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5.3.3 Zusammenfassung Rechtliche Verbindlichkeit

Neben den zu erfassenden Handlungsstrukturen sind die prägnanten Vorstellungen der rechtlichen Einbettung der Finanzflüsse und der Diagnoseprozesse auch von hohem Erkenntnisinteresse. Es herrschen dabei klare Vorstellungen von den rechtlichen Einbindungen von Finanzen und Diagnostik. Es stellt sich heraus, dass vor allem Schulleiter und Heilpädagogen der Kompetenzzentren den rechtlichen Rahmen grundsätzlich erfassen, was aufgrund ihrer Funktion auch zu erwarten war. Die grundlegenden Rollen werden aus Sicht der Akteursgruppen von Regierungs-, Kantonsrat und dem Amt für Volksschule und Kindergarten eingenommen. Diese Sicht deckt die formalen Vorgaben im Wesentlichen, da die rechtliche Einbindung im gesamtschweizerischen Kontext auch gesehen wird.

5.3.4 Rechtliche Fragen zu besonderen Massnahmen

Hinsichtlich der aus der theoretischen Rahmenkonzeption auf ihre Bedeutsamkeit hin überprüften Hypothesen ergibt sich folgendes Bild:

a. Hinsichtlich der Informationsmöglichkeiten bei der Verfügung besonderer Massnahmen sind die Handlungsstrukturen aller Akteursgruppen prägnant.

b. Hinsichtlich der untersuchten Eigenschaften der zusammengeführten prägnanten Strukturen zeigen sich bedeutsame Unterschiede.

c. Die formale Struktur und die empirische Struktur weisen in jeder Hinsicht eine hohe Übereinstimmung auf.

Die Themenkomplexe der rechtlichen Verankerung, Abklärung und des Finanzflusses bedürfen der Vermittlung einer grossen Menge an Informationen. Aus diesem Grund werden die Akteursgruppen auch nach ihren Möglichkeiten befragt, bei Nachfragen zur rechtlichen Situation bestimmter Massnahmen entsprechende Informationen zu erhalten. Alle befragten Akteursgruppen haben diesbezüglich eine prägnante Handlungsstruktur entwickelt. Auch in diesem Fall sind die Vorstellungen sehr divers, beziehen sich in erster Linie aber auf das AVK. Für die rechtliche Information zu besonderen Massnahmen sind, wie zu erwarten war, auch noch Schulleiter eine wichtige Informationsquelle, die ihren einzigen Informationsbezug durch das AVK haben. Daraus lässt sich schliessen, dass sie in erster Linie Anlaufstelle für die Fachpersonen und die Eltern sind und sich dann selbst gegebenenfalls an das AVK wenden. Diese Vorgehensweise lässt sich in dieser Form auch aus der formalen Struktur herausfiltern. Die Tatsache, dass Heilpädagogen der Kompetenzzentren die höchste Orientierung in die Struktur besitzen, lässt sich so deuten, dass sie selber einen hohen Teil an Koordinationsaufgaben bei speziellen Massnahmen übernehmen müssen. Vor allem Heilpädagogen der Kompetenzzentren haben dabei nicht immer die Möglichkeit auf die Informationsquelle „Schulleiter“ zurückzugreifen. Es fällt darüber hinaus auch auf, dass es bezüglich dieses Fragekomplexes keine Beziehungen der Akteursgruppen untereinander gibt, sondern die Anlaufstellen für Informationen sich tatsächlich auf die Schulleiter und das AVK reduzieren. Diese Tatsache könnte sich insofern als problematisch erweisen, als dass bei fehlendem Bezug zum AVK und zu Schulleitern die Informationsbeschaffung erschwert oder sogar unmöglich wird. Die Struktur ist so betrachtet eine undichte Struktur, in der der Informationsfluss grundsätzlich aber schnell vollzogen ist. Die Ergebnislage bestätigt die bisher dargestellten Resultate. Damit die Kommunikation unter den betroffenen Fachpersonen und Eltern grundsätzlich gewährleistet ist, müssen die Bedingungen dafür gegeben sein (vgl. Gschwend & Kunz, 2011).

 
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