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2.4.2 Kinderfürsorge während der japanischen Besatzungszeit (1910 – 1945) und nach der Kolonialherrschaft Japans (1945 – 1960)

Am Ende der Joseon-Dynastie bis zur japanischen Besatzungszeit beschleunigte sich die Entwicklung der Kinderfürsorge. In dieser Zeit gab es keine staatliche Tätigkeit der Kinderfürsorge. Nach der Öffnung (Kabo-Reform) strömte westliches Gedankengut in das Land, insbesondere durch viele Missionare aus den verschiedenen Kirchen der westlichen Länder. Sie errichteten zusätzlich zu ihrer Missionstätigkeit moderne Schulen, Hospitale und Armenfürsorgeeinrichtungen[1], als Beispiel hierfür: Im Jahr 1921 erbaute ein amerikanischer Missionar die soziale Eirichtung „Taehwa“ für Gesundheit und Erziehung des Kindes. Zudem bestimmte das japanische Generalgouvernement Kinder unter 13 Jahren und Schwangere als Personen des Schutzes und erbaute im Jahr 1921 die soziale Einrichtung „Jesaengwon“. 60 dieser sozialen Einrichtungen wurden im Jahr 1939 landesweit errichtet (2192 Kinder wohnten dabei in Kinderheimen[2]). Diese Art der Kinderfürsorge ist weniger als Kinderschutz zu betrachten und diente nur der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung. [3]

Nach der Befreiung der japanischen Besetzung unterstützten die amerikanischen Truppen Südkorea, so wurden unter anderem neue Sozialgesetze eingeführt sowie ein Verbot der Kinderarbeit erlassen. Allerdings wurden die meisten Sozialgesetze weitgehend beibehalten, die schon während der Kolonialzeit geschaffen worden waren. [4] Die moderne Entwicklung der koreanischen Kinderfürsorge begann nach dem Koreakrieg. Dabei waren während des Krieges von 1950 bis 1953 tausende Koreaner ums Leben gekommen, wodurch ebenfalls die Zahl der Waisen- und Findelkinder anstieg. Nach dem Krieg war ein staatlicher Wiederaufbau der Kinderfürsorge durch die finanzielle Lage des Staates schwierig. [5]Deshalb erhielt Südkorea Unterstützung und Hilfe durch das Ausland, wie z.B. der katholischen Gemeinde Amerikas oder der World Vision Organisation sowie durch die UN. Zudem bauten viele freie Träger soziale Einrichtungen für den Schutz des Kindes und Jugendlichen neu auf, wodurch sich im Jahr 1960 die Zahl der sozialen Einrichtungen bei 472 in Südkorea befand. In dieser Zeit gab es kaum staatliche Verantwortung und professionelle Dienstleitungen, sondern wurde nur in Abhängigkeit von ausländischer Unterstützung bzw. durch verschiedene freie Träger für die Kinderfürsorge Einrichtungszentriert entwickelt. [2]

  • [1] Vgl. Kim, Y., 1986. Jugendpolitik in Korea und in der Bundesrepublik Deutschland. Diss. Bochum, S. 69-71
  • [2] Vgl. Pyo, G., 2010. Kinder- und Jugendwohl. 2. Auflage. Paju, S. 58
  • [3] Vgl. Kim, S., Kim, H., Choe., H., 2013. Child Welfare. Paju, S. 99-100
  • [4] Vgl. Kim, Y., 1986. Jugendpolitik in Korea und in der Bundesrepublik Deutschland. Diss. Bochum, S. 78
  • [5] Vgl. Ebd., S. 78
  • [6] Vgl. Pyo, G., 2010. Kinder- und Jugendwohl. 2. Auflage. Paju, S. 58
 
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