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5.3.2 Rechtliche Verbindlichkeit Diagnostik

Hinsichtlich der aus der theoretischen Rahmenkonzeption auf ihre Bedeutsamkeit hin überprüften Hypothesen ergibt sich folgendes Bild:

a. Hinsichtlich der rechtlichen Verbindlichkeit für die Diagnostik besonderer Massnahmen sind die Handlungsstrukturen aller Akteursgruppen prägnant.

b. Hinsichtlich der untersuchten Eigenschaften der zusammengeführten prägnanten Strukturen zeigen sich bedeutsame Unterschiede.

c. Die formale Struktur und die empirische Struktur weisen in jeder Hinsicht eine hohe Übereinstimmung auf.

Neben den zu erfassenden Handlungsstrukturen sind die prägnanten Vorstellungen der rechtlichen Einbettung der Diagnoseprozesse auch von hohem Erkenntnisinteresse. Die prägnanten Vorstellungen rechtlicher Verbindlichkeit der Diagnostik für besondere Massnahmen konnte wie gezeigt für alle befragten Akteursgruppen nachgewiesen werden. Die Vorstellungen haben unterschiedliche Ausprägungen wobei vor allem Heilpädagogen der Kompetenzzentren und auch weitestgehend Schulleiter den kompletten rechtlichen Rahmen erfassen. Auch dieses Ergebnis war weitestgehend zu erwarten, sollten sich doch vor allem Schulleiter mit der rechtlichen Situation der Abklärung besonders auskennen. Darüber hinaus spielen auch Heilpädagogen der Kompetenzzentren eine wichtige Rolle in diesem Prozess, wobei die durchaus gute Zuordnung ihre Gründe sicher auch in der rasanten, auch rechtlichen, Entwicklung schulischer Integration im Kanton Solothurn hat. Auch in diesem Fall ist die hohe Aussenorientierung ein wichtiger Indikator für das Wissen und die Sachkenntnis bezüglich des rechtlichen Rahmens der Diagnostik. Weiterhin lässt sich auch hier grundsätzlich von klaren Vorstellungen der Akteursgruppen ausgehen, da die nötigen Institutionen für die rechtliche Verankerung der Diagnostik für spezielle Massnahmen allesamt genannt wurden. Dass dem Amt für Volksschule und Kindergarten das grösste Gewicht beigemessen wird, hängt wahrscheinlich mit dessen Funktion als Anlauf- und Kontaktstelle zusammen. Es ist der erste Ansprechpartner für die einzelnen Akteursgruppen und erlässt in vielen Fällen auch die Verfügungen für spezielle Massnahmen. Dass Schulleiter und Heilpädagogen der Kompetenzzentren weitere Institutionen einbeziehen, attestiert ihnen eine differenzierte Sichtweise. Auch weist die Übereinstimmung empirischer und formaler Struktur darauf hin, dass das Wissen über die diagnostische rechtliche Verankerung einen positiven Beitrag zur Einstellung schulischer Integration liefert. In diesem Fall geben die Ergebnisse einen Hinweis darauf, welche Akteure mit der befragten Thematik auch hauptsächlich befasst sind und für diese auch eine Rolle spielen (Schulleiter/Heilpädagogen der Kompetenzzentren).

 
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