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Segment 12: Institutionalisierung lebenslangen Lernens: ein unendlicher Prozess (Z. 1296-1325)

Die Interviewerin erfragt die Einschätzung des Experten, in welchem Zeitraum die Institutionalisierung lebenslangen Lernens als abgeschlossen betrachtet werden könne. Müller erklärt, dass diese ein dauerhafter Prozess sei, der nicht abgeschlossen werden könne. Bildung unterliege dem ständigen Einfluss unterschiedlicher Faktoren. Die Forderung eines hohen Bildungsniveaus in allen gesellschaftlichen Milieus sowie der Einbezug älterer Menschen in Arbeitsund Lernprozesse stellten eine Herausforderung für das Bildungssystem dar. Ferner müsse das Bildungssystem wegen des steigenden ökonomischen Drucks im Kontext der Globalisierung effizient und flexibel gestaltet werden. Aufgrund der angeführten Beispiele ist der Experte der Meinung, dass die Institutionalisierung lebenslangen Lernens nicht abzuschließen sei.

Segment 13: Subventionierung der frühkindlichen Förderung bei gleichzeitiger Privatisierung der Hochschulen (Z. 1326-1383)

Das letzte Segment beginnt mit der Frage der Interviewerin, die von dem Experten abschließend wissen möchte, wie das lebenslange Lernen in den einzelnen Lebensphasen zu finanzieren sei. Müller ist der Meinung, dass eine Umverteilung der finanziellen Ressourcen erfolgen müsse. Es müssten mehr Investitionen in die Frühförderung von Kindern getätigt werden, während die Universitäten bzw. Hochschulen zu privatisieren seien. Personen mit hohem akademischen Abschluss und hohem Einkommen sollten ihre Ausbildungskosten rückwirkend erstatten. Die Wissenschaft zeige, dass die frühkindliche Phase eine wichtige Funktion bei der Förderung von Lernfähigkeit sowie dem Wecken von Neugierde und Motivation einnehme. Die PISA-Studie habe erneut gezeigt, dass in diesem Bereich und insbesondere für sozialbenachteiligte Familien und Familien mit Migrationshintergrund zu wenig getan werde. Ferner müsse die Erzieherinnenausbildung akademisiert werden. Dabei reflektiert er, dass durch eine Akademisierung nicht gleichzeitig eine höhere Qualität der zu leistenden Arbeit bewirkt werden könne. Der Experte glaubt, dass die frühkindliche Förderung eine zentrale Funktion im Bildungssystem einnehme, da die Bearbeitung von Spätfolgen einer mangelnden Frühförderung kostenintensiv sei, wie ein Praxisprojekt gezeigt habe. Das Bildungssystem berücksichtige diese Entwicklungen nach Auffassung des Experten noch nicht in ausreichendem Maße. Eine entsprechende politische Lösung, die eine Umverteilung finanziellen Ressourcen berücksichtige, werde seines Erachtens durch die politischen Akteurinnen und Akteure selbst behindert. Müller beendet das Thema mit der Kritik, dass die berufliche Qualifizierung zum Meister sehr kostenintensiv, während ein Studium kostenlos sei.

Segment 14: Interviewabschluss (Z. 1384-1387)

Das vierzehnte Segment beinhaltet die Abschlusssequenz des Interviews mit der Danksagung der Interviewerin.

5.3 Zentrale Argumentationsschemata und Befunde des offenen Kodierens

Subsegment 1.3: Konstatierung eines nicht vorhandenen einheitlichen Verständnisses vom lebenslangen Lernen bei pädagogischen Fachkräften (Z. 102 140)

Subsegment 3.1: Forderung einer kontinuierlichen fachlichen Auseinandersetzung mit dem Begriff „lebenslanges Lernen“ vor dem jeweiligen professionellen Handlungskontext (Z. 336 359)

Subsegment 3.2: Verhinderung bildungsbereichsübergreifender Zusammenarbeit durch Hinund Herschieben von Verantwortung und geschlossene institutionelle Strukturen (Z. 359 384)

Subsegment 3.4: Zusätzlicher Arbeitsaufwand infolge bildungsbereichsübergreifender Zusammenarbeit (Z. 466 – 537)

Subsegment 4.1: Abhängigkeit der bildungsbereichsübergreifenden Zusammenarbeit von Bereitschaft und

„Freiräumen“ innerhalb der Bildungsbereiche (Z. 538 559)

Subsegment 4.2: Abhängigkeit bildungsbereichsübergreifender Zusammenarbeit von den Interessen und Funktionen der beteiligten Einrichtungen (Z. 559 581)

Subsegment 4.3: (Gleichzeitige) Inklusion der Lernenden in verschiedene Segmente des Bildungssystems und daraus resultierende ungleiche Folgen für Lernende und beteiligte Einrichtungen (Z. 581 600)

Subsegment 8.2: Konstatierung verborgener strategischer Intentionen bei der Verwendung des Begriffs „informelles Lernen“ (Z. 1003 1037)

Subsegment 10.1: Institutionelle Umsetzung lebenslangen Lernens als ein bereits bestehender Bestandteil des Aufgabenspektrums vieler Weiterbildungseinrichtungen (Z. 1139 1158)

Segment 12: lnstitutionalisierung lebenslangen Lernens: ein unendlicher Prozess (Z. 1296 1325)

 
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