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5.2 Zusammenfassung Diagnostik

Die Diagnostik ist gekennzeichnet durch das SSG, die SA, die Entscheidungen zu den Massnahmen, das Beschwerderecht und das Standardisierte Abklärungsverfahren. Grundsätzlich sind den betroffenen Personen die Abläufe der Abklärungsprozesse in der Diagnostik klar. Die Handlungsstrukturen sind zwar sehr divers, lassen sich in den meisten Fällen aber auf bestimmte Muster reduzieren. Dabei ist grundlegend davon auszugehen, dass der Prozess der SA unklarer ist als der Prozess des SSG, nicht zuletzt weil er auch komplexer ist. Die tragende Rolle für die Organisation des SSG kommt den Klassenlehrpersonen zu, während es diesbezüglich bei der SA eine Änderung hin zu den Psychologen gibt. Die Rolle der Psychologen nimmt also mit der Intensität der Massnahmen zu. Es lässt sich erkennen, dass das System grundsätzlich nicht mit zu vielen Teilnehmern überladen und durch klare Strukturen gekennzeichnet ist. Kennzeichnend sind für das SSG darüber hinaus auch die einfachen und klaren Wege, wobei explizit erwähnt werden muss, dass seine Koordination in der Praxis anders verläuft, als durch die formalen Vorgaben vorgesehen. Darüber hinaus findet eine regelmässige Überprüfung der Massnahmen statt,

so wie sie durch das Gesetz auch vorgesehen ist. Massnahmen des schulischen Standortgesprächs werden konform mit der formalen Struktur überprüft, wobei dies bei sonderpädagogischen Massnahmen allerdings nur vermutet werden kann. Die schulische Abklärung zeichnet sich durch ihre Komplexität aus, scheint aber in der Praxis sehr gut und vor allem an den formalen Strukturen orientiert gemeistert zu werden. Aber auch der Prozess der Entscheidung für besondere Massnahmen ist Eltern und Fachpersonen generell klar. Es gibt deutliche Vorstellungen zu den einzelnen Handlungsabläufen für die Beschulung in der Sonderschule und die integrative Beschulung, nicht aber für die Beschulung in der Kleinklasse. Über alle drei Fördermassnahmen hinweg lässt sich die das Muster von Eltern, Psychologen und Klassenlehrpersonen erkennen, was auch in diesem Fall den Informations- und Kommunikationsfluss sichert und stabil hält. Typisch für den Bereich der Massnahmenentscheidung ist aber die klare Abweichung der empirischen Handlungsstrukturen von den formalen Vorgaben. Da die gesetzlichen Vorgaben nicht immer klar formuliert sind, lässt sich vermuten, dass diese Inkongruenz einen Einfluss auf die Differenzentwicklung der Strukturen hat. Psychologen spielen auch bei der Entscheidung über Massnahmen eine tragende Rolle und werden dabei teilweise von Schulleitern oder Eltern unterstützt. Darüber hinaus erscheint es sehr verwunderlich, dass die Handlungsstrukturen des Beschwerderechts grösstenteils nicht prägnant werden, obwohl es einen wesentlichen Teil der Schuldiagnostik darstellt. Ähnlich gilt dies auch für den Einsatz des „Standardisierten Abklärungsverfahrens“, was durch die noch nicht klaren formalen Strukturen aber relativiert werden muss. Es lässt sich festhalten, dass der Informations- und Kommunikationsfluss zwar grundsätzlich garantiert ist, er an einigen Punkten aber sicher noch optimierbar wäre.

 
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