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1 Einleitung

Die Diskussion zur Integration von Menschen [1] mit besonderen Bedürfnissen in die Gesellschaft hat eine lange Tradition. Dabei lassen sich, vor allem im deutschsprachigen Raum Europas, im Wesentlichen zwei Diskussionsstränge ausmachen. Einerseits geht es dabei um die Frage, ob Menschen mit besonderen Bedürfnissen überhaupt das Recht besitzen in die Gesellschaft integriert zu werden. Diese Forderung zeigt mittlerweile vielfältige Konsequenzen in Politik, Rechtsordnung und Wissenschaft, ist weitestgehend akzeptiert und wird auch dementsprechend umgesetzt. Daraus folgend ist in den letzten Jahren vermehrt die Diskussion darüber entstanden, wie die Integration von Menschen mit besonderen Bedürfnissen umgesetzt werden soll.

Dabei spielt die Schule als Bildungsort eine wesentliche, wenn nicht die wichtigste Rolle für die Integration von Kindern[2] bzw. Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen. Hier wurde in den letzten Jahrzehnten eine sehr breite Diskussion geführt, die unterschiedliche Entwicklungen nach sich gezogen hat und, nicht zuletzt deswegen, weiterhin ein gesellschaftlich hoch brisantes Thema bleibt. Dabei zeigt sich vor allem im Bereich der wissenschaftlichen Debatte ein interessantes Phänomen: Schulische Integration wird heute noch vorwiegend im Bereich der Einstellungen der betroffenen Personen diskutiert. Das legt die Vermutung nahe, dass man sich immer noch zu wenig auf den Bereich der tatsächlichen Handlungen in Bezug auf die gesetzlich-administrativen Rahmenbedingungen fokussiert. Es hat sich sowohl in wissenschaftlichen Untersuchungen, als aber auch in Berichten aus der Praxis immer wieder gezeigt, dass nicht nur die Einstellung der mit der Thematik befassten Personen ausschlaggebend ist, sondern auch ihre tatsächlichen Handlungen und wie sie in Bezug zu rechtlichen Vorgaben stehen. So stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie die schulische Integration als eine der grundlegendsten und weitestgehenden Schulreformen tatsächlich umgesetzt wird, bzw. inwiefern sich die Umsetzung von der politischen Vorgabe unterscheidet und welche Konsequenzen Divergenz oder Konvergenz nach sich ziehen.

An diesem Punkt setzt die vorliegende Arbeit an. Ihr Ziel ist es, Handlungen von betroffenen Akteuren zu erfassen und sie mit den formalen (gesetzlichen, usw.) Vorgaben zu vergleichen. Um dieses Vorhaben zweckdienlich umzusetzen, wird in einem ersten Schritt ein theoretischer Abriss zum Thema soziale Ungleichheit gegeben, in das die Diskussion der schulischen Integration, in Verbindung mit verschiedenen Theoriesträngen des Neo-Institutionalismus eingebettet ist. Dabei wird über die klassischen Ansätze der sozialen Ungleichheit der Aspekt der Bildung in der Ungleichheitsdebatte herausgestellt und in Beziehung zur Forderung nach schulischer Integration gesetzt. Auf dieser Grundlage werden exemplarisch einige neuere Untersuchungen zu diesem Bereich dargestellt, mit dem Theoriekonzept des Neo-Institutionalismus in Beziehung gesetzt und daraus für die vorgesehene Studie zweckdienliche Hypothesen erarbeitet. In einem zweiten Schritt wird die Auswertungsmethodik der Untersuchung entwickelt, in der sowohl qualitative als auch quantitative Ansätze berücksichtigt sind. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse der Untersuchungen dargestellt, in einem vierten Schritt interpretiert und in einem fünften Schritt diskutiert. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf mögliche, an das Thema dieser Arbeit anknüpfende Untersuchungen, eine Einordnung in den Gesamtkontext und eine Bewertung des wissenschaftlichen Ertrags innerhalb des behandelten Themenbereichs.

  • [1] In diesem Text werden generische Maskulina, generische Feminina und generische Neutra verwendet.
  • [2] Wenn in der Folge von Kindern mit besonderen Bedürfnissen gesprochen wird, sind immer auch Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen gemeint.
 
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