Forderung flexibler Zugänge zu Bildungsinhalten an Hochschulen durch Modularisierung (Z. 1170-1187)

Der Experte thematisiert in diesem Subsegment die Einführung von Bachelorund Masterstudiengängen, die neue Anforderungen an die Universitäten stellen würden: Bildungsinhalte müssten neu überdacht werden und eine Modularisierung der Lerninhalte würde erfolgen. Müller vertritt die Meinung, dass bei der Umsetzung dieser hochschulpolitischen Reform die Möglichkeit eines Veränderungsprozesses der Universitäten bestehe. Hierbei sieht der Informant jedoch ein erneutes Problem. Seiner Meinung nach sollte die Modularisierung außeruniversitären Lerninteressierten die Möglichkeit bieten, bei kurzfristigem Bedarf universitäre Lehrveranstaltungen in Anspruch zu nehmen. Fachlogischer Aufbau und wissenschaftlicher Anspruch bei der Modulkonzeption verhindere jedoch diese von ihm favorisierte Funktion. Während bei den Universitäten noch Handlungsbedarf bei der flexiblen Öffnung von Bildungsmodulen bestehe, würden „lernende Einrichtungen“ (Z. 1186) diese Anforderungen bereits umsetzen.

Feststellung einer Diskrepanz zwischen Verordnung von und Bereitschaft zur Vernetzung der Universitäten mit anderen Einrichtungen und deren Bearbeitung (Z. 1187-1221)

Müller konstatiert einen Handlungsbedarf bei der Vernetzung der Universitäten mit anderen Einrichtungen: Die Bereitschaft zur Vernetzung müsse noch geschaffen werden. Ferner müsse sie auf verschiedenen Ebenen angegangen werden. Als Beispiel führt der Experte die Praktikumsphasen während des Studiums an. Es müssten Kooperationsvereinbarungen mit Praktikumseinrichtungen entwickelt werden, in welchen die jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten festgehalten würden, sodass die Studierenden berufsrelevante Tätigkeiten während des Praktikums kennenlernen könnten. Müller ist der Auffassung, dass entsprechende Kooperationsmodelle noch nicht entwickelt worden seien; durch Vorgaben im Curriculum könnten diese aber verlangt werden. Diese Aussage revidiert der Interviewpartner, indem er anmerkt, dass eine verordnete Vernetzung zu einer nicht wünschenswerten bürokratischen Umsetzung führen könnte. Um den Widerspruch zwischen Verordnung von und Bereitschaft zur Vernetzung aufzuheben, greift Müller auf den Begriff der Lernkultur zurück. Die Bereitschaft zur Vernetzung sei unter Umständen eine Frage der Veränderung von Lernkulturen.

 
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