Zusammenfassung

In diesem Kapitel erfolgte die Darlegung der bereichsspezifischen Theorie

,Kontextspezifischer Umgang mit der absoluten Metapher lebenslanges Lernen', indem das zugrundeliegende Handlungsproblem erläutert und unter Anwendung der Bedingungsmatrix der jeweilige Umgang mit dem Handlungsproblem herausgearbeitet wurde. Mittels der generierten Bedingungspfade wurde aufgezeigt, welche Bedingungen zu welchem Umgang mit der absoluten Metapher ,lebenslanges Lernen' führen und welche Konsequenzen daraus resultieren.

Im Zuge der komparativen Analyse wurde offenkundig, dass sich in den Interviews ein den Informantinnen und Informanten nicht unbedingt bewusstes Handlungsproblem abzeichnet: Unter der Bedingung, dass lebenslanges Lernen eine absolute Metapher ist, werden sie aufgefordert, das lebenslange Lernen in einem bestimmten Kontext, nämlich der bildungsbereichsübergreifenden Umsetzung im jeweiligen beruflichen Handlungsfeld der Akteurinnen und Akteure, zu reflektieren. Darauf reagieren diese mit unterschiedlichen Definitionsversuchen.

Vor dem Hintergrund einer Sprecherposition äußern sich die Bildungsexpertinnen und -experten zum Thema ,lebenslanges Lernen'. Diese Sprecherposition kann im Datensample selbstinitiiert und extern anerkannt, vonseiten der (Bildungs-)Organisation auferlegt oder vonseiten der Forscherin zugeschrieben sein.

Die komparative Analyse zeigt auf, dass sich eine bestimmte kontextuelle Bedingung für die Ausdifferenzierung der Handlungsstrategie verantwortlich zeigt. Es handelt sich dabei um die Bedeutungskontexte des lebenslangen Lernens (vgl. Kapitel 7.5.4). Die drei Definitionsversuche fußen auf drei unterschiedlichen Bedeutungskontexten.

Aus den Definitionsversuchen resultieren jeweils spezifische diskursive Praktiken der Diskurs(re)produktion, die sich in der Formulierung von diversen Voraussetzungen (organisationale und berufsgruppenbezogene Voraussetzungen, weitere Realisierungsund Gelingensbedingungen, bildungsund berufspolitische Forderungen sowie Aushandlungsprozesse) zur Verwirklichung einer bildungsbereichsübergreifenden Institutionalisierung lebenslangen Lernens manifestieren.

Im Datensample konnten die folgenden Definitionsversuche rekonstruiert werden:

§ Kontinuierliche pädagogische Förderung der Lernkompetenz im Lebenslauf

§ Parallele Inklusion der Lernenden in Einrichtungen mehrerer Bildungsbereiche des Bildungssystems

§ Reform einzelner Bildungsbereiche und dazugehöriger Organisationen

 
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