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5.3.5 Rechtliche Verbindung Zusammenarbeit

Hinsichtlich der aus der theoretischen Rahmenkonzeption auf ihre Bedeutsamkeit hin überprüften Hypothesen ergibt sich folgendes Bild:

a. Hinsichtlich der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachpersonen und/ oder den Eltern sind die Handlungsstrukturen nur weniger Akteursgruppen prägnant.

Lediglich Heilpädagogen der Kompetenzzentren und Eltern haben eine konkrete Vorstellung von der prägnanten Handlungsstruktur, was darauf hinweist, dass es offensichtlich bestimmte rechtsgültige Abkommen gibt, die die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteursgruppen festlegen, aber nicht überall und regelmässig verwendet werden. Verglichen mit der formalen Struktur sollte die Zusammenarbeit zumindest durch das SSG bzw. durch die Verfügungen gewährleistet sein (vgl. Luder, 2011). Es lässt sich sagen, dass durch die beiden dargestellten prägnanten Handlungsstrukturen die Garantie einer grundlegende Zusammenarbeit nur teilweise nachgewiesen werden kann. So ist sie zwar dadurch teilweise zumindest garantiert, allerdings nicht unbedingt rechtlich abgesichert, was wieder zu einem gewissen Handlungsspielraum führt. Dieser Handlungsspielraum ist für die Akteure und ihre Handlungen selber notwendig, für die Umsetzung der Idee schulischer Integration allerdings kontraproduktiv. An diesem Beispiel wird die widersprüchliche Situation, in der sich die Forderung nach schulischer Integration befindet, deutlich.

5.3.6 Zusammenfassung Recht

Die rechtliche Situation ist insgesamt gekennzeichnet durch die rechtliche Verbindlichkeit in den Bereichen Finanzen und Diagnostik, Informationsmöglichkeiten bei rechtlichen Fragen, die vor allem für die Rekurssituation sehr wichtig sein können und der Frage nach rechtlicher Verbindlichkeit bei Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen und/oder Eltern. Grundsätzlich sind den betroffenen Personen die rechtlichen Verbindungen der einzeln untersuchten Bereiche klar, wobei sie vor allem von Schulleiter und Heilpädagogen der Kompetenzzentren klar erfasst sind, was auf ihre Rolle als „Informationsverwaltungsstellen“ zurückzuführen ist. Die Tatsache, dass das Amt für Volksschule und Kindergarten so sehr im Mittelpunkt steht, deutet auf eine starke Passung formaler Vorgaben und praktischer Durchführung hin. Diese Interpretation wird auch durch den Nachweis gestützt, dass die Verbindung zwischen Schulleiter und dem AVK bezüglich rechtlicher Fragen sehr eng ist. Oftmals kann man davon ausgehen, dass die direkte Informationskontaktstelle für die Fachpersonen bzw. Eltern in Form der Schulleiter besteht, die ihrer Rolle in der Regel auch gerecht werden. Heilpädagogen der Kompetenzzentren besitzen selber eine sehr diverse Vorstellung von den unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen, was durch ihre Rolle auch legitimiert ist. Die Tatsache, dass die Zusammenarbeit der Fachpersonen nicht in einem rechtlichen Rahmen interpretiert wird, lässt auf informelle Absprachen unter den Fachpersonen schliessen. Bezüglich der rechtlichen Situation lässt sich ein klarer, kurzer Kommunikationsweg definieren, der den Informationsfluss grundsätzlich garantiert, wobei sich der starke Fokus auf die Gruppe der Schulleiter sich auch als Problem erweisen könnte. Sollte die Informationsverteilung in diesem Fall nicht oder fehlerhaft laufen, kann es dazu kommen, dass die ganze Struktur in gewisser Art Fehlinformationen erhält oder an bestimmten Stellen nicht gewährleistet werden kann was den Prozess oder zumindest seine Qualität schlussendlich gefährden kann.

 
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