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5.1.12 Zusammenfassung Entscheidung besondere Massnahmen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Prozess der Entscheidung für besondere Massnahmen Eltern und Fachpersonen generell klar ist. Es gibt deutliche Handlungsabläufe für die integrative Beschulung und die Beschulung in der Sonderschule, nicht aber für die Beschulung in der Kleinklasse. Hier sind die Vorstellungen der Schulleiter diffus, während sich die übrigen Vorstellungen, wenn sie auch sehr divers sind, trotzdem auf bestimmte Muster reduzieren und darstellen lassen.

Die tragende Rolle für die Entscheidung zu besonderen Massnahmen kommt den Eltern, den Psychologen und den Klassenlehrpersonen zu, was den Informations- und Kommunikationsfluss sichert und stabil hält, denn die Abweichung zwischen den beiden untersuchten Strukturtypen weist einige Unterschiede auf. So verwundert es, dass im Bereich der Sonderbeschulung keine direkte Verbindung zwischen den Eltern und dem AVK besteht bezüglich der Kleinklassenbeschulung die „Kommunale Aufsichtsbehörde“ als Entscheidungsinstanz von keiner befragten Akteursgruppe genannt wird oder die Verbindung des AVK zu den Eltern und den Psychologen für die integrative Beschulung offensichtlich nur über die Schulleiter gewährleistet ist. Es ist zu vermuten, dass die nicht immer klaren gesetzlichen Vorgaben einen Einfluss auf diese Abweichungen haben. Neben den festen Verbindungen gewinnen die Psychologen mehr und mehr an Relevanz für den Entscheidungsprozess und werden dabei partiell von der Schulleitung oder den Eltern unterstützt. Es lässt sich festhalten, dass der Informations- und Kommunikationsfluss zwar grundsätzlich garantiert ist, er an einigen Punkten aber sicher noch optimierbar wäre.

5.1.13 Beschwerderecht

Hinsichtlich der aus der theoretischen Rahmenkonzeption auf ihre Bedeutsamkeit hin überprüften Hypothesen ergibt sich folgendes Bild:

a. Hinsichtlich des Beschwerderechts bei Massnahmenentscheid sind die Handlungsstrukturen von fast keiner Akteursgruppe prägnant.

b. Hinsichtlich der untersuchten Eigenschaften der zusammengeführten prägnanten Strukturen zeigen sich bedeutsame Unterschiede.

Die Tatsache, dass fast keine prägnanten Vorstellungen über die möglichen Beschwerdeinstanzen herrschen, ist insofern verwunderlich, als dass das Beschwerderecht einerseits sehr genau beschrieben ist und andererseits auch sehr wichtig sein kann. Die Schulleiter nennen zwar den Kanton als Beschwerdeinstanz, Klassenlehrpersonen geben dagegen prägnant an, nicht zu wissen wo es Beschwerdemöglichkeiten gibt. Dieses und die Tatsache, dass sich die restlichen Akteursgruppen keine klare Vorstellung von den Beschwerdemöglichkeit machen können, deutet auf eine sehr diffuse Sachlage hin. Es könnte sein, dass eine fehlende Beschwerdemöglichkeit für Eltern und Fachpersonen ein Problem der Umsetzung des Schulrechtes darstellt und sich unter Umständen negativ auf die Realisierung schulischer Integration auswirkt (vgl. Rath & Rössler, 1998; Plotke, 2004; Boltshauser et al., 2011). Eine weitere Erklärung dieses Ergebnisses könnte darin liegen, dass bei Abklärungsund Entscheidungsprozessen rund um sonderpädagogische Massnahmen in der Regel ein Konsens gesucht wird. Deshalb kann es sein, dass das Beschwerderecht nur in sehr seltenen Fällen überhaupt relevant wird.

5.1.14 Standardisiertes Abklärungsverfahren

Hinsichtlich der aus der theoretischen Rahmenkonzeption auf ihre Bedeutsamkeit hin überprüften Hypothesen ergibt sich folgendes Bild:

a. Hinsichtlich des „Standardisierten Abklärungsverfahrens“ sind die Handlungsstrukturen von fast keiner Akteursgruppe prägnant.

Die Tatsache, dass keine prägnanten Vorstellungen über das „Standardisierte Abklärungsverfahren“ herrschen, ist insofern verwunderlich, als dass das Abklärungsinstrument ein wesentlicher Faktor zum Gelingen der schulischen Integration sein kann und im „Projekthandbuch Schulische Integration“ deswegen auch explizit genannt wird. Relativiert wird diese Ansicht dadurch, dass das Sonderpädagogikkonkordat, und damit die Einführung des standardisierten Abklärungsverfahrens, im Kanton Solothurn noch nicht etabliert wurde. Dieses Ergebnis stellt einen wesentlichen Bezug zum vorhergehenden Fragekomplex „Schulische Abklärung“ dar, da es die Grundlage für den Diagnoseprozess legen sollte. Es zeigt, dass das Verfahren offensichtlich nicht benutzt wird, offen bleibt die Frage welche standardisierte Vorgehensweise alternativ angewendet wird. Es ist zu vermuten, dass man sich am standardisierten Abklärungsverfahren orientiert, dieses aber keine verbindliche Anwendung findet, da es noch nicht eingeführt ist.

 
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