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1 Einleitung

„Gewalt gegen Kinder kann nicht gerechtfertigt werden. Alle Gewalt gegen Kinder ist zu vermeiden.“ [1]

Ein positiver Prozess der Entwicklung und des Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Auftrag und eine Herausforderung, nicht nur für das soziale Umwelt des Individuums, sondern auch für die Gesellschaft und den Staat. Damit ein Kind als gesundes Mitglied der Gesellschaft heranwachsen kann, ist es wichtig, entwicklungsgerechte Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen, so dass sie in der Lage sind, sich selbst zu verwirklichen. Kinder und Jugendliche der modernen Gesellschaft wachsen in einer Welt auf, die geprägt ist von einem raschen Wandel, die potenziell gefährliche Umgebungen mit verschiedenen Risikofaktoren bereithält, in der es vorkommen kann, dass sie Gewalt ausgesetzt werden könnten.

Das internationale Flüchtlingswerk UNICEF stellte in seiner Untersuchung fest, dass 2002 die Zahl der Morde an Kindern und Jugendlichen bisher weltweit auf 53000 geschätzt wurde und in den Industrieländern rund 3500 Kinder jährlich durch Gewalt starben. Diese Einschätzung von UNICEF ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs alltäglicher Gewalt gegen Kinder. [2] Außerdem wies die UNICEF-Studie von 2010 in 37 Ländern nach, dass 76 Prozent der Kinder im Alter von zwei bis 14 Jahren unter heftigen psychischen Aggressionen ihrer Eltern oder Betreuer leiden und zwei von drei Kindern körperlichen Bestrafungen ausgesetzt sind. [3]

Aber allein, ohne sachkundige Beratung und gesellschaftliche Unterstützung, können sie sich oft nicht aus solch einer Gewaltbeziehung aus eigener Kraft heraushelfen. [4] Kinder benötigen daher unbedingt Förderung, Unterstützung und M. Hong, Kinderschutz in institutionellen Arrangements, Kasseler Edition Soziale Arbeit 2, DOI 10.1007/978-3-658-10742-0_1, © Springer Fachmedien Wiesbaden 2016 Schutz seitens verschiedenerEinrichtungen. Gemäß der UN-Konvention für Kinderrechte versuchen die beteiligten Länder nicht nur Schutzmaßnahmen für Kinder zu entwickeln und die Ressourcen der Familie zu fördern, sondern Kindern auch ein Aufwachsen in gewaltfreien und geschützten Räumen optimal zu ermöglichen. [5]

„Artikel 19 der Konvention über die Rechte des Kindes 1989 ruft zu geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen auf, um Kinder vor allen Formen der Gewalt und des Missbrauchs zu schützen.“ [6]

Es ist erforderlich, dass in jeder Entwicklungsphase von Kindern, diesen der Schutz vor Gefahren und Risiken sichergestellt ist. Prinzipiell kommt zuerst den Familien, dann der Gemeinschaft und letztlich auch dem Staat die Verantwortung zu, Gewalt in Familien entgegenzuwirken, Risiken frühzeitig zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Dabei ist es eine besondere Herausforderung entsprechende Schutzmechanismen zu schaffen. Eine strategische Unterstützung in der Entwicklung von Kindern ist demnach als ein Teil der sozialen Investition in die Gesellschaft zu sehen, welche durch die Sozialpolitik strukturell verankert wird und somit der Kinderschutz uns alle etwas angeht. Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass Kinder Hoffnungsträger für unsere Gesellschaft sind, dass sie die Zukunft des Staates darstellen und dass noch viele sozial benachteiligte Kinder der sozialen Inklusion bedürfen, also unbedingt in die Gesellschaft mit einbezogen werden müssten. Für sie sollte die Gesellschaft Möglichkeiten für eine gesunde Entwicklung bereitstellen.

  • [1] Pinheiro, S. P., 2006. Report of the independent expert for the United Nations study on violence against children. United Nations.
  • [2] Vgl. UNICEF, 2003. A league table of child maltreatment. Deaths in rich nations. unicef-irc.org/publications/pdf/repcard5e.pdf: 05.11.2012. S. 2; UNICEF, 2008. Gewalt gegen Kinder. unicef.de/fileadmin/content_media/mediathek/I_0077_Gewalt_gegen_Kinder_2008.pdf: 05.11.2012. S. 1
  • [3] Vgl. UNICEF, 2010. Child Disciplinary Practices at Home: Evidence from a Range of Low and Middle-Income Countries. New York, S. 21
  • [4] BMFSFJ, BMJ, 2010. Mehr Schutz bei häuslicher Gewalt. 3 Auflage. Berlin. S. 7
  • [5] Die UN-Kinderrechtskonvention beschreibt die Familie als die natürliche Umgebung für das Wachstum und das Wohlergehen der Kinder. Der besondere Schutz der Privatheit und Unabhängigkeit der Familie ist in zahlreichen Menschenrechtsdokumenten hervorgehoben. Vgl. UNICEF, 2008. Gewalt gegen Kinder. unicef.de-/fileadmin/context_media/mediathek/I_0077_Gewalt _gegen_Kinder_2008. pdf: 05.11. 2012 S. 4; Pinheiro, S. P., 2006. Report of the independent expert for the United Nations study on violence against children. United Nations, S. 17
  • [6] UN, 1989. Übereinkommen über die Rechte des Kindes. national-coalition.de/-pdf/UN Kinderrechtskonvention.pdf: 05.11.2012. S. 17
 
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