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4 Überblick über Forschungsstudien und -einrichtungen in Deutschland zur Mediennutzungsforschung

In Deutschland existieren zahlreiche Forschungseinrichtungen, die verschiedene (regelmäßige) Zahlen und Daten zur Mediennutzung in Deutschland erheben. Dieses Kapitel soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten Einrichtungen und ihre bekanntesten Forschungsstudien geben.

4.1 Sinus-Institut: Sinus Milieus

Das Sinus-Institut mit Sitz in Heidelberg untersucht alle Facetten des soziokulturellen Wandels und analysiert deren Bedeutung für Unternehmen und Institutionen. Das Institut ist eine unabhängige und inhabergeführte Einrichtung für psychologische und sozialwissenschaftliche Forschung und Beratung. Dabei bestehen zudem eine Vielzahl an internationalen Forschungsund Beratungs-Kooperationen und ein großes Netzwerk.

Eine der bekanntesten und einflussreichsten Studien zur Zielgruppen-Segmentation sind die Sinus-Milieus. Diese spiegeln die Veränderungen der Gesellschaft wider und werden seit Beginn der 80er-Jahre von nahezu allen Markenartikel-Herstellern, Marketingdienstleistern und Medienunternehmen, aber auch von Parteien oder Gewerkschaften genutzt. Die SinusMilieus erscheinen in 18 Nationen und werden für jedes dieser Länder einzeln entwickelt. Aus diesen Daten wurden zudem die Sinus-Meta-Milieus entwickelt, die einen internationalen Vergleich von kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden ermöglichen. Regelmäßige Neustrukturierungen und Updates verschaffen dem Modell Aktualität.

Untersucht werden neben demografischen Eigenschaften wie Bildung, Einkommen oder Beruf, die Werte und Lebensziele der Menschen, ihre Befindlichkeiten und Orientierungen, Lebensstile und Einstellungen. Der Mensch wird ganzheitlich wahrgenommen, die Studie möchte aufzeigen, was die Menschen bewegt und wie sie bewegt werden können.

Abbildung 7: Sinus-Milieus in Deutschland

4.2 Medienpädagogischer Forschungsbund Südwest: JIMund KIM-Studie

Der Medienpädagogische Forschungsbund Südwest (mpfs) ist ein Kooperationsprojekt der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Der mpfs erhebt, dokumentiert und verbreitet Daten und Informationen zur Nutzung und Funktion sowie zu Inhalten von Medien.

Seit 1998 untersucht der mpfs in regelmäßigen repräsentativen Studien die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen:

▪ JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media):

Die JIM-Studie wird jährlich durchgeführt. Befragt werden rund 1 000 12bis 19-Jährige zu ihrem Umgang mit Medien. Bei der Studie handelt es sich um ein Langzeitprojekt. Dadurch können Entwicklungen und Trends kontinuierlich betrachtet werden. Themenschwerpunkte bilden unter anderem Mediennutzung, Medienbesitz, Computerund Internetnutzung, Medienfunktionen und -bindung, Einstellungen/Images zu Computer und Internet.

▪ KIM-Studie (Kinder + Medien, Computer + Internet):

Bei der KIM-Studie werden rund 1 200 Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren zum Stellenwert der Medien im Alltag befragt. Auch bei dieser Studie handelt es sich um ein Langzeitprojekt, das 1999 erstmals durchgeführt wurde. Die Befragung erfolgt bei den Kindern mündlich-persönlich, bei ihren Eltern schriftlich. Themenschwerpunkte sind unter anderem Medienausstattung, -bindung, -funktion, Computerund Internetnutzung, Einstellungen zu Computer und Internet, Lernprogramme, Mediennutzung im familiären Kontext.

 
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