus 100 auf sechs Jahre gewählte Senatoren zusammen, während die 435 Mitglieder, die sogenannten Repräsentanten, des Repräsentantenhauses für zwei Jahre in ihr Amt gewählt werden.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 6. November 2012 standen sich der Republikaner Mitt Romney und der Demokrat Barack Obama gegenüber. Der demokratische Präsident Obama konnte 332 der insgesamt 538 Stimmen der Wahlmänner auf sich vereinigen und wurde im Amt bestätigt. Seit seiner Vereidigung am 20. Januar 2013 ist Barack Obama der

45. Staatpräsident und Regierungschef der USA.

Die Gesamtpopulation der USA liegt bei etwa 318 Millionen Menschen. Der amerikanische Arbeitsmarkt ist gekennzeichnet durch eine große Flexibilität. Im Gegensatz zu Arbeitnehmern in Deutschland gehen in den USA viele Arbeitnehmer mehreren beruflichen Tätigkeiten, sowohl in Vollwie auch in Teilzeit, nach. Bei einer Arbeitslosigkeit von 6,6 Prozent Anfang 2014, beläuft sich das Bruttosozialprodukt (BSP) pro Kopf auf 52 340 Dollar.

Die USA kann man sicher zweifellos als das traditionelle Einwanderungsland bezeichnen. Dies spiegelt sich bis heute sich in der Zusammensetzung der US-Bevölkerung bezüglich ethnischer und religiöser Zugehörigkeit wieder. Neben der großen ethnischen Gruppe der Weißen, die 79,9 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, ist die Gesellschaft charakterisiert durch eine ethnische Vielfalt:

▪ Afro-Amerikaner 12,9 %,

▪ Hispanics 15,1 %,

▪ Asiaten 4,4 %,

▪ Ureinwohner 0,9 % (Indianer),

▪ Polynesier (Hawaiianer, Bewohner pazifischer Inseln) 0,2 %,

lebten laut der aktuellsten Volkszählung 2010 in den USA.

In den Vereinigten Staaten besteht seit 1791 mit der Verabschiedung des First Amendment, dem ersten Verfassungszusatz, absolute Religionsfreiheit und entsprechend groß ist die anzutreffende Vielfalt an Religionsgemeinschaften in den USA.

▪ Christen 78,5 % (Protestanten 51,3 %, Katholiken 23,9 %, Sonstige 3,3 %)

▪ Konfessionell ungebunden 12,1 %

▪ Juden 1,7 %

▪ Buddhisten 0,7 %

▪ Muslime 0,6 %

▪ Sonstige 6,5 %

Die USA gelten bis heute als eine Nation, in der Religion unzweifelhaft einen festen Platz im persönlichen und gesellschaftlichen Lebensraum hat. Dies gilt auch für junge Amerikaner. So bekennen sich 60 Prozent der Jugendlichen einer Religionsgemeinschaft zugehörig. In der Vergangenheit wurde mittels der Kirchengangshäufigkeit die Bedeutung von Religion innerhalb einer Gesellschaft erhoben. 44 Prozent der amerikanischen Jugendlichen gehen regelmäßig in die Kirche. Heute spiegelt sich Religiosität in den USA aber seltener durch die reine Kirchgangshäufigkeit ab, weshalb dieser Aspekt im Falle von Jugendlichen ergänzt wird durch besondere Aktivitäten wie regelmäßige Chorbeteiligung und Teilnahme an kirchlichen Jugendgruppen. Immerhin 28 Prozent der Jugendlichen bekennen sich, einer dieser Formen der kirchlichen Beteiligung regelmäßig nachzugehen.

Religiöse Wertvorstellungen sind demnach in den USA nach wie vor so stark verankert, dass sie bis heute Einfluss nehmen auf Entscheidungen des privaten, sozialen und politischen Lebens. Politische Entscheidungen betreffend wurde dies letztmalig deutlich bei der Präsidentschaftswahl 2004, als George W. Bush insbesondere die Gruppe der Protestanten und den Personenkreis für sich gewinnen konnte, der regelmäßig an einem Gottesdienst teilnimmt.

 
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