Definitionsversuch: Reform einzelner Bildungsbereiche und dazugehöriger Organisationen (vgl. Kapitel 8.3)

Die Interviewpartner/-innen, die diesen Definitionsversuch artikulieren, thematisieren ganz unterschiedliche Strukturveränderungen einzelner Bildungsbereiche (vgl. Kapitel 8.3.1)

Als handlungsrelevante kontextuelle Bedingung kommt hier der Bedeutungskontext ,Lebenslanges Lernen als Reformstrategie' der absoluten Metapher ,lebenslanges Lernen' zum Tragen (vgl. Kapitel 8.3.2).

Dieser Definitionsversuch wird sowohl von Informantinnen und Informanten mit einer selbstinitiierten und extern anerkannten Sprecherposition als auch von Interviewpartnerinnen und Interviewpartnern mit einer vonseiten der Forscherin zugeschriebenen Sprecherposition vorgenommen. Sie gehören hauptsächlich der Expertengruppe ,Bildungspolitik', aber auch der Expertengruppe ,Erwachsenenbildung/Weiterbildung' an, vereinen sowohl die wissenschaftliche als auch die praxisbezogene Perspektive und thematisieren in der Ausübung ihrer Sprecherrolle hauptsächlich einen beruflichen Bezug zum lebenslangen Lernen (vgl. Kapitel 8.3.2). Auffallend bei dieser Gruppe ist, dass die institutionelle Zugehörigkeit das Antwortverhalten einiger Vertreter beeinflusst: Dies äußert sich einerseits darin, dass die sehr spezifische Sichtweise der Organisation als die eigene übernommen und reproduziert wird oder, im Gegensatz dazu, eine angedeutete Divergenz zwischen offizieller (Organisationsperspektive) und persönlicher Meinung offenkundig wird.

Bezüglich der argumentativen Praktiken kommt auch hier wieder die abkürzende Praktik der metaphorischen Wendungen zum Einsatz. Im Vergleich zu den verwendeten Praktiken im Kontext der Formulierung der beiden anderen Definitionen fällt hier der häufige Einsatz von positiven und negativen Gegenhorizonten auf, um den jeweiligen Reformansatz zu legitimieren (vgl. Kapitel 8.3.2).

Da die formulierten Reformansätze sehr unterschiedlicher Art sind, konnten bezüglich der diskursiven Praktiken keine Muster identifiziert werden. Es lassen

sich organisationale und berufsgruppenbezogene Voraussetzungen, berufspolitische Forderungen, Realisierungsund Gelingensbedingungen sowie Aushandlungsprozesse erkennen (vgl. 8.3.3).

 
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