Bedingungskontexte des Definitionsversuchs

Handlungsrelevante kontextuelle Bedingung

Alle Akteurinnen und Akteure, die eine bildungsbereichsübergreifende Umsetzung lebenslangen Lernens im Sinne einer kontinuierlichen pädagogischen Förderung der Lernkompetenz im Lebenslauf thematisieren, weisen ein und dieselbe kontextuelle Bedingung auf: Bei der Darlegung ihres Verständnisses des lebenslangen Lernens formulieren sie den Bedeutungskontext ,pädagogische Förderung der Habitualisierung lebenslangen Lernens' (siehe hierzu Kapitel 7.5.4). In jeder Interviewgruppe (Elementarbereich, Sekundarbereich, Erwachsenenbildung/ Weiterbildung, Bildungspolitik) findet sich mindestens eine Sprecherin bzw. ein Sprecher, die bzw. der diesen Definitionsversuch formuliert. Auffallend ist, dass alle Interviewten aus der Interviewgruppe ,Elementarbereich' und ein Großteil der Interviewten aus der Interviewgruppe ,Sekundarbereich' diesen Definitionsversuch vertreten. Eine mögliche Ursache hierfür kann in der mehrjährigen Begleitung der Klientel liegen. Im Kindergarten/in der Kindertagesstätte verbleiben die Kinder im Durchschnitt drei Jahre, während die Kinder und Jugendlichen in der Sekundarstufe im Normalfall (ohne Klassenwiederholung oder Klassenüberspringen) sechs Jahre verbringen. Hier scheinen sowohl die Praktikerinnen als auch die Wissenschaftler eine direkte pädagogische Zuständigkeit für die Förderung von Lernmotivation und Lernkompetenz zu sehen, die es dann im weitergeführten Sinne im „vertikal (altersbezogenen) gegliederten Bildungssystem“ (Tippelt 2003: 36) fortzuführen gilt. [1]

  • [1] Die beiden Akteure aus der Erwachsenenbildung und Bildungspolitik, die diese inhaltliche Ausrichtung der Handlungsstrategie verfolgen, beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema ,Kompetenzentwicklung' im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit
 
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