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3.3 Instrumente und Verfahren

Im folgenden Kapitel sollen die in der Untersuchung verwendeten Instrumente und Verfahren dargestellt werden. Da sowohl qualitative wie auch quantitative Methoden eingesetzt wurden, folgt auf die Instrumentendarstellung eine Erläuterung zu den eingesetzten Verfahren. Dabei wurde für die qualitative Prüfung eine quantitative Inhaltsanalyse sowie ein hermeneutischer Ansatz zur Interpretation der Dokumente verwendet. Für die quantitative Erhebung wurde ein Resamplingverfahren eingesetzt und ein reduzierendes Verfahren entwickelt. Abschliessend wurden die Eigenschaften der empirischen Strukturen durch unterschiedliche Parameter charakterisiert.

3.3.1 Qualitatives Untersuchungsinstrument

Ausgangspunkt der Entwicklung des hier verwendeten Kategoriensystems bildet das multidimensionale Integrationsmodell von Alois Bürli (1999). Bürli unterscheidet darin Kategorien, die zur Beschreibung eines erfolgreichen integrativen Bildungssystems von Bedeutung sind. Aufgrund der Ausprägung dieser Kategorien kann abgeschätzt werden, in welchem Ausmass schulische Integration in bestimmten Bereichen gelingen kann. Auf dieser Grundlage wurden folgende Dimensionen (vgl. Mejeh, 2009) zur Beschreibung der Gelingensbedingungen auf systematischer Ebene erarbeitet:

• Diagnostik,

• Finanzen,

• Recht,

• Institutionen

• und Aus- und Weiterbildung.

Im Einzelnen bedeutet Diagnostik in diesem Zusammenhang ganz allgemein die Abklärung des besonderen Förderbedarfes eines Schülers oder einer Schülerin. Sie bildet die wichtigste Grundlage zur Bedarfsabklärung und entscheidet über den weiteren Bildungsverlauf des betroffenen Menschen(vgl. Riecken et al., 2003; UNESCO, 2005).

Die Finanzierung stellt die ökonomische Grundlage der Massnahmen für die Ressourcenverteilung und Ressourcenumverteilung dar. Sie liefert der Entscheidungsebene damit einen gewissen Planungshorizont und garantiert die Qualität des Prozesses (vgl. Luchsinger et al., 1993; Bürli, 2002).

Die Dimension „Recht“ bezieht sich auf die formale Ausgestaltung des rechtlichen Rahmens schulischer Integration. So werden z. B. durch unterschiedliche Gesetze diagnostische Prozesse, finanzielle Abläufe oder das Beschwerderecht der Eltern festgelegt. Darüber hinaus sind gerade die Zusammenhänge der verschiedenen rechtlichen Ebenen, von Bundesbis auf Gemeindeebene, für die Umsetzung schulischer Integration relevant (vgl. Plotke, 1994 & 2003 & 2004; Boltshauser et al., 2011; Riemer-Kafka, 2012).

In der Dimension „Institutionen“ wird die institutionelle (heilpädagogische) Landschaft des Kantons dargestellt. Darunter fallen: Zuständigkeiten, Angebote, Qualität der Struktur (vgl. Ammann, 1991).

Die Aus- und Weiterbildung der jeweiligen Fachlehrkräfte bezieht sich auf Angebote und Qualität des pädagogischen, des therapeutischen und des psychologischen Bereichs (Steppacher, 2011; Mutzeck & Papp, Moser et. al., 2008). Dabei sollen grundlegende Wissensbestände vermittelt werden, um eine Professionalisierungsgrad der betroffenen Akteure zu erreichen, der die Qualität eines erfolgreichen Prozesses schulischer Integration sicher stellt. Auch in dieser Beziehung ist in den letzten Jahren eine starke Annährung der unterschiedlichen Professionen zu erkennen (vgl. Weisser, 2012).

 
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