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3.7 Medienkonzerne

In den Vereinigten Staaten vollzog sich bereits Ende der 1980er-Jahre die erste Fusionswelle innerhalb der Medienindustrie. Die Initialzündung hierfür lieferte die Zusammenlegung der Unternehmen TIME und Warner. Das neue Medienunternehmen Time Warner wurde nach dem Zusammenschluss zum größten Medienkonzern der Welt.

Ziel dieser Zusammenschlüsse war in erster Linie, wie auch im Falle der Time Warner Fusion, eine vertikale Konzentration innerhalb der Medienbranche sicherzustellen, das heißt, beginnend mit der Medienproduktion bis hin zur Distribution der Medienerzeugnisse alle Prozesse unter dem Dach eines Unternehmens zu vereinen.

Ab 1995 startete die nächste Fusionswelle. Time Warner übernimmt mit Ted Turners Turner Broadcasting Systems für rund 8 Milliarden Dollar auch die Nachrichtensender CNN und fünf Jahre später fusionieren AOL und Time Warner. Diese Fusion war allerdings nicht von langer Dauer: der erfolglose Zusammenschluss endete 2009.

Neben den brancheninternen Zusammenschlüssen sind mit Beginn des neuen Jahrtausends verstärkt Fusionen medienfremder Branchen miteinander zu verzeichnen. So erwirbt das Filmstudio Disney das Zeitungshaus Capitol Cities und das Fernsehnetzwerk ABC für 19 Milliarden Dollar. 2003 greift NBC über den Atlantik und übernimmt den französischen Konzern Vivendi Universal.

Die Medienkonzentration in den USA ist sehr stark ausgeprägt. Zumeist gehören die amerikanischen Medienunternehmen dann auch zu den führenden Weltkonzernen.

Tabelle 5: Die 10 größten Medienkonzerne der Welt

Unternehmen

Land

Umsatz (in Mrd. Euro, 2013)

Comcast/NBCUniversal, LLC

USA

48,700

Google Inc.

USA

39,053

The Walt Disney Company

USA

32,906

News Corp. Ltd. / 21st Century Fox

USA

26,234

Time Warner Inc.

USA

22,361

Viacom Inc. / CBS Corp.

USA

21,775

Sony Entertainment

Japan

18,325

Bertelsmann SE & Co. KGaA.

Deutschland

16,065

Vivendi S.A

Frankreich

13,325

Cox Enterprise Inc.

USA

11,900

3.8 Internet

Schnelligkeit und Aktualität waren lange Zeit die Stärke der Zeitungen. Lange Zeit war der Ruf der Nachrichtenagenturen darauf begründet, wichtige Nachrichten als erster zu veröffentlichen. Das direktere Fernsehen nahm den Printmedien diesen Vorteil. Heute hat das Internet seine unzweifelhaften Vorteile in der Geschwindigkeit und Aktualität der veröffentlichten Beiträge. Durch eigene Online-Auftritte und den dort veröffentlichten aktuellen Nachrichten haben Zeitungen den Abstand zum Fernsehen verringern können. Zeitungen verstehen es verstärkt durch Ihre Internetauftritte ihre Markenidentität zu schärfen und durch Neuerungen wie Online-Nachmittagsausgaben ihr Portfolio wieder zu erweitern.

Die Anfänge des Internets gehen zurück auf militärische Forschungsprojekte, die im Jahr 1958 initiiert wurden, um im Kalten Krieg eine militärische Dominanz der USA herzustellen. Das sogenannte ARPANET, benannt nach der Advanced Research Projects Agency (ARPA), einer Abteilung des US-Verteidigungsministeriums, wurde erstmals 1969 erfolgreich getestet und in den 1980er-Jahren zu einem akademischen Netzwerk zwischen amerikanischen Universitäten ausgebaut. Der kommerzielle Durchbruch des Internets kam, nachdem Tim Berners-Lee am Europäischen Institut für Teilchenphysik (CERN) in Genf ein neues Informationssystem mit einer einfacheren Benutzerfläche entwickelte und seit Anfang der 1990er entwickelte sich das Internet zum neuen Massenmedium.

Die neue Internet-Technologie hat dazu beigetragen, dass die traditionelle Aufsichtsfunktion der Journalisten im Gefüge der „Checks and Balances“ gestärkt wurde. Journalisten haben nun einfacheren Zugang zu effizienteren Quellen, um an relevante Informationen zu gelangen. Die Möglichkeiten, online Dokumente zu durchsuchen, online Hintergrundinformationen zu sammeln und dadurch zusätzliche Quellen zu ermitteln, haben das bestehende journalistische Handwerkszeug bereichert.

Auf die Entwicklung von Online-Standards haben drei Prozesse maßgeblich Einfluss. Erstens zeigt es sich, dass dominierende Nachrichten-Webseiten von großen Medienunternehmen geleitet werden. Diese sind klassische Nachrichtenorganisationen wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehund Kabelfernsehsender. Zweitens sind Journalisten selbst bestrebt, Regelungen für die Online-Berichterstattung zu definieren und festzulegen. Die Online News Association entwickelt Empfehlungen, wie solche Regelungen eingesetzt und überwacht werden können. Drittens die Interaktivität von beispielsweise E-Mail. Diesen Dienst bietet das Internet auch und hat vermutlich den größten Anteil an der Einführung neuer journalistischer Standards. Neben der Möglichkeit unmittelbarer Rückmeldung auch durch neue Kommunikationsformen des Internets, wie beispielsweise Facebook, Twitter und RSS, die gerne unter dem Begriff Social Media zusammengefasst werden, bietet es Reportern die Chance von Personen Kenntnis zu erlangen, die über wesentliche Informationen verfügen, die eine Sichtweise oder zusätzliche Quellen darstellen können – oder einfach auf unausgewogene und unfaire Berichterstattung hinweisen können.

Tabelle 6: Die 10 Top News-Websites

News-Website

Monatliche Nutzer (in Tausend, März 2014)

Yahoo!News

125 000

HuffingtonPost

105 000

CNN

85 000

Google News

80 000

New York Times Digital

70 000

Fox News

65 000

NBC News

63 000

The Guradian

60 000

Mail Online

53 000

USA Today

50 000

 
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